Ganzjahresreifen: AvD-Test zeigt Unterschiede bei zwölf Modellen
Ganzjahresreifen können für manche Autofahrer eine Alternative zu den jeweiligen Spezialisten für Sommer und Winter sein. Zudem hat sich das Leistungsniveau moderner Ganzjahresreifen weiter verbessert. Das hat der Automobilclub von Deutschland (AvD) gerade in einem Test von 12 Ganzjahresreifen festgestellt.
Dabei mussten sich zwölf Modelle in der Größe 225/50 R 17 auf Schnee, Nässe und trockener Straße sowie in weiteren Kriterien messen. Die Modelle kosten im Schnitt zwischen rund 66 und 154 Euro pro Stück.
Gleich vorweg: Der billigste Reifen ist der Einzige, der dabei zweistellig kostete und landet auf den letzten Platz. Aufgrund mehrerer Defizite kann ihn der AvD nicht empfehlen - das einzig so bewertete Modell.
Fünf Modelle sind sogar „Sehr gut“
Fünf Reifen bekommen ein „sehr gut“:
- Testsieger wird der „Continental AllSeasonContact 2“ für durchschnittlich rund 144 Euro. Er überzeuge mit „durchgehend sehr guten Ergebnissen“. Seine große Stärke sei „seine Konstanz, das ausgeglichen hohe Leistungsniveau und die exzellente Laufleistung“, notiert der Autoclub.
- Dahinter folgt der „Bridgestone Turanza All Season 6“ (135 Euro). Er liefert „bei allen Witterungsbedingungen eine souveräne Performance und verpasst nur knapp den Gesamtsieg“.
- Dritter wird der „Pirelli Cinturato All Season SF 3“ (148 Euro). Er sichert sich „einen verdienten Podiumsplatz durch eine souveräne Kombination aus Sicherheit und Sportlichkeit.“
- Die weiteren Modelle mit „Sehr gut“ sind der „Michelin CrossClimate 3“ (154 Euro) und der „Dunlop All Season 2“ (119 Euro)
Der Preis-Leistungssieger zeigt „eine solide Performance“
Zum Preis-Leistungssieger küren die Tester den „Hankook Kinergy 4S“ für 115 Euro und bewerten ihn mit einem „Gut“. Er biete „eine solide Performance, die in vielen Bereichen an die Marktführer heranreicht und dies zu äußerst fairen Konditionen“.
Zwei weitere Modelle werden mit „Gut“, zwei weitere mit „Empfehlenswert“ bewertet. Eines ist nur „Bedingt Empfehlenswert“ und das bereits erwähnte Schlusslicht ist „Nicht Empfehlenswert“.
Für wen eignen sich Ganzjahresreifen?
Ganzjahresreifen bleiben ein Kompromiss. Wer überwiegend in Regionen mit milden Wintern fährt und nur selten mit „anspruchsvollen winterlichen Bedingungen“ rechnen müsse, kann dem AvD zufolge über Ganzjahresreifen nachdenken.
Ansonsten bleibt man besser bei den Spezialisten für die jeweilige Saison - den Winter- und Sommerreifen. Denn auch Sommerreifen können im Sommer grundsätzlich mit ihren tendenziell härteren Mischungen und anderen Profilen ihre Vorteile gegenüber den Ganzjahrespneus ausspielen.
Die Unterschiede können sich laut Auto Club Europa (ACE) vor allem sich bei hohem Tempo auf der Autobahn, schneller Kurvenfahrt, generell sportlicher Fahrweise oder hoher Zuladung bemerkbar machen. Insofern hat es auch viel mit der eigenen Fahrweise zu tun: Je mehr man mit nur moderaten Tempo fährt, und je weniger eine besonders sportliche Fahrweise oder etwa regelmäßig hohe Zuladungen gefragt sind, desto eher eignen sich auch Ganzjahresreifen.
Und mit der individuellen Qualität der Modelle hat es auch noch etwas zu tun, weswegen Tests so wichtig sind, so der ACE. Denn auf Schnee hätten gute Winterreifen in der Regel Vorteile, während Sommerreifen speziell für den Sommer mit hohen Temperaturen und heißem Asphalt gemacht sind. Allwetterreifen sind in ihrer Gummimischung und Gestaltung des Profils wie erwähnt ein Kompromiss.
Aber: Bei Nässe lässt sich laut ACE nicht pauschal vom Reifentyp auf die Qualität schließen: „Gute Ganzjahresreifen können hier durchaus besser abschneiden als mittelmäßige Sommerreifen“, teilt der Club mit. Entscheidend sei deshalb auch die Qualität des konkreten Reifenmodells und nicht allein dessen Einordnung als Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen.
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