TMV Think Tank: Einheitliche Regeln, unterschiedliche Wege – wie das Einheitsgewerbe die Branche in Österreich verändert hat
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zwischen Einheitsgewerbe und Robo-Revolution
In Österreich fährt man seit fünf Jahren mit einem „Einheitsgewerbe“ – also einer rechtlichen Gleichschaltung von Taxi- und Mietwagenunternehmen. Das Ziel: gleiche Bedingungen für alle, egal ob klassischer Standplatzbetrieb oder App-Vermittlung. Auf dem Papier klingt das ordentlich, in der Praxis bleibt’s bunt. Wien drückt aufs Strompedal und lässt seit 2025 nur noch E-Taxis zu, die Steiermark bleibt mit Verbrennern lieber bodenständig.
Der österreichische Ansatz ist ein Versuch, Ordnung ins Gewirr aus Taxametern, Plattformen und Paragraphen zu bringen. TMV-Präsident Thomas Kroker sah in diesem Modell beim Think Tank des Taxi- und Mietwagenverbandes durchaus Chancen für Deutschland. Vielleicht, weil Vereinheitlichung manchmal besser ist, als mit dem gewohnten föderalen Klein-Klein gegen einen milliardenschweren Gegner anzutreten…
Österreich hat also seine Paragrafen sortiert. In Deutschland scheint man sich noch uneins zu sein, wie man erfolgreich gegen die Plattformbetreiber antreten kann. Und Uber? Bastelt bereits an der Zukunft ohne Fahrer. 100.000 Robotaxis sollen es irgendwann werden. Die ersten Modelle könnten 2027 fahren, falls bis dahin jemand den menschlichen Faktor zuverlässig ersetzt. Ironischerweise war es ja Uber selbst, das vor Jahren nach einem tödlichen Testunfall die eigene Robocar-Entwicklung einstampfte. Jetzt also die zweite Runde – diesmal nicht als Entwickler, sondern als Plattform für autonome Flotten anderer Hersteller.
Für Taxiunternehmer hierzulande klingt das wie Science-Fiction mit Preisdruckgarantie. Noch ist das Robofahren eher ein Versprechen als eine Gefahr. Während das deutsche Taxi-Gewerbe noch daran arbeitet, den digitalen Vorsprung der amerikanischen Plattformbetreiber aufzuholen, ist Uber bereits dabei, den Fahrer überflüssig zu machen.
Thomas Kanzler
Chefredakteur taxi heute
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