Abgasuntersuchung wird deutlich teurer

Die Bundesregierung will gegen Preisdumping vorgehen – leider nur bei den Abgasuntersuchungen. Kurz bevor sich die Politiker in die Sommerpause verabschiedeten, erhöhten sie deshalb die gesetzlichen Mindestpreise für die AU kräftig.
Redaktion (allg.)

Seit August gelten für die AU nur noch zwei Preiskategorien: Eine AU mit Messung am Auspuffrohr kostet nun mindestens 21,20 Euro statt der bisherigen 10,90 Euro. Die Höchstgrenze bleibt unverändert bei 98 Euro.

Für die nach 2005 zugelassenen Fahrzeuge, die keine Messung am Auspuff benötigen, sondern mittels Diagnosegeräts ausgelesen werden können, werden bei der AU nun 11,95 Euro statt 6,20 Euro fällig. Maximal dürfen hier 55,20 Euro gefordert werden. Mit der Preiserhöhung will der Gesetzgeber nach eigenen Angaben dem Aufkommen von Dumping-Preisen beim Geschäft mit amtlichen Prüfsiegeln einen Riegel vorschieben.

Nach Einschätzung des Auto- und Reiseclubs Deutschland (ARCD) dürfte es in der Praxis dennoch nicht zu einem starken Anstieg der Kosten für die Abgasuntersuchung kommen, die seit Anfang 2010 Bestandteil der Hauptuntersuchung (HU) ist. Der Grund: Die neuen Gebührenuntergrenzen in der Verordnung wirken sich laut ARCD kaum aus, weil die Preise schon jetzt zum Teil deutlich über den gesetzlichen Untergrenzen liegen.

Der ARCD rät Fahrzeugbesitzern, darauf zu achten, ob der Prüfbetrieb den zulässigen Kombibonus für HU und AU weitergibt und nicht zwei volle Gebühren abrechnet. Der Club empfiehlt generell Tarifvergleiche zwischen den in der Region ansässigen Anbietern. Nach einer von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erhobenen Stichprobe kann die Preisspanne für eine Hauptuntersuchung durchaus um bis zu 50 Prozent differieren.

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