MG S5 EV im Test: Kompakter E-Crossover mit viel Ausstattung und fairem Preis
Der Markenname MG ruft bei vielen noch Erinnerungen an knuffige Roadster wach. Doch die Zeiten des MG F sind passé. Der heutige Hersteller gehört längst zum chinesischen Staatskonzern SAIC. Mit Erfolg: Der kompakte MG4 Electric hat hierzulande bereits über 60.000 Käufer gefunden. Der S5 EV setzt nun auf der gleichen Plattform – Modular Scalable Platform, kurz MSP – auf und spielt in einer Liga mit Modellen wie dem Skoda Elroq.
Zwei Batterien, zwei Motoren, eine Plattform
Der MG S5 EV ist 4,48 Meter lang, bietet zwei Batteriegrößen (49 oder 64 kWh) und zwei Leistungsstufen (125 kW bzw. 170 kW). Wir waren in der Topversion „Luxury“ unterwegs: 231 PS, 350 Newtonmeter Drehmoment, 62,1 kWh nutzbare Akkukapazität. Der Preis: 44.990 Euro. Kein Schnäppchen, aber dafür mit umfassender Ausstattung, darunter induktives Smartphone-Laden, Apple CarPlay, Android Auto, Wärmepumpe, elektrische Heckklappe und 360-Grad-Kamera.
Solide Verarbeitung und sehr funktionales Cockpit
Im Innenraum geht es sachlich und aufgeräumt zu. Der 12,8-Zoll-Touchscreen übernimmt das Kommando, darunter helfen analoge Drehregler bei der Klimabedienung. Das Bedienkonzept des Touchscreens ist sehr gut gelungen – durch die gut lesbaren, übersichtlichen Buttons und die logische Menüführung findet man sich auf Anhieb zurecht. Die Materialien wirken robust, die Platzverhältnisse sind für vier Erwachsene komfortabel. Vorn könnte die Beinauflage für großgewachsene Personen etwas länger sein. Der Kofferraum ist mit 453 bis 1.441 Litern alltagstauglich.
Leistung mit Reserve
Einmal hinter dem Lenkrad, genügt ein Tritt auf die Bremse und der S5 ist startklar. Im Alltag erweist sich die 170-kW-Version als souverän motorisiert. In 6,3 Sekunden geht es auf Tempo 100, bei 190 km/h ist Schluss – schneller als bei vielen Wettbewerbern, bei denen elektronische Riegel oft schon bei 160 km/h greifen. Nicht um der Geschwindigkeit willen, sondern wegen der Souveränität im Verkehrsfluss. Das Fahrwerk bewegt sich zwischen komfortabel und etwas nervös. Querfugen werden weitergereicht, Bodenwellen verarbeitet das Fahrwerk dagegen gelassener. Insgesamt zeigt sich das Fahrverhalten gefällig, wenn auch nicht perfekt ausbalanciert.
Fünf Fahrmodi stehen zur Wahl: Normal, Sport, Comfort, Schnee und Individuell. In der Praxis reicht meist der Standard-Modus. Die Kraftverteilung lässt sich kombinieren: Sportlicher Antrieb, komfortable Lenkung – möglich ist vieles. Die Rekuperation bietet drei Stufen plus eine adaptive Option. Per Wischgeste auf dem Homescreen lassen sich auch Assistenzsysteme konfigurieren. Praktisch: Die Ladeplanung erlaubt es, bevorzugte Anbieter oder Schnellladesäulen zu hinterlegen.
Wenig Verbrauch und moderate Ladezeiten
In Sachen Effizienz gibt sich der MG S5 EV keine Blöße. Die erste Testrunde führte uns ins bergige Hinterland von Nizza. Dabei fuhren wir die erste Stunde viel bergauf – entsetzt lasen wir einen Durchschnittsverbrauch von knapp 28 kWh auf dem Display ab. Am Ende der Fahrt, wieder auf Meereshöhe, hatte sich der Verbrauch durch das Rekuperieren bergab auf sehr gute 15,6 kWh eingependelt. Die Ladeleistung liegt mit maximal 139 kW im Mittelfeld, eine DC-Schnellladung von 10 auf 80 Prozent ist in rund 28 Minuten erledigt. An der heimischen Wallbox dauert es mit 11 kW rund 7,5 Stunden. Die kleinere Batterie kann allerdings nur mit 7 kW AC geladen werden.
Günstiger Preis – aber keine Rabatte
Der MG S5 EV ist kein Pionier, aber ein ernstzunehmender Herausforderer. Wer ein solides, gut ausgestattetes E-Auto sucht, ohne sich gleich für eine Premiummarke entscheiden zu wollen, findet hier eine interessante Alternative. Die Herkunft aus China mag manchen skeptisch stimmen – das Ergebnis auf der Straße spricht für aber sich. Die Einstiegsversion „Comfort“ startet bei preiswerten 37.990 Euro – inklusive adaptivem Tempomat und beheizbarem Lenkrad. Auch im Leasing will MG mit günstigen Raten punkten. Eine Besonderheit bei MG sollten potentielle Käufer im Auge haben: Wie der ADAC bei einer Analyse herausfand, geben die Chinesen beim Kauf prinzipiell keinerlei Rabatt – die bei anderen Herstellern üblichen bis zu 10 Prozent Nachlass müssen also beim Preisvergleich einkalkuliert werden. Ab Juni steht der S5 EV bei den MG-Händlern.
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