Glasgow: Volvo bekennt sich zum Verbrenner-Ende

Auch die schwedische Tochter des chinesischen Geely-Konzerns unterzeichnet die angekündigte Erklärung zum emissionsfreien Straßenverkehr auf der Klimakonferenz in Glasgow und kündigt die interne CO2-Bepreisung als Maßgabe für die Rentabilität von Automobilen an.

Schlussakkord als Anfang: Volvo-CEO Håkan Samuelsson setzt in Glasgow einen Akzent und treibt das Unternehmen mit einer internen CO2-Bepreisung noch ambitionierter an. | Foto: Volvo Cars
Schlussakkord als Anfang: Volvo-CEO Håkan Samuelsson setzt in Glasgow einen Akzent und treibt das Unternehmen mit einer internen CO2-Bepreisung noch ambitionierter an. | Foto: Volvo Cars
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Die im Rahmen der UN-Klimakonferenz COP26 angekündigte Erklärung zum Ausstieg aus der Verbrennertechnologie und für emissionsfreie Autos und Transporter hat auch die Unterstützung der schwedischen Geely-Tochter Volvo Cars. Deren Präsident und CEO Håkan Samuelsson unterzeichnet gemeinsam mit führenden Vertretern aus Industrie und der Staatengemeinschaft die Erklärung. Um den eigenen CO2-Ausstoß schneller zu verringern, kündigt der Hersteller darüber hinaus einen internen CO2-Preis in Höhe von 1.000 Schwedischen Kronen (rund 101 Euro) pro Tonne CO2 über alle Geschäftsbereiche hinweg an. Bis 2040 will man ein klimaneutrales Unternehmen sein.

Schweden hoffen auf Nachahmer mit mehr Ambitionen

In der passend zum Weltverkehrstag vorgestellten Erklärung von Glasgow verpflichten sich Branchenführer und Regierungen, konventionell angetriebene Fahrzeuge schrittweise auszumustern – bis 2035 in führenden Märkten und bis 2040 sogar weltweit. Die Schweden verfolgen dabei eigene Klimaschutzziele, die über diese Verpflichtungen hinausgehen und wollen schon 2025 mehr als die Hälfte des weltweiten Volvo Absatzes auf vollelektrische Fahrzeuge absetzen, ab 2030 ausschließlich reine Elektroautos. Mit der Unterzeichnung unterstützt der schwedische Premium-Automobilhersteller auch die sogenannten „Race to Zero“ Ziele. Das Unternehmen hoffe, dass Industrie und Regierungen gemeinsam einen beschleunigten Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe erreichen können, der sich enger am eigenen Zeitplan orientiert, formulierten die Schweden weiter.

„Unser Plan, bis 2030 ein reiner Elektroautohersteller zu werden, ist einer der ehrgeizigsten in der Branche, aber wir können den emissionsfreien Verkehr nicht allein realisieren. Die Zeit für Maßnahmen für den Klimaschutz ist jetzt.“, unterstrich Håkan Samuelsson, Präsident und CEO von Volvo Cars.

Neuer Ansatz: Nachhaltigkeitsprüfung durch CO2-Preis

Beim internen CO2-Preissystem sei der Preis dabei absichtlich deutlich höher angesetzt als von Organisationen wie der Internationalen Energieagentur empfohlen. Damit stelle man sich zukunftssicher auf und komme möglichen Regulierungen zuvor, da in den kommenden Jahren voraussichtlich immer mehr Regierungen eine CO2-Bepreisung einführen werden, erläuterte der Hersteller weiter.

Im Rahmen der internen Regelung wird jedes künftige Automobilprojekt einer „Nachhaltigkeitsprüfung“ unterzogen. Für jede erwartete Tonne CO2 während des gesamten Fahrzeuglebenszyklus fällt der Preis an. Als Zielvorgabe müsse jedes Automodell auch bei einer strengen CO2-Bepreisung rentabel sein, weshalb bei projekt-, beschaffungs- und fertigungsbezogenen Entscheidungen jeweils die nachhaltigste Option zu wählen sei, präzisierte das Unternehmen.

„Ein globaler und fairer CO2-Preis ist entscheidend, damit die Welt ihre Klimaziele erreichen kann. Wir alle müssen mehr tun“, forderte Björn Annwall, Chief Financial Officer (CFO) bei Volvo Cars.

Aus seiner Sicht sollten fortschrittliche Unternehmen vorangehen, indem sie einen internen CO2-Preis festlegen. Indem man künftige Autos nach ihrer CO2-bereinigten Rentabilität bewerten, erwarten die Schweden eine Beschleunigung der Maßnahmen zur Erkennung und Reduktion von CO2-Emissionen.

Mehr Transparenz als Ziel

Das Unternehmen hat außerdem beschlossen, die finanzielle Transparenz zu erhöhen. Die Finanzwelt erhalte weitere Einblicke in den Erfolg der Elektrifizierungsstrategie und der allgemeinen Transformation des Unternehmens. Hierfür würden ab dem Jahr 2022 mit jedem Quartalsbericht individuelle Finanzkennzahlen zum elektrischen und nicht-elektrischen Geschäft offengelegt, versprach der Hersteller.

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