ADAC: Elektrotaxi Nissan Leaf schwächelt beim Schnellladen

Der ADAC hat bei fünf Elektrofahrzeugen untersucht, wie schnell sie laden können. Das Elektrotaxi Nissan Leaf e+ schnitt dabei nicht gut ab.

Wie schnell man einer Gleichstrom-Schnellladesäule laden kann, hängt stark vom Autotyp ab. Beim Nissan Leaf e+ kann man viele Tassen Kaffee trinken, bis seine Batterie voll ist. (Foto: Dietmar Fund)
Wie schnell man einer Gleichstrom-Schnellladesäule laden kann, hängt stark vom Autotyp ab. Beim Nissan Leaf e+ kann man viele Tassen Kaffee trinken, bis seine Batterie voll ist. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Der Auto- und Mobilitätsclub ADAC empfiehlt den Fahrern von Elektrofahrzeugen, eine Schnellladefunktion mit zu bestellen, um fit für Langstrecken zu werden. Wie gut diese Schnellladefunktionen sind, hat er nun an fünf Modellen getestet, von denen der Nissan Leaf e+ als einziges auch mit einem Taxi-Paket von INTAX bestellbar ist.

Wie der Test zeigte, verfolgen die Hersteller unterschiedliche Ladestrategien. Am besten fand der Club den Audi e-tron, der zwischen 10 und 80 Prozent der Batteriekapazität mit knapp 150 kW Ladeleistung kontinuierlich lädt. Der Mercedes-Benz EQC dagegen regelte seine Ladeleistung schon ab 40 Prozent der Ladekapazität herunter. Wegen der deutlich geringeren Ladeleistung stuft der ADAC den Nissan Leaf e+ als nur bedingt langstreckentauglich ein. Das gilt auch für den Renault Zoe und das Auslaufmodell Opel Ampera-e, das letzte Überbleibsel der Zusammenarbeit von Opel und General Motors.

Während der Audi e-tron innerhalb der ersten 10 Minuten rund 113 Kilometer Reichweite nachlud, schaffte der Nissan Leaf e+ in dieser Zeit nur 40 Kilometer. Nach 30 Minuten erreicht der Audi eine Reichweite von 305 Kilometern, während es beim Leaf nur 124 Kilometer sind. Wie der Club erläutert, dauert das Aufladen von 80 auf 100 Prozent der Batteriekapazität unverhältnismäßig lange. Deshalb geben die Hersteller meist nur die Aufladezeit bis 80 Prozent an, freilich ohne ihre Ladekurve zu offenbaren.

Der ADAC stuft Elektrofahrzeuge als langstreckentauglich ein, wenn sie real mindestens 300 Kilometer Reichweite bieten und in 30 Minuten mindestens 200 Kilometer Reichweite nachladen können.

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