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Versicherer haben Elektroautos im Visier

Bislang sind Elektroautos in der Schadenentwicklung unauffällig, aber dies könnte sich mit steigender Verbreitung ändern, war beim 7. Allianz Autotag zu erfahren.

Elektrofahrzeuge, bei denen die Batterien separat geleast werden wie beim Nissan Leaf, erhöhen laut der Allianz die Komplexität der Schadensregulierung. (Foto: Nissan)
Elektrofahrzeuge, bei denen die Batterien separat geleast werden wie beim Nissan Leaf, erhöhen laut der Allianz die Komplexität der Schadensregulierung. (Foto: Nissan)
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Dietmar Fund

Für die Autoversicherung und das Verfahren bei der Typklasse macht es für die Allianz keinen Unterschied, ob ein Fahrzeug mit Benzin, Diesel, Elektroantrieb oder Wasserstoff fährt. Interessant wird sein, ob Elektrofahrzeuge einen anderen Schadenverlauf aufweisen als Fahrzeuge mit herkömmlichen Antrieben, denn die bisher beobachtete vergleichsweise niedrige Schadenhäufigkeit dürfte primär der geringeren Fahrleistung geschuldet sein. Das sagte Dr. Klaus-Peter Röhler, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG, in seiner Eröffnungsrede zum 7. Allianz Autotag. Er fand am 19. September 2019 im Allianz Zentrum für Technik in Ismaning statt.

Röhler hält einen höheren Schadenbedarf für möglich, sobald Elektroautos häufiger von Vielfahrern auf Kurzstrecken im Stadtverkehr gefahren werden. Dann könnte es wegen ihres leisen Antriebs verstärkt zu Kollisionen mit unachtsamen Fußgängern kommen. Dass die Anzahl der getöteten Fußgänger in den letzten Jahren nicht zurückgegangen ist, führte Frank Sommerfeld in seinem Vortrag zum Thema Verkehrssicherheit zum einen auf viele Fußgänger zurück, die durchs Telefonieren und andere Handy-Funktionen optisch und akustisch stark abgelenkt seien. Zum anderen seien die heutigen Fahrerassistenzsysteme auf Querverkehr in Form von schwer zu erfassenden Fußgängern noch nicht eingestellt.

Versicherungs-Chef Röhler problematisierte auch die Entwicklung hin zu Elektrofahrzeugen, bei denen die Batterien geleast würden. Bei einem Unfall bekomme es der Versicherer bei ihnen mit zwei Geschädigten zu tun. Das erhöhe die Komplexität im Schadenfall deutlich. Röhler forderte eine standardisierte, transparente Prüfung der Batterien, während heute für deren Prüfung oft noch weite Wege zu Spezialwerkstätten oder zum Hersteller nötig seien.

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