Fahrgast als Komplize bei Raubüberfall?

Am letzten Septemberwochenende kam es in Lübeck zu einem Raubüberfall auf einen Taxifahrer, dem dritten Überfall in Schleswig-Holstein innerhalb kürzester Zeit.
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Von Flensburg bis nach Lübeck ließ sich am Sonntagmorgen ein Fahrgast von einem 35-jährigen Taxifahrer befördern. Doch die für den Kollegen lukrativ erscheinende Fahrt endete in einem Überfall. Am Zielort Lübeck in der Luisenstraße angekommen, traten zwei dunkel gekleidete Männer an das Taxi heran und forderten mit Waffengewalt das Bargeld des Fahrers. Anschließend flüchteten die Täter sowie der Fahrgast vom Tatort.

Laut der Lübecker Polizei gibt es Hinweise, dass sich der Fahrgast und die Räuber möglicherweise kennen. Der Taxikollege sagte aus, dass sein Kunde zunächst nur Lübeck als Zielort angab und erst nach einem Handygespräch die Luisenstraße als endgültiges Ziel nannte, was für eine gemeinsam geplante Tat sprechen könnte.

Das Kommissariat 13 der Kriminalpolizei Lübeck bittet nun Zeugen, die gegen 4 Uhr etwas beobachtet haben, um sachdienliche Hinweise. Speziell die Passanten, die der Taxifahrer nach eigener Aussage in der Nähe des Holstentors nach dem Weg in die Travemünder Allee gefragt hatte, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0451/1310 bei der Polizei zu melden. Bei dem Fahrgast handelt es sich um einen etwa 1,85 Meter großen, schlanken Mann mit dunklen Haaren und einem auffälligen, seitlich in die Haare einrasierten Muster. Seine Hände waren mit Mullbinden umwickelt und einer der Räuber mit kräftiger Statur hatte einen Irokesenschnitt. Alle drei sprachen mit einem ost- beziehungsweise südeuropäischen Akzent.

Einen Zusammenhang zwischen den kürzlich begangenen Überfällen in Itzehoe (Kreis Steinburg), Kiel und nun Lübeck sieht die Polizei nicht. Trotzdem fordert Thomas Krotz, Vorsitzender des Landesverbandes für das Taxi- und Mietwagengewerbe, ein Umdenken in Bezug auf Überwachungskameras in Taxis. Auch taxi heute appelliert mit dem großen Titelthema „Das muss aufhören!“ (in der September/Oktober-Ausgabe) an die Datenschutzbeauftragten der Bundesländer, die Videoüberwachung in Taxis zum Schutz der Kollegen und zur Abschreckung von Kriminellen einheitlich zu legalisieren.

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