Tesla Model Y im taxi-heute Test – Effizienter Raumkünstler mit kleinen Schwächen
Kaum ein Midsize-SUV bietet mehr Stauraum. Vorne der 116-Liter-Frunk, hinten 822 bis 2.138 Liter plus ein großes Unterfach. Die Innenraumlänge von bis zu 2,10 Metern erlaubt es, sperriges Gepäck oder Kinderwagen problemlos unterzubringen. Für Schichtfahrer praktisch: Alle Teppichelemente und Abdeckungen lassen sich herausnehmen und leicht reinigen. Auch der ebene Boden im Fond erleichtert Mitfahrern den Ein- und Ausstieg.
Komfort: Licht und Schatten
Während die großzügige Kopffreiheit und das helle Glasdach Pluspunkte bringen, bleiben die Sitze ein Schwachpunkt. Sie sind hart, die Kopfstützen kurz. Auf längeren Schichten kann das ermüdend sein – sowohl für Fahrerinnen und Fahrer als auch für Fahrgäste. Ablagen und kleine Helfer wie Taschenhaken im Kofferraum fehlen.
Fahrverhalten und Geräuschkomfort
Tesla hat beim Geräuschniveau nachgelegt. Steinschlaggeräusche, die beim Vorgänger noch störten, sind weitgehend verschwunden. Auch Wind- und Abrollgeräusche bleiben dezent. Damit eignet sich das Model Y für lange Fahrten im Schichtbetrieb. Weniger gelungen ist die Abstimmung des Fahrwerks: Es wirkt straff, manchmal unangenehm hart – auf schlechten Straßen ein Nachteil.
Bedienung: gewöhnungsbedürftig
Das gesamte Fahrzeug wird über den großen Zentralbildschirm gesteuert. Im Stand funktioniert das gut, im Fahrbetrieb lenkt es ab. Funktionen wie Klimatisierung oder Handschuhfach sind nur über Menüs erreichbar. Auch die Sprachsteuerung ist nicht zuverlässig. Dass selbst der Blinker nicht mehr über einen klassischen Hebel läuft, erfordert Gewöhnung – für Vielfahrer eher ein Ärgernis.
Laden und Betriebskosten
Das Laden am Supercharger funktioniert fast immer problemlos: Einstecken, kurz warten, los geht’s. Die Ladeleistung ist hoch, die Ladeplanung zuverlässig. Mit 77-kWh-Akku und 255 kW Leistung ist das Model Y effizient und kommt im Praxisverbrauch an Škoda Enyaq und VW ID.4 heran. Allerdings: Leasingraten um die 500 Euro im Monat und vergleichsweise hohe Versicherungskosten können die Wirtschaftlichkeit schmälern.
"Neubau": Zum Facelift wurde auch der Rohbau geändert. Leider treibt "Gigacasting" (Vorder- und Hinterwagen mehr oder weniger aus einem Stück) die Versicherungstarife nach oben. | Foto: G. Soller
Mit 4,79 Meter Länge bleibt das Model Y mitten in der Mittelklasse. | Foto: G. Soller
Superpraktisch: Der Taster zum Umlegen und Aufstellen der Rückenlehnen der Rücksitze. | Foto: G. Soller
Die Fußmatten sind hochflorig und wertig, per Klett verlegt und stammen aus Ungarn. | Foto: G. Soller
Die Hutablage reist etwas kürzer nach Grünheide: Sie stammt aus Polen. | Foto: G. Soller
Schnell mal Schnellladen? Kein Problem! Auch bei 75% SOC noch mit gut 60 kW. | Foto: G. Soller
Praktisch: Auto anmelden, einstecken, laden. | Foto: G. Soller
Lademenge und -kosten zeigt dann das Display an. | Foto: G. Soller
Umschalten der Rekuperation: Grundsätzlich bremst das Auto schon noch! | Foto: G. Soller
Für Kids zu klein und zu schlecht erreichbar: das Display im Fond. | Foto: G. Soller
Das Model Y gehört mit gewogenen 1.988 kg zu en leichteren Stromern und bietet eine ordentliche Zuladung. | Foto: G. Soller
Serviceerfahrungen: durchwachsen
In der Branche hört man Unterschiedliches. Manche Betriebe berichten von zuverlässigem, günstigen Betrieb, andere von Ausfällen und langen Wartezeiten im Service. Der Faktor „Standzeit“ sollte deshalb in die Kalkulation einbezogen werden.
Fazit
Für den Taxi-Einsatz punktet das Model Y mit viel Platz, leichter Reinigung und akzeptabler Geräuschdämmung. Weniger gelungen sind die Sitze und die Bedienlogik. Wirtschaftlich hängt die Entscheidung stark von Leasing- und Versicherungskonditionen ab. Der ganz große Vorsprung Teslas ist vorbei – als Raumwunder mit E-Antrieb bleibt das Model Y aber eine ernsthafte Option für Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihren Fuhrpark elektrifizieren wollen.
Ein ausführlicher Testbericht erscheint in der in der taxi heute 5, die ab 10. September 2025 erhältlich ist.
Pro und Contra für den Taxi-Einsatz
Pro
- Sehr großzügiges Platzangebot, auch für Gepäck
- Ebener Boden und gute Kopffreiheit im Fond
- Leicht zu reinigen, daher schichttauglich
- Leiser als der Vorgänger, angenehm auf Langstrecken
- Zuverlässige Ladeplanung, Supercharger-Netz dicht und komfortabel
Contra
- Sitze hart und wenig komfortabel für lange Schichten
- Straffes Fahrwerk, wenig komfortabel auf schlechten Straßen
- Bedienung fast ausschließlich über Zentralbildschirm
- Fehlende Ablagen und Details (z. B. Taschenhaken, Steckdosen)
- Höhere Leasing- und Versicherungskosten als bei vergleichbaren Modellen
- Servicequalität stark schwankend
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