Statische Vorstellung Nissan Ariya: Starke Ansage!

Mit dem Ariya macht Nissan eine starke Ansage: Der neue Stromer steht als erstes Familienmitglied auf der neuen rein elektrischen CMF-e-Plattform (Common Module Family) und soll eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern bieten.

Im Stand beleuchtetes Nissan Zeichen und ein Grill-Muster in der japanischen Kumiko-Tradition: Das ist ein komplexes geometrisches Muster, aus dem ein Holzgitter entsteht. | Foto: Wolfgang Groeger-Meier
Im Stand beleuchtetes Nissan Zeichen und ein Grill-Muster in der japanischen Kumiko-Tradition: Das ist ein komplexes geometrisches Muster, aus dem ein Holzgitter entsteht. | Foto: Wolfgang Groeger-Meier
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

In der riesigen Luftschiffhalle in Mühlheim an der Ruhr war genügend Platz, um auch in strengen Covid-19-Zeiten genug Platz für ein paar Nissan-Mitarbeiter und Pressevertreter zu finden, um den neuen Ariya endlich „life“ vorzustellen. Nach jedem Kollegen, der im Fahrzeug Platz nahm, wurde dieses in einem aufwändigen Prozess wieder komplett gereinigt und desinfiziert, bevor der nächste einsteigen durfte.

Doch der Aufwand hat sich gelohnt! Denn der Ariya fühlt sich sehr gut, hochwertig und luftig an und schlägt für Nissan auch ein neues Designkapitel auf! Faktencheck: Auch Nissan hat eine zwei 12,3 Zoll große verbundene Displayscheiben auf die reduziert gestaltete Armaturentafel gestellt: die Instrumentenanzeige direkt hinterm Lenkrad und die Zentralscreen, die wellenförmig optisch und inhaltlich beide miteinander vernetzt sind. Wie beim Honda e können Fahrer und Beifahrer auch hier zwischen den Anzeigen „blättern“ und diese zwischen den Displays hin- und herschieben, dazu kommt ein Head-Up-Display. Für Nissan wirkt die neue Armaturenlandschaft sehr elegant und reduziert und auch die Japaner gehen mit dem neuen Ariya klar einen Schritt in Richtung „Lounge“ respektive „Wohnzimmer“, ähnlich wie es BMW noch extremer beim iX tut.

Unter der Instrumententafel befindet sich eine innovative Aufbewahrungsbox, aus der man einen Tisch ausklappen kann. Dadurch verwandelt sich das Cockpit auf Wunsch in ein mobiles Büro. Eine verschiebbare Konsole zwischen den Sitzen lässt sich an die Vorlieben des Fahrers anpassen und als Teil des Fahrerprofils speichern. Auch im Fond herrscht eine lounge-ähnliche Atmosphäre. Schiebt man die Box ganz nach vorn, hat man auch auf dem hinteren Mittelplatz sehr viel Beinfreiheit. Viele Funktionen lassen sich per Sprachbefehl steuern, in der Hoffnung, dass man auch hier BMW zum Vorbild nahm, wo genau das ganz wunderbar klappt.

Der Ariya kommt in fünf Versionen

Wie Ford oder Tesla setzt auch Nissan auf vier Basisversionen, die sich aus zwei Akkugrößen sowie Front- und Allradantrieb zusammensetzen. Die Akkus bieten brutto 63 kWh respektive 87 kWh, beide werden jeweils mit Zwei- oder Vierradantrieb (zwei Elektromotoren) angeboten. Die beiden Versionen mit Frontantrieb werden bei 160 km/h abgeregelt. Die Einstiegsversion hat 218 PS (160 kW) und fährt bis zu 360 km weit. Darüber folgt der Fronttriebler mit 178 kW und 87-kWh-Akku. Er ist mit bis zu 500 km Reichweite auch der Reichweitenkönig. Die Allradler, E-4Orce genannt, starten mit 63 kWh und 205 kW, (bis zu 340 km Reichweite) darüber rangiert die Version mit 225 kW und 87 kWh, die bis zu 460 km Reichweite bieten soll. Sie bieten außerdem üppige 1,5 Tonnen Anhängelast, wo sich die Modelle mit Vorderradantrieb mit 870 Kilogramm bescheiden müssen. Auch die Drehmomente steigen: Während die Fronttriebler je 300 Nm bieten, fahren die 4WD-Versionen 560 und 600 Nm auf. Topmodell ist der ebenfalls 600 Nm bietende Ariya 87 kWh e-4Orce Performance mit 290 kW (394 PS) Leistung. Er ist bis zu 200 km/h schnell. Sie soll bis zu 400 km weit kommen.

Immer an Bord ist der dreiphasige 22-kW-AC-Lader für Wechselstrom, während mit Gleichstrom (DC) bis zu 130 kW möglich sind, die als Ladeleistung nach ersten Informationen auch sehr lange aufrecht erhalten werden sollen, oder umgekehrt ausgedrückt: Für einen 800-Kilometer-Trip solen beim großen Akku drei Schnellladestopps mit je 15 Minuten ausreichen. Da die japanische Version über die Anschlüsse CHAdeMO und CCS laden kann, erhält sie zwei Klappen in den vorderen Kotflügeln, während die EU-Version nur beifahrerseitig ans Kabel gelegt werden kann.

Maß halten wird Nissan auch beim Preis und bei den Gewichten: Ersterer soll sich an VW ID.4 orientieren, wobei man mit dem Ariya dann schon ziemlich vollausgestattet antritt. Letzteres soll zwischen 1.800 und 2.300 Kilogramm liegen, womit man in der Grundversion sehr günstig startet, bei den Full-Spec-Allradlern aber auf dem schweren Niveau der Konkurrenz liegt.

Womit wir uns nochmal umsehen und den Raum genießen. Denn auch Nissan nutzt die neue Plattform mit ebenem Boden reichlich aus und bietet mit fast 2,78 Meter Radstand auf vergleichsweise kurzen 4,59 Meter Länge sehr viel Kopf- und Beinfreiheit auch im Fond, selbst wenn vorn große Passagiere sitzen. Die eingangs erwähnte Ankündigung können wir also bestätigen.

Dazu die Tatsache, dass auch der Ariya einen großen Sprung Richtung Lounge und Premium gemacht hat: Das reduzierte Ambiente orientiert sich auch hier etwas an Tesla und nutzt durchsichtige Folierungen, um kapazitive Bedienelemente optisch „verschwinden“ zu lassen, wenn das Auto ausgeschaltet ist. Dann wirkt das Interieur tatsächlich ein bisschen wie ein Wohnzimmer. Hinter dem sich übrigens ein ordentlicher Kofferraum befindet samt Kabelfächern an den Rändern und unterflur.

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