BER-Aus für Berliner Taxis: Ab 2027 droht die Rückfahrt ohne Fahrgast
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Am BER ist das Berliner Taxi künftig unerwünscht, wenn es auf den nächsten Fahrgast wartet. In München soll es bald ganz ohne Fahrer auskommen. Man muss der Branche lassen: Langweilig wird ihr die Zukunft nicht gemacht. Während der eine Unternehmer ab 2027 womöglich leer vom Hauptstadt-Flughafen zurückfahren muss, plant man im Süden bereits eine Flotte von 500 Robotaxis.
Ab Januar 2027 dürfen Berliner Taxis am Flughafen nicht mehr auf spontane Fahrgäste warten. Wer einen Gast zum BER bringt, muss künftig im Zweifel leer zurückfahren. Vorbestellte Abholungen bleiben erlaubt. Die Begründung des Landkreises klingt nüchtern: zu lange Standzeiten, gesunkene Nachfrage, ausreichend eigene Fahrzeuge. Bis zu drei Stunden Wartezeit seien keine Seltenheit. Natürlich muss ein Flughafen seinen Verkehr organisieren. Und natürlich ist es legitim, die örtlichen Unternehmen nicht dauerhaft im Wettbewerb mit einer halben Hauptstadtflotte zu sehen. Nur sollte man bei aller Ordnungsliebe nicht vergessen, dass Fahrgäste keine Kreisgrenzen kennen. Sie wollen nach der Landung nach Hause, ins Hotel oder zum Anschlusszug. Wenn die Bahn ausfällt oder mehrere Maschinen gleichzeitig landen, hilft die Zuständigkeitskarte wenig. Dann zählt, ob ein Taxi da ist.
Während am BER also darüber gestritten wird, wer wo warten darf, denkt das Münchner Taxi Zentrum (MTZ) schon darüber nach, wer künftig überhaupt noch am Steuer sitzt. Gemeinsam mit dem US-Unternehmen Tensor plant das MTZ bis zu 500 autonome Taxis. Die Fahrzeuge sollen unter der Marke des Münchner Unternehmens fahren, in dessen Vermittlungssystem eingebunden sein und die Kundenbeziehung beim Taxiunternehmen belassen. Tensor liefert Auto und Fahrsoftware – gegen ein laufendes Abonnement. Das Taxi bekommt gewissermaßen einen digitalen Chauffeur.
Doch eine Absichtserklärung ist noch keine Betriebserlaubnis, und ein selbstfahrendes Auto ist nicht automatisch ein wirtschaftliches Taxi. Anschaffung, Software, Wartung, Zulassung und tatsächliche Auslastung müssen sich rechnen. Außerdem wird es weiterhin Fahrgäste geben, die Hilfe beim Einsteigen oder beim Gepäck brauchen, oder schlicht einen Menschen, der zuhört, wenn der Anschlusszug weg ist.
Ob ein Taxi leer zurück nach Berlin fahren muss oder ohne Fahrer durch München rollt: Am Ende muss die Rechnung stimmen. Und zwar nicht nur für den Landkreis, den Softwareanbieter oder den Flughafen, sondern vor allem auch für das Unternehmen, das den Dienst auf die Straße bringt.
Thomas Kanzler
Chefedakteur taxi heute
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