Abkommen zu grenzüberschreitenden Taxidiensten zwischen Finnland und Norwegen tritt im Dezember 2025 in Kraft
Das zwischen Finnland und Norwegen geschlossene Abkommen über grenzüberschreitende Taxiverkehre wird am 14. Dezember 2025 wirksam. Mit dem Inkrafttreten werden Taxitransporte zwischen beiden Staaten offiziell ermöglicht und ein einheitlicher Rahmen für die Durchführung solcher Dienstleistungen geschaffen.
Das Abkommen regelt die Rechte und Pflichten von Taxiunternehmen bei Fahrten über die Staatsgrenze hinweg, verbessert die behördliche Aufsicht und stärkt die Zusammenarbeit der beiden Länder im Verkehrssektor. Vorgesehen ist unter anderem, dass Unternehmen aus beiden Staaten Fahrgäste in den jeweils anderen Vertragsstaat befördern können. Auch Abholungen im Nachbarland und Rückfahrten in den Heimatstaat sind zulässig, sofern die Fahrt im Voraus gebucht wurde. Transitfahrten durch den anderen Staat in Drittstaaten sind gestattet, sofern unterwegs keine neuen Fahrgäste aufgenommen werden.
Die Vereinbarung wurde am 13. März 2025 in Oslo von der finnischen Verkehrs- und Kommunikationsministerin Lulu Ranne und dem norwegischen Verkehrsminister Jon-Ivar Nygård unterzeichnet. In Finnland mussten die erforderlichen nationalen Maßnahmen vor dem Inkrafttreten abgeschlossen werden. Die Bestimmungen zum Wirksamwerden der Vereinbarung und des zugehörigen Gesetzes erfolgen per Regierungsverordnung. (Quelle: Dezember 2025, valtioneuvosto.fi/en/-/1410829/finland-norway-taxi-transport-agreement-to-enter-into-force-in-december)
Moia bringt autonome ID.-Buzz-Shuttles nach Oslo
Volkswagens Mobilitätsdienstleister Moia wird ab Frühjahr 2026 autonome elektrische Shuttles des Typs ID. Buzz AD in Oslo bereitstellen. Dazu arbeitet das Unternehmen mit der städtischen Verkehrsbehörde Ruter und dem Betreiber autonomer Fahrzeuge Holo zusammen.
Der Einsatz ist Teil von Ruters Strategie für nachhaltige Mobilität und baut auf einem seit 2023 laufenden Pilotprojekt zu selbstfahrenden Shuttles im Osloer Stadtteil Groruddalen auf. Moia vollzieht mit dem Projekt zugleich einen strategischen Wandel: Die VW-Tochter entwickelt sich vom Ridepooling-Anbieter zum Technologie- und Systemanbieter für autonome Mobilitätsdienste und liefert in Oslo ein vollständiges Software- und Betriebsökosystem.
Der für den Einsatz vorgesehene ID. Buzz AD, seit Sommer 2025 serienreif, wurde speziell für geteilte Mobilitätsangebote entwickelt und verfügt über Kamera-, Lidar- und Radarsensorik. Für Moia markiert das Oslo-Projekt einen wichtigen Schritt über den deutschen Markt hinaus. Parallel laufen weitere Testeinsätze in Berlin, München sowie in Austin und Los Angeles. Volkswagen strebt für das autonome Modell eine EU-Typgenehmigung bis 2027 an. (Quelle: Dezember 2025, electrive.com/2025/12/10/oslo-moia-develops-autonomous-electric-shuttle-service-for-ruter)
Norwegische Taxiunternehmen kritisieren Steuerpraxis von Uber und Bolt
Mehrere Akteure der norwegischen Taxiindustrie werfen in einem Beitrag auf nettavisen.no den Plattformanbietern Uber und Bolt vor, dem Staat hunderte Millionen Kronen an nicht entrichteter Mehrwertsteuer vorzuenthalten [100 Mio. Kronen entsprechen ca. 8,5 Mio. EUR, Anm.d.Red.]. Traditionelle Taxiunternehmen betonen, dass sie im Gegensatz zu den Plattformen Mehrwertsteuer abführen müssen und dadurch preislich systematisch benachteiligt seien, da Kunden meist das erste verfügbare Taxi oder das günstigste App-Angebot wählen. Der Norwegische Taxiverband weist zudem darauf hin, dass der Wettbewerb seit der Liberalisierung des Taximarkts im Jahr 2020 deutlich härter geworden ist, da mehr Anbieter um denselben Markt konkurrieren. Laut Verband führen unterschiedliche Regelbefolgung und Geschäftsmodelle zu Wettbewerbsverzerrungen zulasten traditioneller Taxi-Anbieter.
Andererseits wies das Amtsgericht Oslo eine Klage von Bolt gegen das im Jahr 2024 eingeführte neue Regelwerk zur Regulierung digitaler Mobilitätsplattformen ab. Dieses sieht unter anderem eine verpflichtende Meldepflicht und Taxameterpflicht für Plattformanbieter vor. Bolt hatte die Vorschriften als unverhältnismäßig und nicht mit dem EWR-Recht vereinbar kritisiert. Das Gericht bestätigte jedoch die Rechtmäßigkeit der norwegischen Regulierung. Branchenorganisationen erwarten nun, dass die Behörden die Einhaltung der nationalen Vorschriften verstärkt durchsetzen. Sie verweisen darauf, dass Mehrwertsteuerzahlungen aus Plattformumsätzen nach ihrer Einschätzung nicht in Norwegen, sondern in ausländischen Strukturen verbucht würden. Die Taxiindustrie fordert daher eine intensivere Kontrolle durch die Steuerbehörden, um Wettbewerbsbedingungen anzugleichen und Steuerausfälle zu vermeiden. (Quelle: Juli 2025, nettavisen.no/okonomi/langer-ut-mot-uber-og-bolt-skylder-norge-hundrevis-av-millioner/s/5-95-2511423)
[Anmerkung der Redaktion: Die Kritik bezieht sich unter anderem darauf, dass Fahrten von Uber und Bolt nicht mit norwegischer Mehrwertsteuer abgerechnet werden, weil die Umsätze über ausländische Konzerngesellschaften verbucht werden, zum Beispiel in Estland oder einem anderen EU-Land. Dadurch fällt die Steuer nicht in Norwegen an, was zu niedrigeren Preisen für die Plattformanbieter und zu entgangenen Steuereinnahmen für den Staat führe, da die Leistungen formell im Ausland erbracht bzw. abgerechnet werden.]
Taxistreiks breiten sich auf Bergen aus – Kritik am neuen Flughafensystem
Mehr als 150 Taxifahrer planen ab Donnerstagmorgen einen Streik am Flughafen Bergen Flesland. Hintergrund ist dasselbe digitale Bestellsystem, das bereits am Flughafen Stavanger zu Protesten geführt hat. Das System sieht vor, dass Fahrgäste ihr Taxi an einem Automaten wählen und nach Preis sortierte Angebote angezeigt bekommen. Die Taxis müssen derweil auf einer weiter entfernten Wartefläche stehen, und viele Fahrer können ihre Preise nicht selbst festlegen, da diese von den jeweiligen Zentralen vorgegeben werden. Mehrere Fahrer berichten von erheblichen Einnahmeverlusten, seit die Automaten eingeführt wurden, während einige Unternehmen das Modell als fairer bewerten. Am Flughafen Stavanger hatten Fahrer bereits Anfang der Woche mit ähnlichen Argumenten gestreikt. Die Fahrer in Bergen kündigen an, ihren Protest notfalls über längere Zeit fortzusetzen. (Qeulle: Dezember 2025, finansavisen.no/transport/2025/12/09/8313411/taxi-oppror-har-spredd-seg-til-bergen-og-flesland-vi-vil-skape-mest-mulig-kaos)
Am Flughafen Sola in Stavanger führte ein Taxistreik am Dienstagmorgen zu nahezu völliger Abwesenheit von Taxis, nachdem Avinor das bisherige „Kiss & Fly“-Areal geschlossen und ein neues Bestellsystem eingeführt hatte. Passagiere müssen nun Taxis über einen Automaten buchen, während die Fahrzeuge auf einer entfernten Wartefläche stehen und Preise zentral vorgegeben werden. Dies sorgte für Verwirrung unter Reisenden, da einfahrende Taxis abgewehrt und Abholer weggeleitet wurden. (Quelle: Dezember 2025, vg.no/nyheter/i/Gx1wJV/taxi-kaos-paa-sola-flyplass-uoversiktlig)
Studie: Norwegens Taximarkt vor technologischer und nachhaltiger Transformation
Laut einer aktuellen Studie von 6Wresearch verbindet der norwegische Taximarkt weiterhin traditionelle Anbieter mit modernen Ride-Hailing-Diensten und wird durch strenge Regulierung sowie wachsende Nachfrage geprägt. Aktuell verschiebe sich der Markt stark in Richtung nachhaltiger und digitaler Lösungen, darunter größere Elektroflotten, moderne Buchungs-Apps und neue On-Demand-Angebote. Gleichzeitig geraten klassische Taxiunternehmen durch Ride-Hailing-Konkurrenz, regulatorische Vorgaben und den kostspieligen Umstieg auf emissionsarme Fahrzeuge unter Druck.
Wachstumspotenzial ergebe sich durch Urbanisierung, steigende Einkommen und staatliche Unterstützung für klimafreundliche Mobilität. Die Regierung setze dabei auf klare Regeln und Fördermaßnahmen für Elektrofahrzeuge, um Wettbewerb, Qualität und Nachhaltigkeit zu sichern. Insgesamt gilt der Ausblick als positiv: Technologie, Nachhaltigkeit und neue Mobilitätsformen sollen das weitere Marktwachstum vorantreiben, trotz fortbestehender regulatorischer und wettbewerblicher Herausforderungen. (Quelle: September 2025, 6wresearch.com/industry-report/norway-taxi-market)
Oslo treibt Umstellung auf elektrische Taxis voran
Norwegen baut seinen Ruf als Vorreiter im Bereich nachhaltiger Mobilität weiter aus: Besonders Oslo forciert die Umstellung auf eine vollständig elektrische Taxiflotte, um CO₂-Emissionen zu senken und die Luftqualität in der Hauptstadt zu verbessern. Unterstützt wird der Wandel durch staatliche Anreize wie Steuererleichterungen, die Nutzung von Busspuren und den Ausbau umfangreicher Ladeinfrastruktur, die Taxiunternehmen den Umstieg erleichtern. Die Elektrifizierung des Taxiverkehrs ist Teil von Oslos übergeordneter „Null-Emissions“-Strategie, die eine klimafreundliche Stadtentwicklung und weitere Infrastrukturmaßnahmen vorsieht. Taxiunternehmen beteiligen sich aktiv am Ausbau der E-Taxi-Flotten und sehen darin einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigerem Stadtverkehr. Die Initiative gilt als bedeutender Schritt auf dem Weg zu einer saubereren, zukunftsfähigen urbanen Mobilität in Norwegen. (Quelle: November 2025, oslo.taxi/norways-commitment-to-environmental-responsibility-and-the-future-of-electric-taxis-in-oslo/)
Taxiverband warnt vor Plattformwettbewerb – Parteien uneinig über strengere Regulierung
Vor der norwegischen Parlamentswahl Anfang September 2025 rückte auch die Regulierung von Plattformdiensten wie Uber und Bolt in den Mittelpunkt der politischen Debatte. Der norwegische Taxiverband befragte vor der Wahl Parteien zu sechs zentralen Themen, darunter die Gleichbehandlung von Plattformunternehmen und traditionellen Taxizentralen bei Steuern, Lizenzen und Arbeitgeberverantwortung.
Die Antworten zeigen deutliche politische Bruchlinien: Während Ap, SV, Rødt und Sp strengere Regeln und umfassende Kontrollen fordern – unter anderem klare Anforderungen an Taxameter, Qualifikation und Preisgrenzen – betonen Høyre und Venstre technologische Offenheit, wollen aber dennoch sicherstellen, dass Plattformen keine Schlupflöcher nutzen und dieselben Pflichten erfüllen wie klassische Anbieter. MDG und KrF unterstützen ebenfalls gleiche Wettbewerbsbedingungen und verweisen auf die Bedeutung fairer Regulierung im digitalen Markt.
Der Taxiverband betonte, dass die bisherige Regierung viele Verbesserungen umgesetzt habe, warnt jedoch, dass ein Regierungswechsel eine erneute Deregulierung bringen könnte – mit möglichen Folgen für Sicherheit, Seriosität und Struktur der Branche. (Quelle: September 2025, taxiforbundet.no/aktuelt/nyhetsarkiv/seks-sporsmal-t/)
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