Mercedes-Benz bringt elektrischen Siebensitzer

Der in China präsentierte EQB soll gegen Ende 2021 auch aus einem ungarischen Werk nach Deutschland rollen. Ob er das erste elektrische Taxi auf Pkw-Basis wird, ist noch unklar.

Die rechts hinten angebrachte Ladeklappe dürfte an öffentlichen Ladesäulen unpraktisch sein, wo oft stirnseitig geparkt wird. (Foto: Mercedes-Benz)
Die rechts hinten angebrachte Ladeklappe dürfte an öffentlichen Ladesäulen unpraktisch sein, wo oft stirnseitig geparkt wird. (Foto: Mercedes-Benz)
Dietmar Fund

Den batterieelektrischen Antrieb des Kompaktmodells EQA und den langen Radstand des Verbrenners GLB samt dessen Sitzkonzept kombiniert Mercedes-Benz beim neuen EQB. Er wurde am 18. April 2021 in China vorgestellt, wo er zuerst gebaut und verkauft wird. Den Rest der Welt bedient ein ungarisches Werk, das Batterien aus Kamenz in Sachsen und einem polnischen Werk einbaut und Ende 2021 lieferfähig sein soll.

Der EQB soll mit Front- und Allradantrieb auf den Markt kommen und mit mehreren Batteriegrößen ab 66,5 kWh bestellbar sein. Geplant ist eine besonders reichweitenstarke Version, deren Batteriegröße und Reichweite der Hersteller noch nicht verrät. Als Stromverbrauch kombiniert gibt Mercedes-Benz für das Allradmodell EQB 350 4MATIC 19,2 bis 18,1 kWh an. Er soll eine Reichweite von bis zu 419 Kilometer erzielen.

Laden kann der EQB mit Wechselstrom über einen 11-kW-Onboard-Lader an einer Wallbox oder mit bis zu 100 kW an einer Gleichstrom-Schnellladestation. Weil der Ladeanschluss hinten rechts sitzt, werden seine Fahrerinnen und Fahrer wohl oft rückwärts an öffentliche Ladestationen heranfahren müssen. Verzögerungsenergie kann im EQB mit Hilfe des Navis und der Frontkamera situationsabhängig zurückgewonnen werden. Wer Ladestationen per Navi ansteuert, kann die Batterie gleich für einen optimalen Ladevorgang temperieren lassen.

In Deutschland wird der EQB nur optional mit zwei Zusatzsitzen in der dritten Sitzreihe geliefert, die nach Herstellerangaben nur von Personen bis 1,65 Meter Körpergröße genutzt werden können. Zu den Preisen und dem Termin der Bestellfreigabe machte der Hersteller noch keine Angaben.

Offen ist auch, ob der EQB oder vielleicht doch der bereits in der Taxi-Erprobung befindliche größere EQC oder gar beide auch als Taxis ab Werk angeboten werden. Bislang sind die Vans eVito Tourer und EQC die einzigen batterieelektrischen Modelle, die auch mit Taxi-Ausstattung angeboten werden.

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