Audi charging hub: Neuer Schnellladestandort in Düsseldorf

Mit dem Standort Düsseldorf wächst das charging hub Netz der Ingolstädter auf neun Standorte im deutschsprachigen Raum. Der Ausbau folgt einem modularen und energieorientierten Ansatz, mit Pufferspeicher und 400-kW-Säulen.

Öffentliche Ladeangebote werden zunehmend mit Energie- und Nutzungskonzepten bestehender Stadtquartiere verknüpft. | Foto: Audi AG
Öffentliche Ladeangebote werden zunehmend mit Energie- und Nutzungskonzepten bestehender Stadtquartiere verknüpft. | Foto: Audi AG
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Am 11. Dezember 2025 hat Audi am EUREF Campus in Düsseldorf einen weiteren Ladehub eröffnet. Laut Unternehmen handelt es sich um den ersten Standort dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Mit Düsseldorf ergänzt der Hersteller sein Ladeangebot im Jahr 2025 um einen dritten Standort, nachdem zuvor bereits charging hubs in Kiefersfelden und am Münchner Westkreuz in Betrieb gegangen sind. Insgesamt betreibt Audi damit neun Ladehubs im deutschsprachigen Raum.

Neuer Standort in einem Energiequartier

Der neue charging hub befindet sich in unmittelbarer Nähe des Düsseldorfer Flughafens auf dem EUREF Campus. Das Quartier gilt laut Audi als Modellregion für die Energiewende und verbindet Energie, Mobilität und Gewerbe. Der Standort ist öffentlich zugänglich und richtet sich an Nutzerinnen und Nutzer von Elektrofahrzeugen aller Marken. Am Düsseldorfer Standort stehen vier Schnellladepunkte zur Verfügung, die eine Ladeleistung von bis zu 400 Kilowatt ermöglichen. Die Anbindung erfolgt über einen Niederspannungsanschluss, der durch eine lokale Pufferspeicherlösung ergänzt wird.

Fokus auf Komfort und Zugänglichkeit

Nach Angaben des Unternehmens legt Audi bei seinen Ladehubs besonderen Wert auf Bedienkomfort und barrierearmen Zugang. In Düsseldorf kommt ein Schwenkarm zum Einsatz, der das Gewicht des Ladekabels um rund 60 Prozent reduziert. Ergänzend sorgen höhenverstellbare Displays und großzügig ausgelegte Rangierflächen für eine einfache Nutzung auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen.

Hubert Link, der die Weiterentwicklung der charging hubs verantwortet, erklärt laut Unternehmensangaben, ein barrierearmer Zugang sei für Audi kein Zusatz, sondern ein selbstverständlicher Standard. Der Ladehub verstehe sich nicht nur als technischer Ladepunkt, sondern als Kontaktfläche zur Marke.

Während der Ladezeit können Nutzerinnen und Nutzer auf gastronomische Angebote und sanitäre Einrichtungen zurückgreifen. Darüber hinaus befinden sich auf dem EUREF Campus mehrere Showrooms ansässiger Unternehmen. Der Standort dient zudem als Veranstaltungsort mit mehr als 100.000 Teilnehmenden pro Jahr.

Modulares Bau- und Energiekonzept

Audi setzt bei den charging hubs auf ein modulares Baukonzept. Laut Unternehmensangaben ermöglicht diese Bauweise kurze Errichtungszeiten und eine flexible Anpassung an unterschiedliche Standorte. Die Module lassen sich bei Bedarf versetzen, ohne zusätzliche Flächen dauerhaft zu versiegeln.

Als Energiespeicher am Standort kommen Second Life-Batterien aus Erprobungsfahrzeugen zum Einsatz. In Düsseldorf steht eine Speicherkapazität von rund einer Megawattstunde zur Verfügung. Diese Energiemenge reicht laut Audi aus, um bis zu 60 Fahrzeuge ohne Unterbrechung zu laden. Die Batteriespeicher dienen zugleich als Puffer und reduzieren die Belastung des Stromnetzes.

Dynamische Strombeschaffung mit Prognosemodell

Seit Kurzem werden die Audi charging hubs in Deutschland über ein dynamisches Strombezugsmodell versorgt. Im Zentrum steht ein vom Unternehmen entwickeltes Vorhersagemodell, das den Strombedarf für den folgenden Tag berechnet. Ziel ist es laut Audi, Strom dann zu beschaffen, wenn er besonders günstig ist und überwiegend aus erneuerbaren Quellen stammt, etwa bei hoher Wind- oder Solarstromerzeugung. Dieses Zusammenspiel aus Batteriespeicher und zeitlich optimiertem Strombezug soll die Wirtschaftlichkeit verbessern und gleichzeitig den Anteil erneuerbarer Energien erhöhen.

Verantwortung für die Weiterentwicklung

Die Verantwortung für die Weiterentwicklung der charging hubs liegt bei Hubert Link. Er war zuvor in den Bereichen Customer Care und Marketing bei Audi tätig. Laut Unternehmensangaben setzt er in seiner neuen Rolle Schwerpunkte bei Kundenerlebnis und Ladekomfort. Link betont, der charging hub sei mehr als eine reine Ladestation und fungiere als sogenannter Touchpoint zur Marke.

Einbindung durch Eröffnungsevent

Ende November 2025 begleitete Audi die Eröffnung des Standorts Düsseldorf mit einem zweitägigen Event. Besucherinnen und Besucher konnten sich laut Unternehmensangaben über Elektromobilität und Ladeinfrastruktur informieren. Fachleute aus den Bereichen Elektromobilität, Ladeinfrastruktur und Fahrzeugtechnik standen für Gespräche zur Verfügung. Ergänzend bot Audi Probefahrten mit aktuellen elektrischen Modellen an.

Strategischer Ausblick

Mit den neuen Standorten in Düsseldorf, Kiefersfelden und München Westkreuz treibt Audi den Ausbau seiner Ladeinfrastruktur weiter voran. Laut Unternehmensangaben sind auch für das Jahr 2026 weitere charging hubs in deutschen Städten geplant.

Der neue Standort in Düsseldorf,e zeigt dass Ladeinfrastruktur zunehmend an Orten entsteht, an denen Fahrzeuge ohnehin abgestellt werden. Schnellladepunkte mit hoher Leistung, kombiniert mit Speicherlösungen und dynamischem Strombezug, können öffentliche Ladeangebote planbarer machen. Gleichzeitig bleibt die Zahl der Ladepunkte pro Standort überschaubar. Ein solches Angebot ersetzt daher keine eigene Ladeinfrastruktur, kann diese aber sinnvoll ergänzen, insbesondere im urbanen Raum und auf Strecken mit hoher Fahrleistung. 

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