VDA-Vorschlag: Ladepflicht für Hybrid

Der Verband überrascht mit einem konstruktiven Vorschlag, wie sich kurzfristige Industriepolitik mit Umweltschutz besser vereinbaren ließe und schlägt eine Ladepflicht für Hybrid-Fahrzeuge vor. Dabei soll eine bestimmte Distanz elektrisch zu fahren sein, sonst wird die Leistung des Benziners gedrosselt. 

Stärker unter Strom: Plug-in-Hybride sollen nach einem Vorschlag des VDA künftig häufiger im E-Modus fahren müssen. | Foto: Mercedes-Benz
Stärker unter Strom: Plug-in-Hybride sollen nach einem Vorschlag des VDA künftig häufiger im E-Modus fahren müssen. | Foto: Mercedes-Benz
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der Verband der Automobilindustrie hat in der aktuellen Debatte um die Rückabwicklung des EU-Verbrennerausstiegs 2035 und eine etwaige stärkere Berücksichtigung von Hybridfahrzeugen einen überraschenden Vorschlag gemacht. Es wäre sinnvoll, Fahrer von Elektroverbrennern, sprich Hybriden, zu "motivieren", mehr Strecken elektrisch zurückzulegen, erklärte VDA-Präsidentin Hildegard Müller gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Man müsse das elektrische Fahren "gezielt fördern". So könnten "Hybride so konzipiert werden, dass regelmäßiges Ladesn verpflichtend ist". Im Rahmen einer bestimmten, noch festzulegenden Fahrstrecke soll demnach zumindest einmal die Batterie geladen werden müssen. Ist das nicht der Fall, solle der Motor gedrosselt werden. Das fördere die Nutzung des Elektromodus, glaubt Müller. 

Zuletzt hatten sich auch die Chefs der Bundesländer in die Debatte eingeklinkt und gegen ein aus ihrer Sicht "starres Verbot der Verbrennertechnologie 2035 ohne Rücksicht auf seine tatsächliche Umsetzbarkeit" plädiert. Das würde, finden die Ministerpräsidenten, industrielle Kernkompetenzen und die Wettbewerbsfähigkeit des Automobilstandortes Deutschland gefährden und die Akzeptanz der E-Mobilität generell, glauben die MPs. Gleichwohl sei "die Zukunft elektrisch, da gibt es auch kein Deuteln", wie stellvertretend der Rheinland-Pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer als Vorsitzender der MPK zu Protokoll gab. Es brauche aber einen Übergang über 2035 hinaus, um die Industrie in Deutschland und Europa zu schützen. 

In China wird aktuell jedes zweite Modell elektrisch verkauft, Tendenz weiter steigend, wobei der Markt zu den New Energy Vehicles auch Plug-in-Hybride zählt. Jedes zweite reine Elektroauto weltweit fährt im Reich der Mitte.   

Logobanner Liste (Views)