ADAC-Verkehrspräsident plädiert für höhere Spritpreise - tausende Mitglieder kündigen

Weil der ADAC-Verkehrspräsident Hillebrand eine konsequentere Anwendung des Instruments der CO2-Bepreisung fossiler Kraftstoffe bei gleichzeitiger sozialer Kompensation sowie die Einhaltung der Klimaziele forderte, kündigen tausende Mitglieder. 

Zurecht hatte der ADAC eine konsequentere Anwendung des Instruments der CO2-Bepreisung von Kraftstoffen angemahnt - und erntet Proteste der Mitglieder. / Foto: ADAC Presse
Zurecht hatte der ADAC eine konsequentere Anwendung des Instruments der CO2-Bepreisung von Kraftstoffen angemahnt - und erntet Proteste der Mitglieder. / Foto: ADAC Presse
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Nachdem der ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand in einem Interview mit der Osnabrücker Zeitung eine konsequentere Anwendung des CO2-Preises bei Kraftstoffen und die Einhaltung der Klimaziele angemahnt hatte, ist es zum Austritt von tausenden Mitgliedern aus dem Autoclub gekommen. Die Rede ist von einer mittleren vierstelligen Zahl. Hillebrand hatte für höhere CO2-Preise bei Benzin plädiert.

"Der ADAC hält die CO2-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Die Leute brauchen einen Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen", erklärte Hillebrand. 

Zugleich warnte er vor einer Aufweichung der Klimaziele auf dem Kontinent. "Europa muss an ehrgeizigen CO2-Minderungszielen festhalten, denn wir müssen die Erderwärmung begrenzen. Dazu bekennt sich der ADAC ganz klar", unterstrich Hillebrand weiter. 

Zugleich hatte er aber Entlastungen an anderer Stelle angemahnt. "Ein höherer CO2-Preis findet damit nur dann die Akzeptanz des ADAC wie von Verbrauchern, wenn die Politik zuerst ausreichende Entlastungen und mehr Alternativen zu fossiler Energie schafft". Die Erhöhung der Pendlerpauschale sei ein Schritt in diese Richtung, der auch auf Einwirken des ADAC zustande gekommen sei, so der Club. 

Der Emissionshandel als Gegenmodell zum harten Ausstieg

Die Position des Autoclubs ist nicht neu und schon häufiger artikuliert worden, etwa im jüngsten ADAC-Mobilitätsindex vom Oktober 2025, worin es heißt, "Deutschland sollte sich für die gesellschaftliche Akzeptanz des europäischen CO2-Emissionshandels (ETS II) einsetzen". Durch dieses Preisregime werden fossile Kraftstoffe gemäß ihren Umweltwirkungen sukzessive verteuert. Der Mechanismus gilt als Gegenmodell zu einem harten Verbrennerausstieg. 

 

Zum Jahreswechsel war der CO2-Preis von 55 Euro je Tonne auf 55 bis 65 Euro gestiegen, was das Tanken bereits verteuerte. Ein Liter E10 taxierte gemäß ADAC bei 1,709 Euro, 3,4 Cent mehr als am 31.12.2025. Diesel legte um vier Cent zu auf 1,658 Euro pro Liter. Ursprünglich sollte der ETSII ab 2027 auch auf die Sektoren Verkehr und Gebäude erweitert werden, was die EU Kommission aber wahrscheinlich auf 2028 verschieben wird. Zudem will die EU den eigentlich für 2035 geplanten Verbrennerausstieg aufweichen. 

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