Citroën: Das 15.000-Euro-Auto kommt! Vielleicht auch als Billig-Taxi?

Mobilität zum kleinen Preis und viel Platz für unter 15.000 Euro: Citroën wird ein günstiges Basismodell auf den Markt bringen. Vielleicht bietet das „Volksauto” à la „Enten-Nachfolger” sogar genug Platz, um als Billig-Taxi zu glänzen?

Nein, genau so wird er wohl nicht aussehen. Unser Kollege von der Vision Mobility hat die KI einfach mal mit den letzten Studien und Infos der Franzosen gefüttert - wir haben daraus noch ein  Taxi gemacht. |Foto: Open AI
Nein, genau so wird er wohl nicht aussehen. Unser Kollege von der Vision Mobility hat die KI einfach mal mit den letzten Studien und Infos der Franzosen gefüttert - wir haben daraus noch ein Taxi gemacht. |Foto: Open AI
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Die britischen Kollegen von Autocar sind immer ganz vorn dabei, wenn es um automobile Zukunft geht und „bestätigen“ jetzt die Wiedergeburt der Ente. Aber ganz anders! Es wird ein günstiges Basismoell geben und CEO Xavier Chardon ordnet dem Projekt exakt „denselben Zweck“ zu, den der 2CV – auch bekannt als „Ente“ – Ende der 1940er-Jahre hatte. Das neue Modell soll in einem europäischen Automarkt Käufer ansprechen, in dem die Nachfrage stagniert. Aber er erklärt:

„Nostalgie um der Nostalgie willen ist kein Allheilmittel“

Und damit ist eigentlich schon alles gesagt: Der neue kleine Elektro-Citroën soll also nicht mit Baskenmütze, Wellblech und Croissant im Handschuhfach vorfahren, nur damit irgendwo ein Marketingmensch feuchte Augen bekommt.

Es geht nicht um die Form der „Ente“, sondern um ihren Job!

Nein, es geht nicht um die Form der alten Ente, sondern um ihren Job. Damals sollte der 2CV Frankreich wieder mobil machen. Heute soll ein elektrischer Winzling Europa daran erinnern, dass Neuwagen nicht zwingend so viel kosten müssen wie ein renovierungsbedürftiges Reihenhaus am Stadtrand von Lyon.

Die britischen Kollegen von Autocar, die bei automobiler Zukunft gern „in der ersten Reihe sitzen“, berichten: Citroën arbeitet an einem neuen A-Segment-Elektroauto für unter 15.000 Euro. Chardon nennt so ein Modell „absolut entscheidend“, weil der europäische Automarkt derzeit etwa so lebendig wirkt wie ein Dieselverbot auf einem Oldtimertreffen. Nach Covid hätten sich die USA, China und sogar Südamerika wieder berappelt, Europa dagegen fehlen laut Chardon weiterhin drei Millionen Neuwagenkäufer pro Jahr. Der Grund? Kaum noch Autos unter 15.000 Euro. Überraschung: Wenn Kleinwagen plötzlich Premiumpreise tragen, fährt man eben weiter den zwölf Jahre alten C3 mit Sitzbezügen aus der Ära Sarkozy.

Premiere im Oktober 2026 in Paris

Und genau da will Citroën ansetzen. Das neue Stadt-Elektroauto könnte schon im Oktober auf dem Pariser Autosalon als Konzept auftauchen und soll „genau denselben Zweck“ erfüllen wie der 2CV Ende der 1940er-Jahre: billig zu bauen, billig zu kaufen, nützlich wie ein Taschenmesser und charmant genug, dass man ihm kleinere Peinlichkeiten verzeiht. Chardon verweist darauf, dass das Durchschnittsalter europäischer Autos in nur fünf Jahren um mehr als zwei Jahre gestiegen ist und inzwischen bei über zwölf Jahren liegt. Mit anderen Worten: Europas Fuhrpark wird langsam so antik, dass man ihn bald mit Audioguide besichtigen kann.

Als historische Blaupause dienen Volksautos wie Citroën 2CV, Fiat 500, VW Käfer und Austin Mini, die nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur Menschen, sondern ganze Volkswirtschaften wieder in Bewegung brachten. Die moderne Antwort soll nun ein elektrischer Kleinstwagen werden, passend zur kommenden europäischen „E-Car“-Gesetzgebung und möglichst so konstruiert, dass Citroën daran nicht bei jedem verkauften Exemplar einen kleinen gallischen Weinkrampf bekommt.

Indirekt will man den C1 ersetzen und ein „Zwischenmodell“ zwischen Ami und C3 schieben

Indirekt ersetzt der Wagen den alten benzinbetriebenen C1 und könnte, wenn er in den nächsten Jahren startet, zu den günstigsten vollwertigen Elektroautos auf dem Markt gehören – mehrere tausend Euro unter dem ë-C3, der ja bereits als halbwegs erschwinglich gilt.

Eine rollende Retro-Ente muss man trotzdem nicht erwarten. Chardon sagt sinngemäß: Entscheidend ist nicht, ob das Auto aussieht, als könne es zwei Bauern, einen Korb Eier und eine sehr beleidigte Ziege über ein Feld tragen. Entscheidend ist, dass es wieder Menschen mobil macht, die heute aus dem Neuwagenmarkt herausgepreist wurden. Man könne „den Bauern durch eine Krankenschwester ersetzen“, erklärt er – und trifft damit den Punkt ziemlich gut.

Der neue 2CV-Geist trägt vielleicht keine Gummistiefel mehr, sondern Sneakers, fährt durch die Stadt, lädt an der Laterne und muss vor allem eines sein: bezahlbar. 

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