Spanien registriert seit Jahresbeginn mehr als 2.000 neue Lizenzen für Fahrdienstvermittler und 700 für Taxis
Die Lizenzen für die Erbringung von Fahr-Dienstleistungen seien unter Firmennamen wie Cabify, Uber oder Bolt bis zum 1. August 2025 um fast 10% im Vergleich zum Jahresende 2024 gestiegen. Somit verfügte Spanien am 1. August 2025 über 22.521 Lizenzen für Personenkraftwagen mit Fahrer (VTC). Die Zahl der Taxilizenzen stieg hingegen um 707 Einheiten auf 63.105 Lizenzen insgesamt. (August 2025, Quelle El Pais, cincodias.elpais.com/companias/2025-08-10/espana-registra-mas-de-2000-nuevas-licencias-de-vtc-y-700-de-taxi-en-lo-que-va-de-ano.html)
Es geht im folgenden um Begebenheiten in Katalonien, im Nordosten Spaniens, eine von 17 aufgrund geschichtlicher und kultureller Besonderheiten autonomen Gemeinschaften Spaniens. Die dortigen Maßnahmen sind demnach nicht repräsentativ für Spanien insgesamt.
Fahrdienstleistunger wie Uber äußern Bedenken über neue regulatorische Maßnahmen
Hunderte Raid-Hailing-App-Fahrer (Uber & Co.) verlangsamten (bereits im April 2025) den Verkehr in Barcelona. Sprecher der Fahrdienstleister äußerten Bedenken hinsichtlich bevorstehender regulatorischer Maßnahmen, die von der katalanischen Regierung vorgeschlagen wurden. Sie argumentieren, dass diese neuen Regeln erhebliche Auswirkungen auf ihre Geschäfte haben, die Verfügbarkeit der Dienste verringern und "ca. 4.000 Menschen ohne Job zurücklassen" könnten. Die Dienstanbieter ziehen auch rechtliche Schritte als Reaktion in Betracht. (April 2025, Quelle Catalan News, catalannews.com/business/item/ride-hailing-app-drivers-sector-sector-law-11-april-2025)
Fahrdienstleistungen werden in Barcelona abnehmen aufgrund neuer Gesetze
Das neue Taxi-Gesetz, das von der katalanischen Regierung angekündigt wurde, sieht vor, die Anzahl der verfügbaren Fahrdienstleistungen in Barcelona schrittweise zu reduzieren. Die Fahrer müssen ein standortbasiertes Gerät installieren, um die Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen. Das Gesetz zielt darauf ab, den Fahrdienstmarkt zu regulieren, hat jedoch Widerstand von Dienstanbietern hervorgerufen. Es könnten so bis zu 600 Uber Lizenzen weniger am Markt verfügbar sein, wobei 300 vorhanden blieben, laut Schätzungen der katalanischen Regierung. (16.09.2025, Quelle Catalan News, catalannews.com/politics/item/ride-hailing-services-disappear-barcelona-taxi-law-16-september-2025)
Die Website des nationalen Taxi-Verbands Federación Española del Taxi (FEDETAXI) geht auf die Gesetzesvorlage, dessen Annahme (zur weiteren Verabschiedung) am 25. September 2025 im Parlament von Katalonien beschlossen wurde, genauer ein (Oktober 2025, Quelle Fedetaxi, fedetaxi.eu/la-nueva-ley-del-taxi-en-catalunya-que-cambia-para-ti-y-por-que-a-las-apps-no-les-gus):
- Das Ziel der Reform, die den Markt für Fahrzeuge mit bis zu neun Sitzplätzen neu ordnet ist es, den städtischen Verkehr klar zwischen Taxis und VTC-Diensten (Fahrzeuge mit Fahrer, meist über Apps betrieben) zu trennen.
- Für Taxi-Nutzer bringt das Gesetz mehr Transparenz und Verlässlichkeit. Offizielle Tarife, staatliche Kontrolle und einheitliche Qualitätsstandards sollen den Service verbessern. Außerdem legt das Gesetz Anforderungen an Umweltfreundlichkeit und technische Ausstattung fest – neue Fahrzeuge müssen künftig bestimmte ökologische Standards erfüllen.
- Fahrdienst-Apps wie Uber, Cabify oder Bolt werden in den Städten, vor allem im Großraum Barcelona, stark eingeschränkt. Sie dürfen nur noch unter bestimmten Bedingungen oder zu besonderen Anlässen operieren, etwa bei Großveranstaltungen oder wenn die Taxikapazität nicht ausreicht. Damit will die Regierung ein Überangebot und unfaire Konkurrenz gegenüber dem klassischen Taxi vermeiden.
- Für Taxifahrer werden zusätzliche Anforderungen eingeführt, darunter ein Mindestniveau an Katalanischkenntnissen und verbindliche Standards für Kundendienst und Fahrzeugzustand. Das soll die Qualität und Professionalität des Berufsstands stärken.
- Das Gesetz sieht Übergangsregelungen vor, um den Wandel sozialverträglich zu gestalten. VTC-Fahrer sollen unterstützt werden, wenn sie in den regulären Taxidienst wechseln möchten, und es gibt Förderprogramme für barrierefreie sowie emissionsarme Fahrzeuge.
Insgesamt soll die Reform einen deutlichen Schritt zugunsten des traditionellen Taxi-Sektors markieren und hin zu einem stärker regulierten, nachhaltigen und lokal verankerten Mobilitätssystem in Katalonien führen. Die Verabschiedung des Gesetztes wird voraussichtlich (s. News weiter unten) in 2026 erfolgen.
Noch in 2023 lehnte der EU Gerichtshof Barcelona's ride-hailing Restriktionen ab, um die Zahl der Autos, die mit Fahrdienst-Apps wie Uber arbeiten, drastisch einzuschränken, um so die Interessen der Taxidienste zu schützen. (Juni 2023, Quelle Reuters, reuters.com/business/autos-transportation/top-eu-court-rejects-barcelonas-ride-hailing-restrictions-2023-06-08)
Daraufhin wurden von der katalonischen Regierung die neuen Maßnahmen geplant, die nun vor der Verabschiedung stehen. (05.09.2023, Quelle Economic Times, m.economictimes.com/tech/technology/spain-set-to-impose-new-restrictions-on-ride-hailing-drivers/articleshow/101310644.cms)
Es gibt aktuell auch ähnliche Bestrebungen in der spanischen Stadt A Coruña (in Galicien, Nordwest-Spanien, einer weiteren autonomen Gemeinschaft in Spanien), bei der sich Taxifahrer mit dem Stadtrat treffen wollen, um eine kommunale Verordnung zur Regulierung der Tätigkeit von Mietwagenfahrern in der Stadt auszuarbeiten. (17.10.2025, Quelle cadenaser.com/galicia/2025/10/17/taxis-vs-vtc-en-a-coruna-la-ciudad-estudia-una-nueva-ordenanza-de-movilidad-radio-coruna)
Die Parlamentsmehrheit (in Katalonien) rechnet damit 2026 das neue Taxi-Gesetz zu verabschieden
Die parlamentarischen Diskussionen haben gezeigt, dass eine Mehrheit dafür ist, bis zum Jahr 2026 ein umfassendes neues Taxi-Gesetz zu verabschieden. Diese Gesetzgebung soll das Wachstum der Fahrdienstleistungen weiter kontrollieren. Sie spiegelt den Ansatz der Regierung wider, die Verkehrsdienste zu verwalten und den Druck auf Plattformen wie Uber und Cabify aufrechtzuerhalten. (25.09.2023, Quelle Catalan News, catalannews.com/politics/item/parliament-majority-expects-to-pass-new-taxi-law-in-2026)
Taxi-Proteste gegen Traditionsclub Barça aufgrund Uber
Über die aktuellen Proteste der Taxi-Fahrer gegen den Fußballverein FC Barcelona aufgrund dessen Uber-Sponsoring berichtete taxi heute bereits.
Die Regierung vereinheitlicht den Taxitarif auf Mallorca
Dieser beträgt (bereits ab Juli 2025) 1,20 Euro pro Kilometer an Werktagen und 2,50 Euro für die Grundgebühr.
60.000 Taxifahrer protestierten (bereits im Januar 2025) gegen den sprunghaften Anstieg ihrer Versicherungsprämien um bis zu 300 %
Die Branche wirft den Versicherern vor, als verdecktes Kartell zu agieren, und fordert die Regierung zum Eingreifen auf. Die Fahrer dieses öffentlichen Dienstes hätten seit 2022 Tausende von Beispielen für exorbitante Erhöhungen zwischen 100 % und 300 % gesammelt und sind nun wegen dieser Situation, die sie als „Unsinn” bezeichnen, auf die Barrikaden gegangen. (Januar 2025, Quelle El Pais, elpais.com/economia/2025-01-29/los-60000-taxistas-estallan-por-la-subida-disparada-de-sus-seguros-de-hasta-el-300.html)
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