Streit um kleine Fachkunde: Taxi-Verband fordert Nachbesserungen
Es gibt im Taxigewerbe eine bemerkenswerte Konstante: Die eigentliche Arbeit endet selten dort, wo der Fahrgast aussteigt.
Das gilt besonders für Krankenfahrten. Auf den ersten Blick wirken sie wie ein Musterbeispiel für Verlässlichkeit. Während andere Geschäftsfelder kommen und gehen, während neue Mobilitätsanbieter den Markt aufmischen und sich Fahrgastströme verändern, bleiben Fahrten zur Dialyse, zur Reha oder zum Facharzt ein fester Bestandteil vieler Unternehmensplanungen. Krankenfahrten sind für zahlreiche Betriebe längst nicht mehr nur ein zusätzliches Standbein, sondern eine tragende Säule.
Doch wer glaubt, die Herausforderung bestehe darin, pünktlich vor der Arztpraxis vorzufahren, der hat die Rechnung ohne die Rechnung gemacht. Denn irgendwo zwischen Verordnung, Genehmigung, Leistungsnachweis, Stempel, Unterschrift und Krankenkasse beginnt oft ein zweiter Arbeitstag. Ein Arbeitstag, der nicht auf der Straße stattfindet, sondern am Schreibtisch. Und dort gelten bekanntlich andere Verkehrsregeln.
Während der Fahrer längst den nächsten Fahrgast befördert, kämpfen Unternehmer und Verwaltungsmitarbeiter mit Formularen, Fristen und Rückfragen. Die Krankenfahrt selbst dauert vielleicht zwanzig Minuten. Die korrekte Abrechnung kann deutlich länger beschäftigen. Ein fehlendes Kreuz, eine unvollständige Verordnung oder eine falsch interpretierte Vorgabe reichen manchmal aus, um Zahlungen zu verzögern oder Rechnungen zurückkommen zu lassen.
Man könnte sagen: Im Gesundheitswesen fährt nicht nur das Taxi von A nach B. Auch das Papier legt erstaunliche Wege zurück. Dabei wird die Verwaltung zunehmend zu einem betriebswirtschaftlichen Faktor. Fahrzeuge wollen finanziert, Mitarbeiter bezahlt und Tankrechnungen beglichen werden. Liquidität entsteht nicht durch eingereichte Unterlagen, sondern durch bezahlte Rechnungen. Genau deshalb beschäftigen sich immer mehr Unternehmer mit der Frage, ob sie die Abrechnung selbst organisieren oder an spezialisierte Dienstleister auslagern. Diese Entscheidung ist längst keine reine Verwaltungsfrage mehr. Sie betrifft Effizienz, Planungssicherheit und letztlich die Wirtschaftlichkeit des gesamten Betriebs.
Und weil Praxiswissen bekanntlich am wertvollsten ist, laden wir Sie gemeinsam mit unserem Partner opta data zu einem kostenfreien Webinar ein. Unter dem Titel „Top Absetzungsgründe der Kostenträger bei Krankenfahrten“ sprechen Experten am 17. Juni um 13 Uhr über genau jene Fehler, die Unternehmer Zeit, Geld und manchmal auch Nerven kosten. Vielleicht gilt am Ende eine Erkenntnis, die viele Unternehmer aus eigener Erfahrung kennen: Die schwierigste Strecke einer Krankenfahrt führt heute nicht mehr zur Klinik. Sondern durch die Abrechnung.
Thomas Kanzler
Chefredakteur taxi heute
Jetzt kostenlos abonnieren
Weitere Editorials