Taxler stellen Fragen zu Uber-Projekt in Falkensee

Vertreter der Taxi-Innung Falkensee wollen in der nächsten Stadtverordnetenversammlung nachfragen, weshalb das in ihrer Stadt gestartete Bahn-Zubringer-Projekt von Uber nicht zuvor dort besprochen wurde.

Wie zuvor in Kirchheim bei München stellt Uber Elektrofahrzeuge optisch in den Mittelpunkt. Mit einem solchen posieren hier Bürgermeister Heiko Müller (l.) und Uber-Deutschland-Chef Christoph Weigler. (Foto: Uber)
Wie zuvor in Kirchheim bei München stellt Uber Elektrofahrzeuge optisch in den Mittelpunkt. Mit einem solchen posieren hier Bürgermeister Heiko Müller (l.) und Uber-Deutschland-Chef Christoph Weigler. (Foto: Uber)
Dietmar Fund

Der Mobilitäts-Anbieter Uber hat am 11. Juni 2020 in der brandenburgischen Stadt Falkensee zusammen mit deren Bürgermeister Heiko Müller ein Pilotprojekt für zwei verschiedene Bahn-Zubringer zum Festpreis gestartet. Das erste nennt sich „Der Falkenseer“ und führt von jeder Adresse der Stadt mit knapp 44.000 Einwohnern rund um die Uhr zu den drei Bahnhöfen Falkensee, Finkenkrug und Seegefeld oder von dort zurück. In den ersten drei Monaten kostet das pro Fahrt drei Euro, danach acht Euro. Das zweite Angebot heißt „Der Spandauer“. Es verbindet zwischen 22 und 6 Uhr Falkensee mit dem ICE-Bahnhof Spandau für pauschal 15 Euro.

Das Pilotprojekt sei „bis mindestens Ende 2020“ geplant, schreibt Uber. Wie in anderen deutschen Städten und bei einem ersten ähnlichen ländlichen Projekt in Kirchheim bei München arbeite man mit lizensierten Mietwagenunternehmern zusammen, die die Fahrten mit professionellen Fahrern durchführten. Gebucht würden die Fahrten über die Uber-Apps UberX oder UberGreen.

Wie Pressesprecher Tobias Fröhlich auf Nachfrage ergänzte, können die Fahrten derzeit nur über diese beiden Apps gebucht und bezahlt werden. Uber denke aber über Alternativen für ältere Fahrgäste nach. Sein Unternehmen habe auch Interesse an einer Zusammenarbeit mit Taxiunternehmern, obwohl das Pilotprojekt erst einmal ohne sie gestartet sei. Die Pauschalpreise für die Zeit nach der Einführungsphase habe Uber festgelegt und betriebswirtschaftlich so kalkuliert, dass sie sich bei entsprechender Nachfrage rechneten und nicht subventioniert werden müssten. Die Stadt Falkensee koste der Service also nichts.

Der örtliche Taxi- und Mietwagenunternehmer Frank Gardow und der Vorsitzende der Taxi-Innung Falkensee, Alexander Sylvester, haben inzwischen in der Stadtverordnetenversammlung vertretene Parteien wegen des Projekts angeschrieben. Die Innung, die acht Mitglieder hat, habe von dort Unterstützung zugesagt bekommen. Am Mittwoch, dem 24. Juni 2020 fände die nächste Stadtverordnetenversammlung statt, in deren öffentlichem Teil sie nachfragen wollten, weshalb der Bürgermeister das Projekt eigentlich nicht mit diesem Gremium abgesprochen habe. Das sagte Frank Gardow zu taxi heute. Er muss wohl die Einwohnerfragestunde gemeint haben, denn die bereits veröffentlichten Tagesordnungspunkte der Sitzung gehen nicht auf das Pilotprojekt ein.

Wie der der SPD angehörende Bürgermeister Heiko Müller am 23. Juni über seine Pressestelle mitteilte, habe die Gemeinde in den letzten zwölf Jahren immer wieder Gespräche mit den Taxiunternehmen der Stadt beziehungsweise der Taxi-Innung gegeben. Ziel der Gespräche sei immer die Verbesserung der Taxi-Verfügbarkeit abends, in der Nacht und an Wochenenden gewesen. Das sei 2016 auch in der Stadtverordnetenversammlung ausführlich mit der Taxi-Innung und dem Taxiverband Berlin-Brandenburg diskutiert worden. Die Situation habe sich aber nicht verbessert und die Idee, Taxis aus dem nahen Berlin mit einzubinden, habe die Taxi-Innung Falkensee abgelehnt.

Das hat dann wohl die Bewerbung für das Pilotprojekt von Uber herbeigeführt. Für dieses Projekt hatte Uber Projektpartner im ganzen Bundesland Brandenburg gesucht und nun Falkensee ausgewählt.

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