Ford Europa will zurück in die Spur: Sieben neue Modelle - auch PHEV und REEV
Der kriselnde Autohersteller Ford will zurück in die Erfolgsspur und hat bei einem Treffen mit europäischen Händlern und Partnern in Salzburg eine neue Vision für seine Zukunft in Europa vorgestellt. Mit einer umfassenden Produkt- und Technologieoffensive für Gewerbe- und Privatkunden soll das "Engagement für europäische Autofahrer und Unternehmen" erneuert werden, heißt es. Flankiert wird die Offensive mit der globalen Markenplattform Ready-Set-Ford, die die Stärken der Marke in den Fokus nimmt. Build, Thrill und Adventure (Anpacken, Nervenkitzel und Abenteuer).
Die aktuell erfolgreiche Nutzfahrzeugsparte Ford Pro soll dabei als Blaupause dienen. Ziel sei es, sich vom Fahrzeughersteller zum Produktivitätspartner für europäische Unternehmen zu entwickeln. Seit elf Jahren in Folge sei Ford Pro Europas führende Nutzfahrzeugmarke. Dabei werden Software und Dienstleistungen genutzt, um die Rentabilität jedes Fahrzeugs zu maximieren. Das soll einzahlen auf Fords globales Ziel, 25 Prozent des EBIT von Ford Pro aus Software- und Serviceleistungen zu generieren. Im ersten Quartal 2026 stiegen die weltweiten kostenpflichtigen Software-Abonnements um 30 Prozent auf 879.000, bei Bruttomargen von mehr als 50 Prozent.
„Ford Pro ist das Rückgrat unseres Europageschäfts“, wirbt Jim Baumbick, Präsident von Ford in Europa. „Wir verkaufen nicht nur Transporter und Pickups, wir liefern ein integriertes Ökosystem aus Fahrzeugen, Software und Dienstleistungen. Unsere Fahrzeuge sind marktführend, und um sie herum haben wir einen Produktivitätsbeschleuniger geschaffen, den unsere Konkurrenz nicht erreichen kann. Wir liefern unseren Kunden nicht nur eine Transportlösung, sondern gesteigerte Wirtschaftlichkeit.“
Uptime Services reduzieren Stillstandszeiten
Die Uptime Services von Ford Pro nutzen vernetzte Fahrzeugdaten und vorausschauende Intelligenz, um Probleme zu identifizieren, bevor die zu Ausfällen führen. Seit 2019 wird jedes Ford Pro Fahrzeug mit einem integrierten Modem gebaut. Heute sind mehr als 1,2 Millionen europäische Kunden vernetzt und erzeugen täglich fast sechs Millionen Statussignale. Allein im vergangenen Jahr wurden durch die vernetzten Dienste laut Ford fast eine Million zusätzliche Einsatztage für unsere Kunden ermöglicht. Die Sparte erweitert diese Funktionen nun erstmals auch auf kleine Unternehmen. Erste Pilotprojekte hätten gezeigt, dass Reparaturzeiten um bis zu 50 Prozent verkürzt werden können und 80 Prozent der Reparaturen proaktiv erkannt werden. Unterm Strich sollen daraus mehr Betriebszeit, produktivere Tage und mehr Umsatz mit jedem Fahrzeug resultieren. Und für die Händlerschaft wiederum mehr Service-Anfragen, eine stärkere Kundenbindung und ein deutlich höheres Umsatzpotenzial, so das Versprechen. Der Händler werde zum "datengestützten Produktivitätspartner", der über die Erkenntnisse, Werkzeuge und Konnektivität verfügt, um den Umsatz seiner Gewerbekunden zu sichern, so die Vision.
Ranger Super Duty: Militärische Zwecke im Blick
Ford Pro erweitert zudem die Produktpalette um zwei neue Fahrzeuge, die für sehr unterschiedliche, aber gleichermaßen anspruchsvolle Aufgaben konzipiert wurden. Der Ranger Super Duty soll extreme Leistungsfähigkeit bieten. Der Pickup ist seit elf Jahren in Folge Europas meistverkaufter Pickup. Der neue Ranger Super Duty erweitert die Familie für die anspruchsvollsten Einsätze der Welt – Rettungsdienste, Forstwirtschaft, Bergbau und Militär. Er bietet ein zulässiges Gesamtzuggewicht (Nutzlast + Anhängelast) von 8 Tonnen und zieht bis zu 4,5 Tonnen und fährt eine Nutzlast von fast 2 Tonnen auf, basierend auf einem Heavy-Duty-Fahrwerk, zusätzlichem Unterbodenschutz und hoher Bodenfreiheit direkt ab Werk.
„Europäische Regierungen und Umrüster für die Verteidigungsindustrie suchen zunehmend nach Serienfahrzeugen, die die extremen Anforderungen des Militärs erfüllen“, meint Baumbick. „Der Ranger Super Duty ist genau das richtige Fahrzeug dafür. Er ist der leistungsfähigste Ranger, der je gebaut wurde, und schafft ein neues Heavy-Duty-Truck-Segment in Europa. Er ist in großen Stückzahlen direkt ab Werk verfügbar.“
Transit City als China-Kooperation: Werkzeug für kostenbewusste Firmen
Der Transit City wiederum wurde als elektrischer Transporter speziell für Flotten in dicht besiedelten städtischen Gebieten entwickelt. Man wolle für immer mehr Städte mit Zufahrtbeschränkungen für Verbrenner einen einfachen und kostengünstigen Weg für den Umstieg bieten, heißt es. Um die Komplexität gering und die Kosten niedrig zu halten, wird er in einer einzigen Standardkonfiguration angeboten, in drei Varianten, einschließlich einer Fahrgestell-Version für individuelle Aufbauten. Noch ab diesem Jahr soll der E-Van verfügbar sein.
Eine neue Ära für Ford-Pkw in Europa
Mit Blick auf die hundertjährige Rennsporttradition, insbesondere im Rallyesport will der Hersteller Offroad-DNA mit Onroad-Performance nutzen, um Fahrzeuge mit Rally-Genen schaffen, die auf Europa zugeschnitten sind. Das neue europäische Lineup schwenkt eher zurück und soll "Multi-Energy-Fahrzeuge" bieten, "bei denen Nervenkitzel und Abenteuer mit Kontrolle und Präzision einhergehen", wie man wirbt. Bis Ende 2029 wird der Hersteller fünf komplett neue Pkw-Modelle auf den Markt bringen, die in Europa für Europa gefertigt werden.
Bronco, EV-Kleinwagen, E-SUV & Co:
Das neue Multi-Energy Mitglied der Bronco-Familie ist ein robuster Kompakt-SUV, das ab 2028 im Ford-Werk in Valencia, Spanien, produziert wird. Der elektrische Kleinwagen soll markantes Design mit der marken-typischen Fahrdynamik kombinieren und „Race-to-Road“-Fähigkeiten in das B-Segment bringen. Ein kleiner Elektro-SUV soll als dynamischer, voll elektrischer Kompekter eine "rallye-geprägte Designsprache und Fahrdynamik in einem stadttauglichen Paket" bieten. Dazu gesellen sich zwei Multi-Energy Crossove, die ebenfalls Rally-Gene auffahren sollen, bis Ende 2029.
„Wir unterstützen Fords Strategie, in Europa in die Offensive zu gehen, voll und ganz“, trommelt Nicola Gilda, Geschäftsführerin der Peoples Automotive Group und Vorsitzende des europäischen Händlerrats von Ford für das Comeback. „Aufbauend auf dem Erfolg von Ford Pro und dem Einsatz der Ford Rennsporttradition für das Design der neuen Pkw – das alles macht deutlich, Ford ist zurück, um zu gewinnen.“
Partnerschaften für Schnelligkeit und zur Nutzung von Skaleneffekten
Strategische Partnerschaften sieht Ford von zentraler Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit in Europa an. Man wolle Skaleneffekte erschließen und Mehrwert schaffen, sowohl im Nutzfahrzeug- als auch im Pkw-Segment. Durch die Bündelung von Fachwissen, vorhandener industrieller Struktur und Zuliefererbasis von Ford und seinen Partnern gewinnen beide Seiten Effizienz, Wettbewerbsfähigkeit und Fertigungsreichweite, die erforderlich sind, um in einer der wettbewerbsintensivsten Regionen der Welt erfolgreich zu sein, heißt es.
„Das sind nicht einfach nur Deals. Das sind strategische Hebel“, sagte Baumbick. „Wir arbeiten mit den Besten zusammen, um schnell und in großem Maßstab voranzukommen und wir konzentrieren uns ganz auf das Produkt, um leidenschaftliche, unverkennbare Ford-Fahrzeuge zu liefern.“
Im Kleingedruckten kann man dann aber eine deutliche Kurskorrektur herauslesen: Man setze sich zwar dafür ein, seine Kunden auf dem Weg in eine emissionsfreie Zukunft zu unterstützen. "Wenn jedoch Emissionsziele von der realen Verbrauchernachfrage entkoppelt werden, sind die Folgen kontraproduktiv: Käufer behalten ältere Fahrzeuge mit höheren Emissionen länger, und die Wirtschaftlichkeit industrieller Investitionen wird untergraben", formuliert der Hersteller verklausuliert.
Darüber hinaus müssten die „Made in Europe“-Regeln die Wirklichkeit integrierter regionaler Lieferketten sowie die wichtige Rolle regionaler Partner wie der Türkei, Marokkos und Großbritanniens in unserem industriellen Ökosystem widerspiegeln, so der Appell an die Politik. Der Ausschluss oder die Beschränkung dieser Märkte werde die europäische Wettbewerbsfähigkeit untergraben und letztlich die Kosten für die Verbraucher erhöhen, warnen die Fordianer.
"Was Europa dringend benötigt, ist ein regulatorischer Rahmen, der die Ziele mit der Wahlfreiheit der Verbraucher in Einklang bringt und einen realistischen, verlässlichen Planungshorizont bietet", so das Unternehmen.
Stattdessen fordert man "einen kundenorientierten Ansatz": Realistische Ziele und die richtige Ladeinfrastruktur: CO2-Ziele müssen die tatsächliche Nachfrage der Verbraucher und die Realität der Infrastruktur widerspiegeln, heißt es. Ein Übergang, der schneller erzwungen wird, als der Markt sich bewegen kann, birgt die Gefahr einer Verlangsamung der Erneuerungsrate des Fahrzeugbestands – ein entscheidender Faktor bei der Emissionsreduzierung, rudert der Hersteller von den eigenen, ambitionierten Elektrifizierungsplänen zurück.
Neuer Pfad mit alten Konzepten: Auch PHEV und REEV berücksichtigen
Und fordert nicht weniger als einen neuen Pfad: Die Gesetzgebung müsse elektrifizierte Technologien wie Plug-in-Hybride (PHEVs) und Elektrofahrzeuge mit Range Extender (EREVs) unterstützen und fördern, da diese einen praktikablen Weg in eine voll elektrische Zukunft bieten, findet der Hersteller. Diese Technologien würden es Familien und Unternehmen ermöglichen, schon heute mit der Emissionsreduzierung zu beginnen und die elektrisch gefahrenen Kilometer zu maximieren, während die notwendige Ladeinfrastruktur in ganz Europa aufgebaut wird, meinen die Ford-Verantwortlichen.
Man reklamiert "Schutz für kleine Unternehmen"
Rund zehn Prozent der neuen Transporter sind laut Ford elektrisch angetreiben, da Unternehmen mit einer nur für Pkw optimierten Ladeinfrastruktur und Verzögerungen beim Netzanschluss für ihre Betriebshöfe zu kämpfen hätten, wie der Hersteller wissen will. Aggressive Ziele für Nutzfahrzeuge würden wie eine Steuer für Installateure, Bauarbeiter und Lieferanten wirken, die die europäische Wirtschaft antreiben.
„Wir bauen keine Fahrzeuge, um regulatorische Auflagen zu erfüllen; wir bauen sie für Menschen“, bremst Baumbick frühere Elektro-Ambitionen ein. „Der schnellste Weg zu null Emissionen ist derjenige, den die Kunden tatsächlich einschlagen werden. Wir können die Emissionsreduzierung heute mit Hybridtechnologien beschleunigen, die es den Kunden ermöglichen, immer dann elektrisch zu fahren, wenn sie können.“
Taxi-Fahrzeuge (Pkw) , Taxi-Newsletter, Taxameter, Taxi-Fahrer , BZP – Deutscher Taxi- und Mietwagenverband , Straßenverkehrsordnung (StVO) , Krankenbeförderung , Weiterbildung , Taxi-Konzessionen , Verkehrspolitik , Mietwagenbranche , Taxi-Apps , Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz BKrFQG) , Taxizentralen , Personal, Gehälter, Arbeitsschutz , Wirtschaftsnachrichten , Werbung , Taxi-Folierung , Taxi-Umrüster , Straßenverkehr , Elektromobilität, Taxifuhrpark und -flottenmanagement , Taxi-Versicherungen , Hybrid, Diesel, Erdgas , Taxi-Magazin