BGH: Fiktive Abrechnung mit Werten der Vertragswerkstatt möglich

Wer sein Auto immer in die Vertragswerkstatt bringt, darf auch bei der fiktiven Abrechnung deren Kosten ansetzen, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH).
Dieses verbeulte Taxi wäre sicher zu alt, um bei der Versicherung die Kosten einer Fachwerkstatt geltend zu machen. (Foto: Dietmar Fund)
Dieses verbeulte Taxi wäre sicher zu alt, um bei der Versicherung die Kosten einer Fachwerkstatt geltend zu machen. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Wenn ein kaskoversicherter Fahrzeughalter seinen Wagen nach einem Unfall nicht reparieren lässt, sondern eine fiktive Abrechnung bevorzugt, muss ihm sein Kaskoversicherer unter bestimmten Umständen die veranschlagten Kosten einer Markenwerkstatt ersetzen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am 11. November 2015 nach einem Rechtsstreit entschieden, der das Aktenzeichen IV ZR 426/14 trägt.

Das Gericht gibt dafür drei Voraussetzungen vor. Zum ersten kann der Versicherungsnehmer die gegenüber einer freien Werkstatt höheren Aufwendungen dann ansetzen, wenn eine fachgerechte Reparatur nur in einer Markenwerkstatt möglich wäre. Zum zweiten kann er dies bei einem neueren Fahrzeug tun und zum dritten, wenn der Versicherungsnehmer seinen Wagen bis dato nur in einer Markenwerkstatt hat warten und reparieren lassen. Im Streitfall muss der Versicherte aber nachweisen, dass eine dieser Voraussetzungen vorliegt.

Der BGH hat den zugrundeliegenden Rechtsstreit an das Landgericht Berlin zurückverwiesen. Es hatte zu diesen Bedingungen keine Feststellungen getroffen.
 

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