Kleine Fachkunde vor dem Aus: Länder wollen Zusatzprüfung für Taxifahrer abschaffen
Die Diskussion um die sogenannte „Kleine Fachkunde“ für Taxi- und Mietwagenfahrerinnen und -fahrer steht vor einer Entscheidung. In einer internen Sitzung der Konferenz der Verkehrs- und Straßenbauabteilungsleitungen der Länder haben sich 14 von 16 Bundesländern für die Streichung der Regelung aus der Fahrerlaubnisverordnung ausgesprochen. Das Votum dient als Vorbereitung für die Verkehrsministerkonferenz (VMK), die am 29. und 30. Oktober 2025 über die endgültige Abschaffung beraten wird.
Weiteres Verfahren über Bund und Ministerien
Nach einer möglichen Beschlussfassung durch die VMK soll das Thema an das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) weitergeleitet werden. Dort sollen die weiteren Schritte vorbereitet werden. Der Taxi- und Mietwagenverband Deutschland (TMV) rechnet damit, dass zeitnah ein gemeinsames Treffen von Verbänden und Ministerium stattfinden wird, um das Vorgehen zur Streichung der Regelung und mögliche Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu besprechen.
Im kommenden Jahr, voraussichtlich Mitte 2026, ist zudem eine umfassende Evaluation der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) geplant. Daran sollen Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, Bund, Ländern und Bundestag beteiligt sein. Ziel ist es, mögliche Anpassungen des Gesetzes nach fünf Jahren zu prüfen.
Hintergrund zur „Kleinen Fachkunde“
Die „Kleine Fachkunde“ war mit der PBefG-Novelle 2021 eingeführt worden, um eine zusätzliche Qualifikation für Fahrerinnen und Fahrer im Gelegenheitsverkehr mit Pkw zu schaffen. Bis heute wurde die Regelung jedoch nicht praktisch umgesetzt. Laut TMV gibt es bislang keine Prüfung und keine verbindlichen Vorgaben zu Inhalten oder Zuständigkeiten.
Die Ausarbeitung sei inhaltlich und organisatorisch ins Stocken geraten, unter anderem wegen ungeklärter Fragen zur Durchführung, zu Prüfungsinhalten und zu den zuständigen Stellen. Geplante Prüfungsmodelle hätten sich laut Verband stark an der Führerscheinprüfung orientiert und kaum Bezug zur tatsächlichen Arbeit im Gewerbe gehabt. Zudem habe sich über die Jahre ein erheblicher Rückstau an potenziellen Prüfungen aufgebaut, der kaum noch aufzulösen sei.
Verband befürwortet Streichung und fordert praxisnahe Lösungen
Der Taxi- und Mietwagenverband Deutschland spricht sich ausdrücklich für die Streichung der „Kleinen Fachkunde“ aus. Nach Ansicht des Verbands sei der bisherige Beratungsprozess ohne Ergebnis geblieben und solle beendet werden. Künftige Änderungen im Personenbeförderungsrecht sollten stärker an den praktischen Anforderungen des Gewerbes ausgerichtet sein.
Der Verband betont zugleich die Bedeutung von Qualitätssicherung und Weiterbildung innerhalb der Branche. Viele Unternehmen und Zentralen hätten in den vergangenen Jahren eigene Schulungsangebote entwickelt, um etwa Sprachkompetenzen und Kundenorientierung zu verbessern. TMV sieht darin einen zentralen Ansatz zur Professionalisierung des Berufsbildes im Taxi- und Mietwagengewerbe.
Kommunikation mit Politik und Verwaltung
Angesichts der vorzeitigen Veröffentlichung interner Beschlüsse hat der TMV die Vorsitzenden der Verkehrsministerkonferenz, das BMDV sowie zuständige Staatssekretäre über sein Rundschreiben informiert. Der Verband will damit die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Politik fortsetzen und den Austausch über praxisorientierte Regelungen im Personenbeförderungssektor weiterführen. (Quelle: TMV)
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