Feuerwehr, Rettungsdienste und – Inklusionstaxis auf der RETTmobil

Die Internationale Leitmesse für Rettung und Mobilität in Fulda präsentierte vom 14. bis 16. Mai alles rund um Einsatzfahrzeuge, Feuerwehrtechnik und Zubehör. Außerdem sind fast alle Hersteller für Inklusionstaxis und Lösungen zur Rollstuhlbeförderung vor Ort.

Riesiger Andrang bei der RETTmobil in Fulda, der Leitmesse für Rettungsdienste und Mobilität.| Foto: Th. Kanzler
Riesiger Andrang bei der RETTmobil in Fulda, der Leitmesse für Rettungsdienste und Mobilität.| Foto: Th. Kanzler
Thomas Kanzler

Die Bilanz der Messe kann sich sehen lassen: 30.308 Fachbesucher aus insgesamt 50 Ländern haben die internationale Leitmesse für Rettung und Mobilität in Fulda besucht. Drei Tage begeisterte die RETTmobil mit ihren 483 Ausstellern das Fachpublikum.

Die internationale Leitmesse ist bekannt dafür, die neuesten Innovationen und Technologien der Branche zu präsentieren, und auch 2024 bildete da keine Ausnahme. Die Messe zeigte modernste Ausrüstung, innovative Fahrzeuge und fortschrittliche Rettungstechniken und gab so einen Einblick in die Zukunft des Rettungswesens. Neben den neuesten Produkten und Technologien stand auf der RETTmobil auch der Austausch unter Fachleuten im Mittelpunkt. Die Messe ist die ideale Plattform für Networking und das Knüpfen neuer Kontakte. Rettungskräfte aus verschiedenen Ländern und Organisationen konnten ihre Erfahrungen teilen und voneinander lernen.

Inklusionstaxis und Behindertenbeförderung

Der Bedarf an Fahrzeugen zur Krankenbeförderung steigt, für immer mehr Taxi-Unternehmer ist die Krankenbeförderung ein wichtiges wirtschaftliches Standbein. Bei unserem Rundgang über die Messe haben wir die Hersteller der Inklusionstaxis besucht.

Die Unternehmen Activa und API sind mit einem gemeinsamen Stand gleich am Eingang der Messe vertreten. Stefan Ruch, Verkaufsberater von Activa, zeigte Neben dem Ford Tourneo Connect (baugleich VW Caddy) und dem Renault Kangoo (baugleich Mercedes Citan) auch den Citroen Berlingo (die Stellantis-Familie Peugeot, Opel Toyota und Fiat Kastenwagen-Modelle sind hier baugleich) mit Heckausschnitt. Wobei der Verkaufsprofi im Gespräch dazu riet, im Zweifelsfall den Passagier im Rollstuhl bei der Auswahl des richtigen Gefährts als wichtigsten Kaufgrund zu beachten. Ein zu hart gefedertes Fahrzeug kann gerade bei Passagieren mit eingeschränkter Körperspannung bei der Fahrt über schlechtere Straßen sehr unangenehm wahrgenommen werden. Der Stellantis Fahrzeuge können auch als Elektro-Variante bestellt werden. Hier ist aber aufgrund des im Boden verbauten Akkupaketes die Neigung der Rampe etwas steiler.

AMF Bruns ist wohl der bekannteste Umrüster und hat sich den Hyundai Staria für den Umbau vorgenommen. Neben den eher Transporter-haften Inklusionstaxis anderer Hersteller wirkt der Staria geradezu futuristisch. Der Hyundai-Van ist komfortabler ausgelegt als die meisten Transporter der anderen Hersteller – die ja bauartbedingt eher zum Transport hoher Lasten ausgelegt sind. Das Pkw-Ambiente des Staria und viel Platz machen den Hyundai zur interessanten Alternative – und Hyundai ist ja einer der wenigen Hersteller, die sich noch im Taxi-Gewerbe engagieren.

Das Inklusionstaxi fast schon zum Mitnehmen – DIE Transform hat viele bereits umgerüstete Fahrzeuge auf VW Caddy-Basis direkt auf Lager. Für größere Transportaufgaben stehen Mercedes Sprinter bereit, die laut Thomas Berghoff vom Vertrieb, in kürzester Zeit zum Wunschfahrzeug umgebaut werden können.

Ebenfalls dem flexiblen Transport von Fahrgästen mit und ohne Rollstuhl widmet sich die niederländische Firma Tribus. Mit dem Bodensystem TriflexAIR lässt sich jedes Fahrzeug in einen multifunktionalen, rollstuhlgerechten Kleinbus verwandeln. Das Rollstuhl-Rückhaltesystem sei besonders leicht und fehlerfrei zu bedienen, betont Bas Verboord, Sales Manager bei Tribus.

Auch das Autohaus Bayer setzt auf den VW Caddy/Ford Tourneo Connect als Basis und stellt die Maxi-Version des Kleintransporters neben einen Sprinter mit „Hebebühne“ und modularem Bodensystem von Tribus.

Plattform, Themen- und Praxis-Workshops

Dass die Veranstaltung einen hohen Stellenwert genießt, lässt sich daran ablesen, dass die RETTmobil immer wieder als Plattform für öffentliche Anlässe gewählt wird. In diesem Jahr fand zum Beispiel die Fahrzeugübergabe eines INEOS Grenadier von der System Strobel GmbH & Co. KG an die Johanniter-Unfall-Hilfe auf dem Messegelände statt. Die Firma Volkland stellte in Anwesenheit vieler Medienvertreter ihre „Mobile Arztpraxis“ vor. Und auch die HSD Hochschule Döpfer hatte die RETTmobil als Bühne gewählt, um ihre Kooperation mit der Hire a Doctor Group öffentlich bekannt zu machen und feierlich die Partnerschaftsurkunde zu überreichen.

Nahezu komplett ausgebucht waren die Veranstaltungen des Fachprogramms. Tickets für die Themen- und Praxis-Workshops waren schon deutlich vor Messebeginn nicht mehr zu bekommen. Bei den medizinisch-rettungsdienstlichen Fortbildungen konnten Kurzentschlossene nur noch auf einzelne Restkarten hoffen.

Beim Blick auf die RETTmobil im nächsten Jahr kommt schon heute Vorfreude auf. Die spektakuläre Windenübung mit der Johanniter Luftrettung beispielsweise soll kein Einzelfall bleiben. Die Organisatoren werden überlegen, welches Szenario und welche Fachdienste bei der nächsten RETTmobil in Szene gesetzt werden könnten. An Ideen mangelt es nicht. Und auch die Mehrheit der Aussteller hat sich schon jetzt festgelegt, 2025 wieder dabei zu sein.

„Natürlich freuen wir uns über den großen Zuspruch, und die zahlreichen Rückmeldungen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, resümiert Messechef Manfred Hommel. „Die RETTmobil ist und bleibt die Messe für das gesamte Rettungswesen, mit einer Schnittstelle zur Feuerwehr. Also genau so, wie sich der Rettungsdienst draußen vor dem Messetor auch abspielt. Das ist unser Markenzeichen, daran werden wir festhalten“, verspricht Hommel.

Planung für 2025 beginnt bereits

Mit einer spektakulären Parade – kurz „dem Abhupen“ - verabschiedet sich die Blaulichtfamilie vom Messegelände in Fulda. Aber nur auf Zeit: Denn die Planungen für die RETTmobil 2025 sind schon im Gange. Die 23. Auflage der Leitmesse findet vom 14. bis 16. Mai 2025 (Mittwoch bis Freitag) in Fulda statt.

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