Digital mit Rezept: Wie opta data an der Zukunft der Heilmittelversorgung mitwirkt

Ein neuer Verband will Bewegung in die Digitalisierung der Heilmittelbranche bringen. Die opta data Gruppe ist von Beginn an dabei – mit viel Erfahrung und klaren Zielen.

Seit über 50 Jahren bietet optadata Lösungen und Abrechnungsdienstleistungen für Leistungserbringende im Gesundheitswesen.| Foto: optadata
Seit über 50 Jahren bietet optadata Lösungen und Abrechnungsdienstleistungen für Leistungserbringende im Gesundheitswesen.| Foto: optadata

Es sind oft die kleinen Prozesse, die den Alltag in medizinischen Praxen aufhalten: der Gang zum Drucker, das Ausfüllen eines Formulars, die Post an die Krankenkasse. In der Heilmittelversorgung – etwa in Physiotherapiepraxen, Logopädiezentren oder bei Ergotherapeuten – summieren sich diese Abläufe zu echten Zeitfressern. Ein neuer Verband will nun helfen, solche Prozesse zu digitalisieren. Mit der elektronischen Verordnung (eVerordnung) soll der Schritt ins digitale Zeitalter gelingen.

Zu den Gründungsmitgliedern des „Verbands für digitale Standards im Heilmittelbereich“ (VdSH e. V. i.G.) gehört die opta data Gruppe aus Essen. Das Unternehmen ist in der Branche kein Unbekannter. Seit über 50 Jahren bietet es digitale Lösungen und Abrechnungsdienstleistungen für Leistungserbringende im Gesundheitswesen. Nun bringt es sein Know-how in den neuen Verband ein.

Digitalisierung im Takt der Branche

„Wir gestalten seit über fünf Jahrzehnten die digitale Transformation im Gesundheitswesen aktiv mit“, sagt Dr. Jan Helmig, Geschäftsführer der opta data Gruppe.

Die Digitalisierung der Heilmittelversorgung sei ein komplexes Vorhaben – nicht zuletzt, weil viele Akteure mit sehr unterschiedlichen technischen Voraussetzungen beteiligt sind. Der neue Verband, so Helmig, wolle hier eine gemeinsame Sprache schaffen. Oder genauer: einheitliche Standards, auf die sich alle Beteiligten verlassen können.

Dreh- und Angelpunkt der Verbandsarbeit ist die eVerordnung – also die elektronische Variante des bisherigen Papierrezepts. Sie soll nicht nur den Dokumentationsaufwand senken, sondern auch für mehr Sicherheit und Effizienz sorgen. Künftig sollen Verordnungen digital erstellt, übermittelt und verarbeitet werden – von der Arztpraxis über die Leistungserbringung bis hin zur Abrechnung mit den Krankenkassen.

Telematik und Praxisalltag

Damit das funktioniert, braucht es nicht nur gute Software, sondern auch stabile Schnittstellen. Die Telematikinfrastruktur, kurz TI, bildet dabei das digitale Rückgrat. Sie verbindet Akteure im Gesundheitswesen, sichert sensible Daten und ermöglicht neue Anwendungen wie das E-Rezept. Doch bislang ist die TI in vielen Heilmittelpraxen eher Theorie als Praxis.

Hier setzt der VdSH an. Er versteht sich als Interessenvertretung der Branche – gegenüber der Politik, gegenüber der gematik, der zuständigen Bundesgesellschaft für digitale Gesundheitsanwendungen, und gegenüber den Kassen. Ziel ist es, die Prozesse durchgängig zu digitalisieren und dabei offen zu bleiben für verschiedene IT- und Abrechnungsstandards.

Gemeinsam Standards setzen

Die Liste der Gründungsmitglieder liest sich wie ein Who’s who der Abrechnungs- und Softwaredienstleister im Heilmittelbereich: Neben opta data zählen unter anderem NOVENTI, Optica und thevea dazu. Auch sie haben in der Vergangenheit Erfahrungen mit großen Digitalisierungsprojekten gesammelt – etwa bei der Einführung des E-Rezepts in Apotheken.

„Die Einführung der eVerordnung ist ein Meilenstein für die Branche – sie kann aber nur gelingen, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen“, sagt Helmig.

Das klingt nach Kooperationsbereitschaft, aber auch nach der Forderung nach klarer politischer Unterstützung. Denn ohne gesetzliche Grundlagen und Förderprogramme wird die Digitalisierung auf halber Strecke stecken bleiben.

Anspruch und Alltag

Die opta data Gruppe bringt dabei mehr als Technik mit: Sie kennt die wirtschaftlichen Zwänge kleiner Heilmittelpraxen, die nicht selten mit knappen Ressourcen arbeiten. Gerade deshalb will man bei opta data keine Insellösungen bauen, sondern praktikable Anwendungen entwickeln, die in den Alltag der Praxen passen.

Ob das gelingt, wird sich zeigen. Die Erwartungen sind hoch, der Digitalisierungsdruck wächst – nicht zuletzt durch den Fachkräftemangel, steigende Anforderungen an die Dokumentation und die wachsende Zahl von Patientinnen und Patienten.

Ein digitales Rezept allein wird diese Herausforderungen nicht lösen. Aber es könnte der Anfang sein für eine modernere, effizientere Heilmittelversorgung. Und ein Stück weit auch für eine Entlastung derjenigen, die tagtäglich daran arbeiten.

 

 

Hintergrund: Was ist eine eVerordnung?

Die elektronische Verordnung ersetzt das bisherige Papierformular für Heilmittel wie Physiotherapie oder Logopädie. Ärztinnen und Ärzte stellen die Verordnung digital aus, übermitteln sie über die Telematikinfrastruktur an die Leistungserbringer, die sie wiederum digital bearbeiten und zur Abrechnung weitergeben können. Ziel ist eine durchgängige digitale Prozesskette.

 

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