Opel streicht beim Taxi-Flaggschiff die Segel

Mit dem E-Klasse-Wettbewerber Insignia hat Opel sein letztes eigenständiges Modell still und heimlich eingestellt.

Den Opel Insignia Sports Tourer als vielseitigste Variante der Baureihe kann man allenfalls noch als Gebrauchtwagen zum Taxi oder Mietwagen umrüsten lassen. (Foto: Dietmar Fund)
Den Opel Insignia Sports Tourer als vielseitigste Variante der Baureihe kann man allenfalls noch als Gebrauchtwagen zum Taxi oder Mietwagen umrüsten lassen. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Inmitten des PR-Gewitters, das die Autohersteller zur Ankündigung neuer, immer aufwändigerer und teurer Modelle inszenieren, sind manchmal die nicht geschriebenen Pressemitteilungen weitaus interessanter als die von Marketing-Schwaflern diktierten. Noch Mitte Januar 2023 hat die Zeitschrift AutoBild die Mittelklasse-Baureihe Insignia als verkanntes Modell hochgelobt, doch bestellen kann man es schon länger nicht mehr. Einem Hinweis eines im Taxi-Verkauf bisher stark engagierten Opel-Verkäufers folgend, hat taxi heute bei der Presseabteilung des Mutterkonzerns Stellantis nachgefragt, seit wann man das Modell nicht mehr bestellen kann. Die letzte im Internet noch abrufbaren Preislisten für die Limousine Grand Sport und den Kombi Sports Tourer stammen immerhin vom 6. April 2022. Man konnte sie Ende Januar 2023 immer noch aus der Übersicht der Opel-Modelle heraus herunterladen.

Opel treibe den Wandel zur reinen Elektromarke bis 2028 voran und bereite die Markteinführung mehrerer „hochmoderner“ Elektromodelle vor, erklärte ein Sprecher von Opel. Der Opel Insignia sei 2017 auf einer Fahrzeugplattform eingeführt worden, die von der ehemaligen Opel-Muttergesellschaft General Motors nicht für die Elektrifizierung ausgelegt worden sei.

„Als Folge der CO2-Vorgaben und des Fokus auf den schnellen Hochlauf neuer Fahrzeuge in Rüsselsheim, darunter die Multi-Energy-Modelle Opel Astra und DS4, wurde die Insignia-Produktion Ende des vergangenen Jahres beendet. Am Nachfolgemodell des Flaggschiffs arbeitet Opel intensiv“, heißt es in der Stellungnahme.

Damit verbleiben den Opel-Verkäufern nur noch die Pkw-Varianten der Nutzfahrzeug-Baureihen Opel Combo-e Life, Opel Vivaro-e und Opel Zafira-e Life, die auch Opels Entwicklungs- und Umrüstpartner INTAX in seiner Taxi-Manufactur aufführt. Wie man aus ihren Namenszusätzen ablesen kann, sind sie nur mit batterieelektrischem Antrieb bestellbar. Da sie mit dem ersten Elektro-Antriebsstrang von Peugeot ausgerüstet werden, sind ihre Reichweiten zu bescheiden, um die Reichweiten-Angst vieler Taxi- und Mietwagenunternehmer auszuräumen. Gleichzeitig sind ihre On-Board-Lader und ihre Schnelllademöglichkeiten vergleichsweise langsam.

INTAX führt auf seiner Seite übrigens noch das alte Modell des Opel Movano auf, das auf dem Renault Master basierte. Inzwischen haben die Rüsselsheimer hier die Pferde gewechselt und auf den Fiat Ducato als Basis umgestellt.

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