CES 2026: Rundgang auf der High-Tech Messe - viel mehr als nur Robotaxis
Wer eine Reise tut, der kann etwas erleben: In dem Fall sehr Positives. Zuallererst eine unglaubliche Gastfreundschaft und Offenheit der Menschen in den USA, die wir trafen. Bei der Einreise in Chicago – gut wir saßen günstig am Ausstieg des Fliegers und waren schnell bei der Passkontrolle – waren wir nach 10 Sekunden durch! Pass aufgeklappt, Visum gecheckt, eine Aufnahme gemacht und die obligatorische Frage nach Business oder Urlaub und wohin es ginge. Ah, CES, ja da wollten wohl grade viele hin, gute Weiterreise!
Taxifahrer aus Bulgarien
Dann der freundliche Taxifahrer, der vor einem Vierteljahrhundert von Bulgarien nach Vegas auswanderte und uns erklärte, dass die Stadt nicht mehr die gleiche sei wie einst: Nicht mehr so verrucht, irgendwie edler, sauberer und viel größer. Und trotz ständigem Wassermangel scheint es sich immer wieder auszugehen, was dann doch auch für eine gesteigerte Effizienz beim Verbrauch mit dem wertvollen Nass spricht.
Unsere Eintrittskarte konnten wir direkt im Hotel ausdrucken, Auch dort freute man sich für und mit uns: „Mann, sie haben ja einen langen Weg auf sich genommen, schön, dass wir Sie bei uns haben dürfen!“ Und zuletzt der Rat: „Passen Sie gut auf ihr Badge auf, das ist 350 Dollar Wert – viel Spaß und eine tolle Messe!“
Spannende Hintergründe aus der Chipbranche
Woraus wir schließen, dass sich viele Menschen, vor allem in den größeren Städten, eher nicht um das Gepolter ihrer Regierung scheren und hilfsbereit und offen wie immer sind. Das ist auch die Messe selbst, bei der AI und autonomes Fahren samt Robotik wieder ganz groß im Kurs stehen. Wobei Ersteres Letzteres bedingt, wie uns Nakul Duggal, bei Qualcomm Executive Vice President und Group General Manager Automotive, Industrial and Embedded IoT, and Robotics erklärt. Denn wo einst alle Systeme einzeln gerechnet haben und aufeinander synchronisiert werden mussten, kann man heute dank AI vor allem im ADAS-Bereich alles selbstlernend kombinieren. Was dort zu großen Entwicklungssprüngen führte. Bei Qualcomm selbst ist man ganz stolz auf die Snapdragon Ride-Flex-Plattform, mit der man Infotainment respektive Cockpitfunktionen und ADAS auf einer Plattform bündelt, was den OEMs Kosten und Aufwand spart. Zwar ist der neue Snapdragon, weil er doppelt so viel kann, nicht um die Hälfte billiger, aber es seien je nach Ausführung doch höhere ein bis zweistellige prozentuale Einsparungen möglich, verrät man uns. Was gerade im preissensiblen Segment viele Kunden vor allem in China auf den Plan ruft. Aktuell liege der Kundenmix laut Duggal bei 80% China und 20% nicht chinesischen Kunden, das werde sich 2027 aber etwas verschieben Richtung 70 und 30%.
Die ganz großen Pkw-Stände hatten Geely, GWM und Hyundai
Überhaupt die chinesischen Hersteller: Weder Geely noch Freat Wall Motors ließen es sich nehmen, in Vegas mit großen Ständen zu klotzen – auch wenn sie ihre Fahrzeuge hier erstmal eher nicht verkaufen werden. Aber man zeigt klar auf: Wir wären da – mit interessanten Angeboten – großen SUV, die optisch durchaus Anleihen vor allem bei Lincoln nehmen und smarten Systemen, immer stark elektrifiziert und mit ADAS-Systemen auf Sicherheit getrimmt.
Überrascht hat einmal mehr auch der Riesenauftritt des Hyundai-Konzerns, der ein ganzes Tierheim an Hundebots mitbrachte plus diverse autonome Fahrzeuge respektive Parkhilfen, die einen Kia EV6 im Handumdrehen auf kleinstem Raum drehen und umstellen können.
Ein ähnlich kleines autonomes Fahrzeug findet sich bei Oshkosh, Insidern bekannt für eher sauriergleiche Haubenschwerlastwagen die lange aussahen wie aus den frühen 1950er Jahren. Und es im Fall des S-Series-Betonmischers noch immer tun, aber auch hier geht man in die Moderne. Und stellte dazu einen elektrischen Striker Flugfeldlöschwagen aus.
Die Bau- und Landwirtschaft lässt sich gut automatisieren
Autonomes Fahren ist auch bei John Deere und Caterpillar Thema und hier hat die CES ein neues Spielfeld entdeckt: Denn die Land- und Bauwirtschaft lässt sich mit abgeschlossenen Arealen sehr gut sehr schnell und ungefährlich automatisieren. Das sieht man auch bei Doosan so, wo man einen autonomen Radlader präsentierte – eine Stufe kleiner als bei Cat.
Ähnlich verhält es sich bei Kubota zu John Deere: Auch Kubota baut seine Traktoren eher im kleinen und mittleren Bereich und stellte ebenfalls einen autonomen Traktor aus. Dazu kamen diverse Softwareunternehmen und ganz viele chinesische Unternehmen, was für uns ebenfalls eine Überraschung war: Denn ganz anders als es „America first“ vermuten lässt, sind sie durchaus schon in diversen Produkten in den USA vor Ort und verbaut.
Was bedeutet das?
Ein erster kurzer Rundgang macht schnell klar: Die CES hat sich gewandelt: Sie wird wieder mehr Tec-Messe und weitet das Feld „Mobilität“ auch in die Bau- und Landwirtschaft aus. Dazu kommt immer mehr Robotik. Bis zum Hofhund von Hyundai. Und auch wenn die politische Lage der USA anderes vermuten lässt: Die CES bleibt für zukunftsträchtige Überraschungen gut!
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