Das London-Taxi fährt künftig elektrisch

Die London Taxi Company präsentierte in Berlin die fünfte Generation ihres rollstuhlgerechten Taxis mit einer neuen Antriebstechnologie.

Das London-Taxi TX5 hat seinen Kofferraum wieder statt eines Beifahrersitzes neben dem Fahrer. Hinter die Heckklappe passen nicht einmal zwei Bordtrolleys. (Foto: LTC)
Das London-Taxi TX5 hat seinen Kofferraum wieder statt eines Beifahrersitzes neben dem Fahrer. Hinter die Heckklappe passen nicht einmal zwei Bordtrolleys. (Foto: LTC)

Ab Ende 2017 soll das neue Modell TX5 der London Taxi Company (LTC) auf der Insel und ab 2018 als Linkslenker leise durch Europas Großstädte rollen. Möglich soll das ein rein elektrischer Antrieb machen. Sein Elektromotor an der Hinterachse wird im Normalbetrieb von Lithium-Ionen-Akkus gespeist. Sie sitzen unter der vom Fahrgastraum abgetrennten Fahrerkabine und sorgen vorn für einen bequemen Einstieg und eine Sitzposition, die man in etwa mit einem Mercedes-Benz Vito vergleichen kann. Der Längsverstellbereich des Fahrersitzes ist deutlich besser als bisher, geht aber zu Lasten der Kniefreiheit zweier Fahrgäste.

Für Autobahnfahrten oder wenn die Akkus erschöpft sind lädt ein Dreizylinder-Benziner mit 1,5 Litern Hubraum die Akkus. Er sitzt vorn unter der Haube. Die Reichweite soll laut dem Vorstandsvorsitzenden Carl-Peter Forster in etwa in der Mitte zwischen Plug-in-Hybriden und dem Tesla S liegen, denen er im Stadtverkehr 40 bis 50 beziehungsweise 250 bis 300 Kilometer zubilligt. LTC geht davon aus, dass die Akkus im Taxi-Einsatz während der Pausen über 22-kW-Schnellladestationen immer wieder aufgeladen werden können.

Die Karosserie des fünften London-Taxis hat einen geklebten Aluminium-Rahmen, der mit Verbund-Werkstoffen beplankt ist. Der Prototyp hatte ein Panoramadach, das über den ganzen Fahrgastraum reichte. Der Fahrgastraum ist über hinten angeschlagene Türen und einen niedrigen Einstieg gut zugänglich. Hinter der Fahrerkabine sind entgegen der Fahrtrichtung drei Klappsitze mit Dreipunktgurten angebracht, von denen der auf der Gehsteig-Seite drehbar ist und als Zustiegshilfe für wenig mobile Fahrgäste dienen kann. Rollstuhlfahrer sollen über eine einfache, aus dem Boden von Hand ausklappbare Rampe leicht ins Fahrzeug hineinrollen können. Gurtaufroller zur Rolli-Sicherung verbargen sich im Prototyp unter der mittig geteilten Dreier-Sitzbank, die in Fahrtrichtung angebracht ist. Ob die Rolli-Vorrichtungen der deutschen DIN entsprechend gestaltet werden, konnte keiner der Verantwortlichen sagen.

Das Unternehmen nannte weder konkrete Leistungsdaten noch Preise. Das speziell als Taxi konzipierte Fahrzeug sei für eine Nutzungsdauer von 15 bis 20 Jahren konzipiert und solle niedrigere Gesamtbetriebskosten als alle Fahrzeuge haben, die derzeit als Taxis eingesetzt würden, erklärte dazu LTC-Präsident Peter Johansen. Den deutschen Vertrieb möchte Carl-Peter Forster zunächst bei Partnern der chinesischen Geely-Gruppe in Großstädten beginnen, die schon professionellen Flotten unterstützten.

Forster denkt dabei nicht nur, aber auch an Volvo-Händler, da die schwedische Marke ebenso zu Geely gehört wie LTC. „Wir gehen auf ein paar Großstädte, wo wir je ein bis zwei Partner für den Service suchen“, sagte Forster zu taxi heute. „Erste Gespräche laufen bereits.“

Das neue Modell TX5 wird in einer neuen Fabrik im englischen Coventry gebaut. Dort sollen später auch Varianten mit längerem Radstand als Crewbusse entstehen.

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