Hoher Schaden nach Farbattacke auf parkende Taxis - über 30 Fahrzeuge unbrauchbar

Als die Fahrer eines Hofer Taxiunternehmens am Samstagmorgen ihre Fahrzeuge in Betrieb nehmen wollten, bot sich ihnen ein ungewöhnliches Bild: Mehr als 30 Taxis waren über Nacht mit oranger Farbe beschmiert worden. Zusätzlich hatten die bislang unbekannten Täter eine beißend riechende Flüssigkeit auf den Fahrzeugen hinterlassen. Was zunächst wie ein besonders ärgerlicher Fall von Vandalismus erscheint, könnte für das betroffene Unternehmen erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.

Noch ist kein Täter ermittelt - die Polizei in Hof sucht nach Zeugen.| Foto: pixabay, FsHH
Noch ist kein Täter ermittelt - die Polizei in Hof sucht nach Zeugen.| Foto: pixabay, FsHH

Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt 33 Fahrzeuge beschädigt. Sie gehörten alle demselben Taxiunternehmen und standen überwiegend in einer Straße im Stadtgebiet von Hof. Die Ermittler gehen von einem Schaden im hohen sechsstelligen Bereich aus. Dabei spielen nicht nur die Kosten für Reinigung und mögliche Lackarbeiten eine Rolle. Hinzu kommt der Verdienstausfall, wenn Fahrzeuge vorübergehend nicht eingesetzt werden können.

Für Taxiunternehmen ist genau dieser Punkt oft entscheidend. Anders als bei vielen privaten Pkw bedeutet jede Stunde, die ein Taxi nicht auf der Straße ist, entgangene Einnahmen. Fällt ein größerer Teil der Flotte gleichzeitig aus, geraten selbst größere Betriebe schnell unter Druck. Vorbestellte Fahrten müssen abgesagt oder an andere Unternehmen weitergegeben werden, Stammkunden weichen aus und Fahrer verlieren Schichten.

Wohin mit dem Taxi?

Die Tat wirft zugleich ein Schlaglicht auf ein Problem, das viele Taxiunternehmen in Deutschland seit Jahren begleitet: den Mangel an geeigneten Stellflächen. Während kommunale Betriebshöfe oder ausreichend große Firmengelände in manchen Städten zur Verfügung stehen, fehlt es vielerorts an bezahlbaren Abstellmöglichkeiten für größere Fahrzeugflotten. Gerade in Ballungsräumen und innenstadtnahen Lagen sind Grundstücke knapp und teuer. Viele Unternehmer sind deshalb gezwungen, ihre Fahrzeuge nach Dienstende auf öffentlichen Straßen oder in Gewerbegebieten abzustellen. Das ist rechtlich zulässig, erhöht aber die Gefahr von Beschädigungen, Vandalismus oder Diebstahl. Werden zahlreiche Fahrzeuge an einem Ort geparkt, entsteht zudem eine leichte Angriffsfläche für Täter, die innerhalb kurzer Zeit großen Schaden anrichten wollen.

Der Fall in Hof zeigt, wie schnell sich dieses Risiko realisieren kann. Offenbar genügte eine einzige Nacht, um einen erheblichen Teil einer Taxi-Flotte außer Betrieb zu setzen. Für die betroffenen Unternehmer geht es dabei nicht nur um beschädigte Fahrzeuge, sondern um die Aufrechterhaltung des täglichen Betriebs.

Keine Hinweise auf den/die Täter

Die Polizei hat an den Fahrzeugen Spuren gesichert und Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aufgenommen. Bislang gibt es keine Hinweise auf die Täter. Auch zu einem möglichen Motiv machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Zeugen, die in der Nacht von Freitag auf Samstag verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Für das betroffene Unternehmen beginnt nun die aufwendige Schadensaufnahme. Parallel dürfte geprüft werden, welche Fahrzeuge nach einer Reinigung wieder eingesetzt werden können und welche möglicherweise länger ausfallen. Die Ermittlungen sollen nun klären, wer hinter der Attacke steckt – und warum ausgerechnet eine komplette Taxi-Flotte zum Ziel wurde.

 

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