Der vierte Nissan X-Trail hätte das Zeug zum Taxi

Bei der Fahrvorstellung gefiel die Variante e-Power durch leisen Lauf und selbst mit 20-Zoll-Rädern bot der geräumige SUV ein sehr angenehm abgestimmtes Fahrwerk. Das gilt auch für den kleineren Fronttriebler Quashqai, der mit demselben Antrieb zu haben ist.

Nissan bietet die vierte Generation des X-Trail in fünf Ausstattungsstufen an, die man alle mit dem e-Power-Antrieb kombinieren kann.
Nissan bietet die vierte Generation des X-Trail in fünf Ausstattungsstufen an, die man alle mit dem e-Power-Antrieb kombinieren kann.
Dietmar Fund

Die vierte Generation des fünfsitzigen und mit zwei Zusatzsitzen erhältlichen SUV Nissan X-Trail sowie der nur fünfsitzige Qashqai der neuesten Generation wären in der Antriebsvariante e-Power eine geräumige und komfortable Basis für ein Taxi oder einen Mietwagen. Das ist das wichtigste Ergebnis der Fahrvorstellung, die am 30. November 2022 im Taunus rund um den Vogelsberg stattfand.

Die Bezeichnung e-Power steht bei Nissan für einen Dreizylinder-Benziner mit 1,5 Litern Hubraum und 116 kW/158 PS, der keine feste Verbindung zu den Vorderrädern und kein Getriebe hat, sondern einen Generator antreibt. Der speist je nach Fahrsituation entweder den Elektromotor direkt oder auf dem Umweg über die Batterie mit einer Kapazität von 2,1 kWh, die beim Rollen und beim Verzögern auch über die Rekuperation aufgeladen wird. Dadurch fahren die beiden e-Power-Modelle elektrisch an. Wenn man mit dem Gaspedal nicht ganz, ganz sanft umgeht, gesellt sich der Benziner rasch, aber unaufdringlich hinzu.

Angetrieben werden die Fahrzeuge über einen Elektromotor an den Vorderrädern und beim X-Trail ermöglicht optional ein zweiter Elektromotor an der Hinterachse einen permanenten Allradantrieb. Per Tastendruck kann man das Fahren mit einem Pedal und stärkerer Rekuperation anwählen, wobei das Fahrzeug dann die letzten Meter rollt und mit der Bremse gestoppt werden muss. Praktischerweise bleibt diese Funktion aktiviert, bis man den Motor wieder abstellt. Wie bei einem reinen Elektrotaxi gewöhnt man sich so am schnellsten an die Rekuperation.

Die Gangart wählt man mit einem Handschmeichler von einem Wählhebel bequem. Es dauert aber nach dem Start eine Gedenksekunde, bevor man den Vorwärts- oder den Rückwärtsgang einlegen kann. In der Stadt ist man mit dem Zusammenspiel beider oder aller drei Motoren leise unterwegs. Beim Beschleunigen nach dem Ortsschild oder beim Einfahren auf die Autobahn klingt der Benziner kerniger, aber nicht so aufdringlich wie früher die hochdrehenden Motoren, die in Hybriden mit einem CVT-Getriebe gekoppelt haben. Die Beschleunigung ist beinahe so, wie man dies von Verbrennern gewohnt ist. Für Überholmanöver steht genug Power bereit. Im X-Trail mit Frontantrieb beträgt die Systemleistung 150 kW/204 PS, im Allradler sind es 157 kW/214 PS. Der Fronttriebler Qashqai bietet 140 kW/190 PS. Wie typische Hybride sind aber auch die e-Power-Modelle ein Fall für ausgeglichene Naturen, die vorausschauendes Fahren pflegen.

Dank der sehr gut ausgelegten Servolenkung mit bestem Fahrbahnkontakt und einer gelungenen Fahrwerksabstimmung ist speziell der größere X-Trail angenehm straff gefedert und schaukelfrei unterwegs. Er steckt grobe Fahrbahnunebenheiten gut weg. Der Qashqai kann das auch gut, wirkt aber wegen seiner geringeren Masse naturgemäß etwas quirliger.

Bei beiden haben auch große Fahrgäste im Fond viel Kniefreiheit und die Kopffreiheit passt sowieso. Der X-Trail bietet während des Einsatzes als Fünfsitzer die Möglichkeit, die Rücksitzbank um 22 Zentimeter zu verschieben. Wer das ausnutzt, gewährt seinen Fahrgästen eine großzügige Kniefreiheit. Ihre Füße können sie in beiden Modellen unter die Vordersitze schieben.

Beim optionalen Siebensitzer, der dem X-Trail vorbehalten ist, sind die beiden Zusatzsitze in der dritten Reihe im Boden versenkbar. Sie sind nur für Kinder bis 1,60 Meter Körpergröße gedacht, haben aber weit ausziehbare Kopfstützen und es gibt für sie keine Gewichtsbeschränkung wie bei einem früheren Erdgasmodell des VW Caddy Maxi. Der Zustieg über die nach vorn verschiebbare zweite Sitzreihe und deren abgeklappte Lehne erfordert viel Gelenkigkeit. Ein siebensitziges Discotaxi ist der X-Trail also nicht. Als Fünfsitzer bietet er einen gut geschnittenen Kofferraum mit SUV-typischer hoher Ladekante, der sich aber gut beladen lässt.

Das Cockpit mit dem großen zentralen Bildschirm und einem informativen Display vor dem Fahrer ist ergonomisch gelungen. Der in den höheren der fünf Ausstattungsstufen serienmäßige elektrisch auch in der Neigung verstellbare Fahrersitz lässt allenfalls eine nach vorn ausziehbare Sitzauflage vermissen.

Noch ist nicht klar, ob Nissan für den X-Trail und/oder den Qashqai ein Taxi- oder Mietwagen-Paket bei INTAX in Oldenburg entwickeln lässt. Zu wünschen wäre es.

Interessierte Leser und Leserinnen können die aktuellen Preislisten als pdf-Datei im Downloadbereich dieser Meldung herunterladen.

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