Toyota will die Taxi-Basis Camry aufmöbeln

Die Stufenhecklimousine der Mittelklasse bekommt einen leicht geänderten Bug, ein anderes Navi und neue Assistenzsysteme.

Die Änderungen am Bug erkennt man nur bei einer direkten Gegenüberstellung des bisherigen und des neuen Modells. Am Hybridantrieb hat sich nichts geändert. (Foto: Toyota)
Die Änderungen am Bug erkennt man nur bei einer direkten Gegenüberstellung des bisherigen und des neuen Modells. Am Hybridantrieb hat sich nichts geändert. (Foto: Toyota)
Dietmar Fund

Weltweit ein Erfolg, in Deutschland von Januar bis Oktober nur 460mal neu zugelassen und dennoch die große Hoffnung von Toyota Deutschland als Nachfolger des Taxi-Oldies Prius+: Das ist die Stufenhecklimousine Camry. Da sie in ausländischen Märkten schon länger zu haben ist, wird die Limousine mit Hybridantrieb nach nur einem guten Jahr auf dem deutschen Markt schon etwas aufgemöbelt.

Wer das von außen sehen möchte, muss neu und alt nebeneinander parken, denn nur die Bugschürzen und der Kühlergrill wurden sehr behutsam überarbeitet und die 17- oder 18-Zoll-Leichtmetallfelgen sind andere. Augenfälliger ist die Veränderung im Cockpit, wo das bislang stärker integrierte Navi mit recht kleinem Bildschirm einem auf die Mittelkonsole aufgesetzten Touchscreen mit einer Diagonale von neun Zoll gewichen ist. Er ist noch mit einigen Tasten und mechanischen Reglern garniert, was die Bedienung erleichtern könnte. Da INTAX das Taxameter vor dem Wählhebel und ein etwaiges Funkgerät unter einer Armauflage am Ende der Mittelkonsole unterbringt, dürfte der Modellwechsel die Umrüstung zum Taxi oder Mietwagen nicht tangieren.

Neu entwickelt sind auch die „Premium-Ledersitze“ in Beige oder Schwarz. Ihre Perforationen sollen die Belüftung erleichtern.

Für Taxis und Mietwagen ist die Erweiterung des Pre-Collision-Notbremssystems interessant. Es soll entgegenkommende Fahrzeuge besser als bisher erkennen und durch eine Lenkfunktion das Umfahren von Hindernisse sicherer machen. Ein Kreuzungsassistent soll warnen und automatisch bremsen, wenn der Fahrer vor einem entgegenkommenden Fahrzeug links oder rechts abbiegt oder wenn ein Fußgänger die Straße aus der entgegengesetzten Richtung überquert.

Der Abstandsregler soll nun auch mit der Verkehrszeichenerkennung zusammenarbeiten und so die automatische Einhaltung von Geschwindigkeitsbeschränkungen ermöglichen. Man darf gespannt sein, ob das in der Praxis nicht nur auf Autobahnabschnitten funktioniert, sondern auch auf Landstraßen, wo die Tempolimits häufiger wechseln. Erfahrungen mit den Testwagen-Taxis Corolla Touring Sports, RAV4 und des bisherigen Camry haben gezeigt, dass die Verkehrszeichen-Erkennung nicht sehr verlässlich arbeitete.

Ein neuer Spurhalteassistent schließlich soll das neue Modelljahr des Camry mit Lenkeingriffen zum Beispiel auch dann in der Spur halten, wenn nach dem Überholen eines Lkw plötzliche Luftturbulenzen auftreten.

Beim Prius+ hat Toyota übrigens laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) von Januar bis Oktober 2020 auch nur 773 Neuzulassungen zu verzeichnen. Da sind der RAV4 mit 7.440 Neuzulassungen und die Baureihe Corolla mit 12.097 Neuzulassungen zwei ganz andere Nummern. Das sollten Taxi- und Mietwagenunternehmer wegen des Wiederverkaufswertes beachten.

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