Test Tesla Model Y: Wie sexy ist Y?

(Update 2024: Neuigkeiten vom Tesla Model Y)

Nur vier Wochen nach der Präsentation stellte Tesla das Model Y für erste Fahreindrücke zur Verfügung – mit erwartbarem Ergebnis.

Platz und Flexibilität: Das Model Y bietet vor allem im Heckbereich mehr als das Model 3. (Foto: G. Soller)
Platz und Flexibilität: Das Model Y bietet vor allem im Heckbereich mehr als das Model 3. (Foto: G. Soller)
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Im weltweit boomenden Segment der elektrischen Midsize-SUV tummeln sich mittlerweile etliche Hersteller – außer Tesla. Mit dem Model Y schließen die Amerikaner jetzt auch in Europa diese wichtige Lücke im „Sexy“-Programm.

Auf den ersten Blick wirkt das Model Y wie ein etwas aus dem Leim gegangenes Model 3 – da es nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Breite, beim Radstand und der Länge wuchs. Das schafft innen merklich mehr Raum und man sitzt SUV-typisch höher – hinter der vom Model 3 bekannten Armaturentafel, mit allen Vor- und Nachteilen bei der Bedienung. Sexy wird es vor allem hinter der B-Säule: In Reihe zwei und im Kofferraum gibt es viel mehr Platz und eine große Heckklappe, welche das Beladen massiv vereinfacht. Da man hoch sitzt, fällt die Luftigkeit oben geringer aus als erwartet, dafür tun sich tiefe Ladehöhlen unterm Kofferraumboden und in der Mittelkonsole auf. Das Model Y ist gegenüber dem Model 3 vor allem nach unten gewachsen!

Sparsamer Verbrauch, starker Antritt

Das mehr an Raum und Flexibilität kostet etwas vom bodennahen Fahrverhalten des Model 3, dazu 7.000 respektive 9.000 Euro Aufpreis für die Dual-Motor-Modelle „Maximale Reichweite“ respektive „Performance“ und etwas mehr Strom. Wobei das „Mehr“ hier gering ausfiel: Mit einem günstigen Testverbrauch von 18,7 kWh wären wir so gut 400 Kilometer weit gekommen – womit das Thema Reichweite auch beim Model Y keines mehr ist.

Einmal in Fahrt, punktet das Model y mit straffem Fahrverhalten und feinem Grip in den Kurven. Erkauft wird das allerdings mit einer ebenso straffen Abstimmung, die das SUV auf kurzen Bodenwellen oder Unebenheiten unnötig hibbelig macht. In schnell gefahrene Kurven dreht das Model Y sauber ein, erst wenn im hoch liegenden Grenzbereich die Reifen pfeifen, schiebt das Model Y dezent über die Vorderräder. Die Fahrassistenz arbeitet gekonnt und feinfühlig. Die Lenkung gefiel im straffen Sport-Modus am besten. Generell bleibt auch das Model Y auf der knackigen Seite - für ein SUV. Denn die kartartige Direktheit des Model 3 wird durch die hohe Sitzposition natürlich vereitelt.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Das Heck macht den großen Unterschied

Die Stärke des Model Y ist das Heck: Der mittige „Überrollbügel“ rutschte hinter die zweite Sitzreihe, so dass die Fondinsassen durch ein riesiges Glasdach gen Himmel blicken können. Der Kofferraum lässt sich auf bis zu 1.868 Liter erweitern. Dazu kommt ein großes Unterfach und der Frunk unter der Fronthaube. Schade ist dabei nur, dass die Ein Drittel zu zwei Drittel umlegbare Rücksitzlehne nicht in der Länge und Neigung verstellbar ist. Das kommt erst beim Siebensitzer, wobei es da allerdings mit der Kopffreiheit in Reihe drei eng wird. Praktisch auch die 1,6 Tonnen gebremste Anhängelast.

Die Preise sind zum Start allerdings „gesalzen“: Sie starten bei 56.990 Euro brutto, das sind gut 47.890 Euro netto.

(Update 05.09.2024, Aktuelle Informationen/Entwicklungen zum Tesla Model Y ergänzt, lc)

Neuigkeiten vom Tesla Model Y

Update Anfang September 2024: Tesla: Model Y künftig in mehreren Versionen

Tesla plant, das Model Y ab 2025 in zwei neuen Versionen auf den Markt zu bringen: als Fünf- und als Siebensitzer. Der Fünfsitzer, unter dem Codenamen "Juniper", soll im ersten Quartal 2025 erscheinen, gefolgt vom Siebensitzer, der insbesondere für die Märkte in den USA und China wichtig ist. Beide Versionen werden optisch an das Model 3 angeglichen und ein größeres Update im Innenraum erhalten, vermutlich ohne Lenkstockhebel. Außerdem wird das teilautonome Fahren verbessert und ein dichter gepackter Akku für mehr Reichweite erwartet.

Tesla liegt jedoch hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück, bedingt durch interne Umstrukturierungen, Entlassungen und ein geschrumpftes Entwicklungsteam. Besonders in China verzögern sich Projekte, da das Beschaffungsteam stark reduziert wurde. Die neue Siebensitzer-Version wird voraussichtlich spezifische Anpassungen für den chinesischen Markt erhalten und ab dem vierten Quartal 2024 in China eingeführt, während die USA zuerst beliefert werden. Tesla plant mit einer Produktion von bis zu 20.000 Einheiten pro Monat für den Siebensitzer.

Angesichts sinkender Verkaufszahlen und abgesagter Projekte wie dem kompakten Model 2 ("Redwood") und dem neuen Model Y ("Opal") will Tesla mit den neuen Versionen des Model Y seine Marktposition stärken und Kunden zurückgewinnen. Eine kompaktere und günstigere Version des Model Y könnte erst 2026 folgen.

Update Mitte Februar 2024: Tesla: Model Y künftig in mehreren Versionen

Das geplante Facelift für das Tesla Model Y, bekannt unter dem Codenamen „Juniper“, wird erst 2025 erscheinen, wie Tesla in einem "Tweet" auf der Plattform X am 11. Februar bestätigt hat. Diese Verschiebung betrifft sowohl die USA als auch China, wo zuvor eine Markteinführung für 2024 erwartet wurde. In China gab es bereits 2023 kleinere Updates, wie die

 

Einführung einer mehrfarbigen Ambientebeleuchtung und optimierte Aero-Räder, was bei einigen Kunden Spekulationen über einen Abverkauf des aktuellen Modells auslöste.

Das Model Y Facelift soll einfacher und kostengünstiger zu produzieren sein und bleibt eng verwandt mit dem Model 3, das bereits 2023 in China und Europa überarbeitet eingeführt wurde. Die Produktion des Model Y erfolgt in den USA (Fremont und Austin), China (Shanghai), und Deutschland (Grünheide), wobei Änderungen an den Produktionslinien aufgrund von Lieferabhängigkeiten zeitlich gestaffelt umgesetzt werden könnten.

Tesla bietet derzeit hohe Rabatte an, um das Verkaufsvolumen des Model Y, dem meistverkauften Auto der Welt im Jahr 2023, zu halten. Das zukünftige Modell soll kostengünstiger produziert werden, während neue, verbesserte Technologien höhere Preise rechtfertigen sollen, um die Profitabilität von Tesla zu sichern.

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