VSPV verstärkt Präsenz in Berlin: Meinhardt leitet Hauptstadtbüro

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Guten Tag,

Aufbrüche, Abschiede und Austritte

Während in Berlin zum Jahreswechsel über CO₂-Preise, Emissionshandel und Klimaziele diskutiert wird, sortiert sich die Taxi-Verbandslandschaft neu. Der Austritt des VSPV aus dem TMV ist so ein Vorgang, der in der Branche für hochgezogene Augenbrauen sorgt. Ein Landesverband verlässt den bundesweiten Schulterschluss und sagt sinngemäß: Wir machen das jetzt selbst. Wer ein Hauptstadtbüro eröffnet und Patrick Meinhardt nach Berlin schickt, will nicht beleidigt sein, sondern sichtbar. Das kann man mutig finden oder riskant, je nach Blickwinkel.

Fast zeitgleich zeigt der ADAC, wie schnell es ungemütlich wird, wenn Interessenvertretung nicht mehr nur das sagt, was Mitglieder gern hören. Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand plädiert für höhere CO₂-Preise – flankiert von sozialem Ausgleich – und tausende Mitglieder kündigen. Man kann das als Kurzschlussreaktion lesen oder als Lehrstück über politische Kommunikation. Wer Autofahrern erklärt, dass Tanken teurer werden muss, sollte sich über Empörung nicht wundern.

Für Taxiunternehmer steckt darin eine doppelte Lehre. Erstens: Interessenvertretung ist kein Wohlfühlprogramm. Sie muss gelegentlich Dinge aussprechen, die unbequem sind – gegenüber der Politik wie gegenüber den eigenen Leuten. Zweitens: Wer den Anspruch erhebt, ernst genommen zu werden, muss präsent sein, in Berlin, in Ministerien, in Anhörungen. Ob man das gemeinsam oder allein besser erreicht, darüber lässt sich streiten. Gestritten wird ja bereits.

Zum Jahresbeginn bleibt deshalb vor allem eines zu wünschen: klare Linien, offene Debatten und die nötige Portion Gelassenheit. Wer jeden Tag Menschen sicher durch die Stadt bringt, weiß, dass man nicht jede Kurve vorhersehen kann – aber sehr wohl, wie man sie nimmt. In diesem Sinne wünschen wir der Branche einen guten Start ins Jahr 2026, kluge Entscheidungen an den richtigen Stellen und die Zuversicht, dass sich Einsatz und Beharrlichkeit auch in diesem Jahr auszahlen werden.

Thomas Kanzler
Chefredakteur taxi heute

Thomas Kanzler
Chefredakteur (V.i.S.d.P.)

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