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Die neue AOK-Logik: Fürther Taxiunternehmer fahren in Nürnberg

Nachdem seit vier Wochen ein Großteil der Stuttgarter Taxler Krankenfahrten nur noch gegen Barzahlung durchführt (wir berichteten), müssen AOK-Versicherten seit Sonntag auch in Nürnberg selbst für die Kosten ihrer Krankenfahrten mit dem Taxi aufkommen.
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Redaktion (allg.)
Die Nürnberger Taxizentrale führte seit mehreren Jahren Fahrten für AOK-Versicherte aus und stellte diese der Krankenkasse monatlich zusammengefasst in Rechnung. Dabei genoss die AOK bisher offenbar einige Sonderkonditionen. So musste sie für Zusatzleistungen wie die Sammelabrechnungen oder ein Zahlungsziel von bis zu zwei Monaten nichts zusätzlich bezahlen. Damit sollte nun Schluss sein: Die Taxizentrale Nürnberg legte der AOK einen Vertrag zur Beförderung ihrer Versicherten zum regulären Taxitarif der Stadt Nürnberg und damit zu den für alle anderen Krankenkassen geltenden Konditionen vor. Den will die AOK aber offenbar nicht akzeptieren und sucht stattdessen selbst nach Vertragspartnern, die willens sind, die Krankenfahrten unter Tarif auszuführen. Dabei ist die „Gesundheitskasse“ offenbar nicht besonders wählerisch: Wie Ulrich Romeike, Vorstand der Nürnberger Taxigenossenschaft, gegenüber taxi heute berichtete, ist der Zentrale auch ein Fall bekannt, in denen die AOK Dialysefahrten an einen Vertragspartner vergab, der nicht im Besitz eines P-Scheins war. Zwei weitere Verstöße gegen das Personenbeförderungsgesetz von so genannten preisgünstigen AOK-Vertragspartnern wurden von der Taxizentrale wettbewerbsrechtlich abgemahnt. Ein weiterer Vorwurf der Zentrale: Die AOK schreibe auch Fahrten im Internet aus, was ihr allerdings von der Stadt Nürnberg als zuständige Aufsichtsbehörde in Bezug auf die Nürnberger Taxiunternehmer untersagt worden war. Die AOK verzögere die Umsetzung der Untersagung und führe die Ausschreibung nun für Taxiunternehmer aus dem Nürnberger Umland fort, so Romeike weiter. Auch im taxi heute-Forum „Internetausschreibungen“ berichtete ein Taxiunternehmer, dass er einen Anruf von der Nürnberger AOK erhalten hatte und gefragt wurde, ob er Kapazitäten frei habe, um ab dem 1. März Dialysefahrten für die AOK auszuführen. Er lehnte ab. Im Allgemeinen scheint offensichtlich Loyalität im Stuttgarter und Nürnberger Gewerbe vorzuherrschen: Das Gros der Unternehmer boykottiert die Krankenfahrten zum Dumpingpreis. Einige finden sich dann aber leider immer noch. So konnte die AOK in Nürnberg bisher offenbar bereits sieben Vertragspartner gewinnen, die bereit sind, die Fahrten auch unter Tarif ausführen.
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