Geely EX2 startet global – zuerst in Brasilien
Renault und Geely rücken auf mehreren Ebenen näher zusammen, nicht nur bei der Motorenentwicklung, sondern auch bei der Produktion. Namentlich in Brasilien, wo chinesische E-Autos längst keine Exoten mehr sind. Produziert wird der kompakte Geely EX2 dort vom neuen Partner Renault do Brasil, genauer gesagt im traditionsreichen „Ayrton-Senna“-Werk. Im Zuge der Kooperation hat Geely 26,4 Prozent der brasilianischen Renault-Division übernommen – inklusive Produktionskapazitäten und Zugang zum Händlernetz. Ein smarter Schachzug: So landet der EX2 gleich mitten im Herzen des größten Automarkts Lateinamerikas.
Der EX2 avancierte in China schnell zum Topseller
Seine Weltpremiere feierte das Modell bereits im September 2024 auf der Automechanika in Frankfurt, kurz darauf lief er in China als Geely Xingyuan vom Band – mit überwältigendem Erfolg. Zwischen Januar und September 2025 avancierte der Kleinwagen zum meistverkauften Auto Chinas überhaupt und knackte in Rekordzeit die Marke von 400.000 verkauften Einheiten. Im August 2025 war er sogar das zweitmeistverkaufte E-Auto der Welt.
Der EX2 ist 4,14 Meter lang, 1,81 Meter breit, 1,58 Meter hoch – bei einem Radstand von 2,65 Metern. Damit rollt er klar im B-Segment, mit etwas mehr Luft im Innenraum als man es von manch anderem Cityflitzer kennt. Die Ingenieure betonen vor allem die Sicherheitsarchitektur: hochfeste Batteriestruktur, Echtzeit-Temperaturüberwachung und ein verstärkter Hilfsrahmen im Heck sollen für Extra-Stabilität sorgen.
Unter dem Fahrzeugboden steckt eine LFP-Batterie von CATL mit 30,1 oder 40,2 kWh. Nach chinesischer CLTC-Norm ergibt das 310 bis 410 Kilometer Reichweite. Zwei eher pragmatische Leistungsstufen stehen zur Auswahl: 58 kW (79 PS) oder 85 kW (116 PS) – beide heckgetrieben. Die Ladeleistung liegt bei etwa 67 kW. Genug, um den Akku in gut 21 Minuten von 30 auf 80 Prozent zu bringen.
Der EX2 startet in China ab rund 8.400 Euro!
In China kostet der Xingyuan gerade einmal 68.800 Yuan, also rund 8.400 Euro – ein Preis, der europäische Kleinwagenhersteller vermutlich leicht nervös zucken lässt. Auf internationalen Märkten dürfte der EX2 zwar etwas teurer werden, bleibt aber ein Preiskämpfer mit globalem Ehrgeiz.
Und dann wäre da noch der Vergleich mit dem BYD Dolphin Mini – pardon, dem Dolphin Surf, wie er hierzulande heißt. Der EX2 ist mit seinen 4,14 Metern rund 15 Zentimeter länger und setzt beim Design eher auf urbanen Chic als auf knuffigen Charme. Technisch liegen beide nicht so weit auseinander, doch während BYD schon im brasilianischen Markt fest verankert ist, muss Geely hier - mit französischer Unterstützung – erst noch starten. Das Rennen ist eröffnet – und es dürfte ein spannendes Duell werden – perspektivisch nicht nur in Brasilien!
Denn auch in Europa tritt Geely mittlerweile nicht mehr nur mit Volvo, Polestar, Zeekr oder oder an, sondern eben mit seiner "Kernmarke" und zwar in Großbritannien, Griechenland, Serbien, Kroatien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina sowie in Nordmazedonien und Montenegro. Wobei es nicht bei diesen Nationen bleiben wird.
Was bedeutet das?
Wenn Du Deinen Feind nicht besiegen kannst, verbünde Dich mit ihm! Das dürfte Renault beherzigt haben: Akku und Antrieb des neuen Twingo E-Tech kommen vorerst aus China, dort sorgte man auch für Entwicklungsspeed. Und in dem auch für Renault sehr wichtigen Markt Brasilien zweigt man Fertigungskapazitäten für den Geely EX2 ab, der direkt neben dem R4 positioniert ist. Allerdings viel pragmatischer und preisgünstiger.
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