Winterbetrieb bei E-Autos: Was Fahrer jetzt beachten müssen

Kälte kostet Elektroautos spürbar Reichweite und verlängert Ladezeiten. Tests zeigen besonders auf Kurzstrecken deutliche Verbrauchsanstiege. Gleichzeitig bieten Stromer im Winter praktische Vorteile wie emissionsfreies Vorheizen.

Symbolbild: Ein elektrisch betriebenes Taxi lädt an einer verschneiten Ladestation – niedrige Temperaturen beeinflussen im Winter sowohl Reichweite als auch Ladeleistung. | Foto: KI-generiert
Symbolbild: Ein elektrisch betriebenes Taxi lädt an einer verschneiten Ladestation – niedrige Temperaturen beeinflussen im Winter sowohl Reichweite als auch Ladeleistung. | Foto: KI-generiert
Kathrin Köstner

Die Zahl batterieelektrischer Fahrzeuge steigt in Bayern kontinuierlich an. Mit Blick auf die anstehende Frostperiode weist der ADAC Südbayern darauf hin, dass vor allem Neueinsteiger sich mit den Besonderheiten der Elektromobilität im Winter vertraut machen sollten. Laut aktueller ADAC-Pannenstatistik unterscheiden sich Elektrofahrzeuge hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit jedoch nicht negativ von Verbrennern. Hauptursache für Fahrzeugpannen bleibt weiterhin die Starterbatterie, während spezifische Komponenten vollelektrischer Modelle auch bei niedrigen Temperaturen keine erhöhte Störanfälligkeit zeigen.

Einflüsse niedriger Temperaturen auf Batterie und Verbrauch

Kälte wirkt sich vor allem auf die Hochvoltbatterie aus. Damit das Batteriepaket seine volle Leistungsfähigkeit entfalten kann, muss es beheizt werden. Gleichzeitig erfordert auch die Erwärmung des Innenraums zusätzliche Energie. Dadurch steigt der Verbrauch im Winter deutlich an, was zu geringerer Reichweite führt. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt auf Kurzstrecken: Laut ADAC-Tests kann der Energiebedarf hier um bis zu 70 Prozent höher liegen.

Niedrige Temperaturen beeinflussen zudem das Ladeverhalten. Ist der Akku nicht im idealen Temperaturbereich, reduziert sich die Ladeleistung an Schnellladesäulen. Moderne Elektrofahrzeuge kompensieren dies durch ein automatisches oder manuell aktivierbares Vorheizen der Batterie, das beispielsweise ausgelöst wird, wenn eine Ladesäule als Navigationsziel eingestellt ist. Dadurch lässt sich die maximale Ladeleistung wieder erreichen.

Komfortgewinn durch Vorkonditionierung

Trotz des höheren Energiebedarfs bieten Elektrofahrzeuge im Winter funktionale Vorteile. Sie lassen sich im Stand emissionsfrei vorheizen. Über entsprechende Fahrzeug-Apps kann der Innenraum vor Fahrtantritt auf die gewünschte Temperatur gebracht werden, was das Enteisen der Scheiben erleichtert oder überflüssig macht. Befindet sich das Fahrzeug währenddessen an einer Wallbox, wird die benötigte Energie direkt aus dem Stromnetz bezogen und reduziert die Reichweite auf der anschließenden Fahrt nicht weiter. (Quelle: ADAC)

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