Volocopter Flugtaxi: Newsübersicht zum elektrisch betriebenen Flugtaxi
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Dieser Artikel besteht aus folgenden Volocopter News:
- Volocopter wird Teil von Diamond Aircraft – Bruchsaler Standort bleibt erhalten (20.03.2025)
- CFO Christian Bauer verlässt Volocopter und wird neuer InnoEnergy CEO (18.02.2025)
- Insolvent, aber zuversichtlich: Volocopter sucht Investoren (13.01.2025)
- FlyNow statt Ikarus: Wie ein Salzburger Start-up das Konzept der Flugtaxis revolutioniert (13.12.2024)
- Volocopter hebt zu Olympia ab - noch keine Passagierflüge (09.08.2024)
- Volocopter darf während Olympischer Spiele abheben (08.08.2024)
- Volocopter wartet weiter auf Flugerlaubnis für Paris (25.07.2024)
- Volocopter-Chef kritisiert Politik für mangelnde Unterstützung (07.05.2024)
- Taxibundesverband kritisiert Millionen-Förderung für Volocopter (11.04.2024)
Über Volocopter:
Volocopter ist ein deutsches Unternehmen, das elektrisch betriebene Flugtaxis für den urbanen Verkehr entwickelt. Der Volocopter VoloCity, ein senkrecht startendes und landendes eVTOL (electric Vertical Take-Off and Landing), soll emissionsfreie Kurzstreckenflüge ermöglichen. Mit ersten Testflügen weltweit und geplanten Einsätzen in Städten wie Singapur und Paris treibt Volocopter die Zukunft der urbanen Mobilität voran.
Volocopter wird Teil von Diamond Aircraft – Bruchsaler Standort bleibt erhalten
News vom 20.03.2025 von Lara Chochola
Der österreichische Flugzeughersteller Diamond Aircraft integriert Volocopter in sein Portfolio und sichert damit den Fortbestand des Unternehmens sowie den Standort Bruchsal. Mit der Integration erweitert Diamond Aircraft, eine Tochter der chinesischen Wanfeng-Gruppe, sein Portfolio um elektrische Senkrechtstarter (eVTOL).
Im Zentrum der Bemühungen stehen nun die Musterzulassung des VoloCity für 2025 und die Weiterentwicklung des Modells. Ziel sei es, den kommerziellen Betrieb zu ermöglichen und langfristig zur nachhaltigen Luftfahrt in Europa beizutragen. Die bisherigen Volocopter-Mitarbeitenden bleiben Teil des Unternehmens.
CFO Christian Bauer verlässt Volocopter und wird neuer InnoEnergy CEO
News vom 18.02.2025 von Franziska Neuner
EIT InnoEnergy ernennt Christian Bauer zum neuen DACH-CEO.
EIT InnoEnergy, der Impact Investor für die Industrialisierung von Clean Tech-Innovationen, der vom Europäischen Innovations- und Technologieinstitut (EIT), einer Einrichtung der Europäischen Union, unterstützt wird, gibt die Ernennung von Christian Bauer zum neuen Mitglied des Vorstands und CEO für die DACH-Region bekannt.
Europas Energieunabhängigkeit stärken
Bauer verfügt über mehr als 20 Jahre Führungserfahrung in den Bereichen Mobilität, Clean Tech und Erneuerbare Energien. Als Geschäftsführer für Deutschland, Österreich und die Schweiz soll Bauer dazu beitragen, die Energieunabhängigkeit Europas zu stärken, saubere Technologien voranzutreiben und die Energiezukunft zu sichern.
"Mit seiner Erfahrung und Verankerung in der Wirtschaft ist Christian Bauer eine hervorragende Ergänzung unseres Führungsteams. Er wird InnoEnergy dabei helfen, die industrielle Dekarbonisierung Europas zu beschleunigen und seine Führungsrolle im Clean Tech-Sektor auszubauen. Wir freuen uns, ihn in dieser entscheidenden Phase der industriellen Transformation und Energiewende für uns gewonnen zu haben", erklärt Diego Pavía, CEO von EIT InnoEnergy.
Umfangreiche Erfahrung im Gepäck
Bauer bringt umfangreiche Führungserfahrungen aus früheren Positionen mit, zuletzt bei Volocopter und davor bei Daimler/Mercedes-Benz, wo er globale Partnerschaften mit Renault/Nissan, HERE Technologies und Microsoft verantwortete.
"Wir stehen vor enormen Herausforderungen in der globalen Energiewirtschaft. Daher freue ich mich, in meiner Rolle bei EIT InnoEnergy einen Beitrag zu einer klimaneutralen Industrie leisten zu können. Neben der Weiterentwicklung von EIT InnoEnergy werde ich unsere Portfoliounternehmen dabei unterstützen, nachhaltige Innovationen zu skalieren, internationale Kooperationen zu fördern und die europäischen Technologieführer von morgen zu formen", so Bauer.
Christian Bauer tritt die Nachfolge von Christian Müller an, der 12 Jahre lang als Vorstandsmitglied und CEO DACH Innovationen bei ihrem kommerziellen Durchbruch unterstützt, den Aufbau strategischer Partnerschaften und die Internationalisierung im Energie- und Mobilitätssektor maßgeblich vorangetrieben und damit einen bedeutenden Beitrag für die Organisation geleistet hat.
Auf Wachstumskurs
Mit der Ernennung des neuen CEO für die DACH-Region setzt EIT InnoEnergy seinen Wachstumskurs fort. Mit 56 Finanzierungsrunden im Jahr 2024 hat das Portfolio an Start-ups und Scale-ups insgesamt rund 9,8 Milliarden Euro an Eigenkapital, Fremd- und Projektfinanzierung eingesammelt. Diese Investitionen in Bereiche wie Wellenenergie, Batterien oder grüner Stahl spiegeln den starken Zuspruch und Unterstützung durch private und öffentliche Geldgeber wider.
Insolvent, aber zuversichtlich: Volocopter sucht Investoren
News vom 13.01.2025 von Franziska Neuner
(dpa) So richtig Aufwind hat die Elektro-Flugbranche bisher nicht bekommen. Finanzielle Schwierigkeiten führen nach Lilium ein zweites Start-up zum Amtsgericht.
Insolvenzantrag zu Weihnachten und ein Wunschzettel fürs neue Jahr: Weil die Gespräche mit möglichen Investoren nicht fruchteten, hat der Flugtaxi-Hersteller Volocopter Insolvenz angemeldet und sucht Investoren. Für die rund 500 Mitarbeitenden soll es erst einmal wie gewohnt weitergehen.
Das Amtsgericht Karlsruhe habe Tobias Wahl von Anchor Rechtsanwälte zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, teilte Volocopter im badischen Bruchsal mit. Der Anwalt möchte bis Ende Februar ein Sanierungskonzept entwickeln und mit Investoren umsetzen.
«Das Unternehmen benötigt jetzt eine Finanzierung, die es ermöglicht, die letzten Schritte zum Markteintritt zu gehen.»
Volocopter fehlt noch eine Musterzulassung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (Easa), um mit den senkrecht startenden vollelektrischen Fluggeräten Passagiere befördern zu dürfen. Die Firma geht trotz des am zweiten Weihnachtstag angemeldeten Insolvenzverfahrens davon aus, dass diese im neuen Jahr kommt und es dann losgehen kann.
«Wir sind sowohl technologisch als auch bei der Flugerfahrung sowie im Zertifizierungsprozess im nationalen und internationalen Wettbewerb ganz weit vorne», sagte Volocopter-Chef Dirk Hoke, der das Unternehmen Ende Februar verlässt.
Parallelen zu Lilium
«Der Geschäftsbetrieb läuft weiter», teilte eine Sprecherin mit. «Ziel ist ein Erhalt der Arbeitsplätze und das Insolvenzverfahren zu nutzen, um Volocopter zu sanieren und nachhaltig wettbewerbsfähig aufzustellen.» Unter Hoke sei die Zahl der Mitarbeitenden von rund 700 auf derzeit 500 gesenkt worden.
Zu Geschäftszahlen macht Volocopter keine Angaben. Das Magazin «Capital» hatte unter Berufung auf den Jahresabschluss 2023 berichtet, das Start-up habe 146,2 Millionen Euro Verlust gemacht nach 136,8 Millionen Euro im Vorjahr. Mitte November hatte Volocopter Oliver Vogelgesang als Finanzchef geholt.
Er kam vom ebenfalls insolventen Elektroflugzeug-Pionier Lilium aus Bayern. Lilium hatte Heiligabend mitgeteilt, das Investorenkonsortium Mobile Uplift Corporation übernehme den Betrieb. 750 Mitarbeiter, denen wenige Tage vor Weihnachten gekündigt worden war, sollten einem Sprecher zufolge zurückgeholt werden. Anders als Volocopter läuft das Insolvenzverfahren dort in Eigenverwaltung.
Keine Hilfe vom Staat
CSU-Politikerin Dorothee Bär hatte die Flugtaxi-Branche mit einem Interview vor einigen Jahren in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Doch so richtig zum Laufen kam der Industriezweig in Deutschland nicht. Lilium und Volocopter hatten in der Vergangenheit immer wieder finanzielle Unterstützung gesucht.
Staatliche Hilfe aus Baden-Württemberg und Bayern, die im Laufe des Jahres samt Wechsel des Volocopter-Hauptsitzes in den Freistaat im Gespräch war, blieb jedoch aus. Zuletzt war es um je 50 Millionen Euro vom Bund und Bayern gegangen. Das Geld kam dann am Ende von Investoren.
Später berichtete der Finanzdienst Bloomberg, der chinesische Mischkonzern Geely sei an der Übernahme des Flugtaxi-Start-ups interessiert. Volocopter wollte sich damals dazu nicht inhaltlich äußern.
Nachfolgesuche für Chefposten
Nun hieß es in der Erklärung, in der Vergangenheit hätten zahlreiche Finanzierungsrunden die Entwicklung und den Betrieb vorangetrieben. Bis vor kurzem habe Volocopter so in einem äußert schwierigen Finanzumfeld bestanden.
«Trotz intensiver Bemühungen ist es dennoch nicht gelungen, eine tragfähige Lösung zu finden, um den regulären Betrieb außerhalb eines Insolvenzverfahrens der Volocopter GmbH aufrechtzuerhalten.»
Hoke hatte die Politik nach den ausgebliebenen Hilfen kritisiert und ihr mangelnde Unterstützung vorgeworfen: «Natürlich richtet man in einer derart technologisch komplexen und kapitalintensiven Branche wie unserer auch den Blick in Richtung des Staates», sagte er «Capital».
Dass der CEO im Frühjahr ausscheidet, hat mit der Insolvenz allerdings nichts zu tun und ist schon länger bekannt. Ex-Daimler-Chef Dieter Zetsche soll als Beiratsvorsitzender einen Nachfolger suchen.
In Deutschland nur Einsätze im Rettungswesen?
Eigentlich hatte Volocopter während der Olympischen Spiele in Paris Menschen fliegen wollen. Auch wenn dem Unternehmen noch die Erlaubnis zum kommerziellen Passagierbetrieb fehlt, sind die Flugtaxis dennoch zu sehen. So gab es in Paris Show-Flüge unter anderem in der Nähe von Schloss Versailles und regelmäßige Testflüge. Auch Piloten darf Volocopter ausbilden.
Das Start-up hat Städte wie Rom und Osaka auf der Agenda. Regelmäßige Flüge in Deutschland haben indes keine Priorität, weil die Städte hierzulande den Angaben nach nicht so groß und dicht besiedelt sind. Zudem hätten sie autarke Nahverkehrsnetze. In Deutschland arbeitet Volocopter mit der ADAC-Luftrettung zusammen, um etwa den Einsatz für Rettungszwecke zu erproben.
Bundesministerium will gute Bedingungen für Flugtaxis schaffen
Das Bundesverkehrsministerium hatte vor kurzem eine Strategie vorgestellt, um den Einsatz von Drohnen und Flugtaxis auszuweiten. Diese sieht Teststrecken für Lufttaxis ab 2026 vor und einen bundesweiten Betrieb ab 2032.
«Wir wollen, dass diese Fortbewegungsmittel der Zukunft in Deutschland hergestellt und betrieben werden», erklärte Ressortchef Volker Wissing (parteilos). «Das schafft nicht nur neue High-Tech-Arbeitsplätze, sondern sichert auch langfristig unsere Position als führender Industrie- und Innovationsstandort.»
Obwohl beworben als nachhaltig und leise sind die modernen Fluggeräte nicht unumstritten: Eine Analyse des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim von elf Untersuchungen ergab, dass sich Reisezeiten kaum verkürzten, während die Kosten und im Vergleich zu E-Autos auch die CO2-Emissionen stiegen.
«Nützlich kann urbane Luftmobilität vor allem bei Notfalleinsätzen sowie zum Anbinden entlegener Regionen sein.»
FlyNow statt Ikarus: Wie ein Salzburger Start-up das Konzept der Flugtaxis revolutioniert
News vom 13.12.2024 von Thomas Kanzler
Die Idee, Taxis durch Flugdrohnen zu ersetzen, ist zukunftsweisend. Die Umsetzung schwierig, wie die Beispiele von Lilium und Volocopter zeigen. Einen radikal anderen Weg schlägt das Salzburger Start-up FlyNow ein.
Die Pläne sind ambitioniert und spannend. Mit elektrischen Flugtaxis wollen Unternehmen wie Lilium oder Volocopter die Mobilität der Zukunft mitgestalten. Mittlerweile sind dunkle Wolken am Himmel der beiden Start-ups aufgezogen. Lilium musste bereits einen Insolvenzantrag stellen und bei Volocopter hoffen sie auf einen Einstieg von Geely, die sich das Know-how für einen Apfel und ein Ei sichern könnten -wenn man den die kolportierten 95 Millionen Euro so bezeichnen darf. Ebenso verbieten sich Vergleiche mit dem griechischen Sagen-Protagonisten Ikarus, der zu hoch flog, der Sonne zu nahe kam und abstürzte. Nichtsdestotrotz geht die Neue Züricher Zeitung mit Lilium hart ins Gericht:
„Der siebensitzige Lilium-Jet hat bisher nicht bewiesen, dass er tatsächlich eines Tages die vollmundig versprochenen Flugleistungen liefern kann. Zudem hat das Unternehmen bis heute nicht belegen können, dass es ein tragfähiges Geschäftsmodell für den Flugtaxi-Betrieb geben kann.“
Trotz des harten Urteils ist die Idee der elektrischen Flugdrohnen zu wichtig, um sie einfach abzuschreiben. Davon ist auch Jürgen Greil überzeugt.
„Allerdings muss der Ansatz der richtige sein“, sagt der CEO und Mitbegründer des Start-ups FlyNow.
Der gebürtige Oberösterreicher spricht mit einem feinen Dialekt und wie ein Mensch, der von seiner Idee überzeugt ist. Während Lilium und Volocopter die bekannten elektrischen Kameradrohnen zu kleinen Passagier-Flugzeugen, die mehrere hundert Kilometer zurücklegen können, hochskalierten, beschreitet Greil mit seiner eingeschworenen Truppe genau den entgegengesetzten Weg. Er geht vom Hubschrauber aus und „schrumpft“ diesen zu Fluggeräten, die ein bis maximal zwei Passagiere oder Frachtgut transportieren.
BMW i3 – Ingenieur geht in die Luft
Die Ideenschmiede, in der dieses Konzept reift, hat nichts mit den gescheiterten Hochglanz-Start-ups gemein. In einem schmucklosen Bürogebäude im Salzburger Stadtteil Itzling tüfteln Jürgen Greil und sein 15-köpfiges Team an elektrischen Flugdrohnen. Die Wände sind unverputzt, von den Decken strahlen Neonröhren und in den Büros köcheln Filterkaffeemaschinen. Für den studierten Luft- und Raumfahrttechniker und Inhaber des Pilotenscheins ist der Blick über den Tellerrand essenziell. Das betrifft vor allem den Transport durch die Luft, der laut dem Journal of Aviation/Aerospace Education & Research (JAAER) mit durchschnittlich 1,6 Cent Infrastrukturkosten pro Personenkilometer billiger ist als das Auto (2,1 Cent) oder ein Elektrozug (13,4 Cent).
„Die Chinesen haben das verstanden und investieren deshalb in Flughäfen“, erklärt Greil. Greil hat für verschiedene Autohersteller wie Porsche oder BMW gearbeitet und war einer der führenden Köpfe hinter dem Elektroauto BMW i3. Deswegen bringt er bei seinem FlyNow-Projekt auch Automobil-Ingenieure und Flugzeugtechniker zusammen. „Die einen sind effizient und achten auf die Kosten, während die anderen das Gewicht und die Aerodynamik im Blick haben“, sagt er.
Wenn die Ideen aus zwei Welten auf ein Ziel ausgerichtet sind, sollte das klappen. Ausgetretene Pfade erneut zu betreten, ergibt keinen Sinn. Das zeigen die Schicksale der bisherigen Senkrechtstarter-Fluggeräte, von denen die meisten aufgrund der Komplexität der Konstruktion gescheitert sind.
Vierfache Sicherheit
Deswegen greift das FlyNow neben aerodynamischen Konzepten, wie etwa das der Nurflügler-Pioniere Gebrüder Horten, auch auf die Koaxialrotor-Technik zurück, bei der zwei sich gegenläufig drehende Rotoren einen weiteren am Heck überflüssig machen. Der Rotorkopf samt Rotorblättern eines klassischen Helikopters besteht aus etwa 100 Teilen. Beim FlyNow eCopter sind es inklusive aller Kleinteile wie Bolzen und Schrauben 18. Die beiden E-Motoren sitzen übereinander und die großen Blätter drehen mit einer Geschwindigkeit von 650 und 750 Umdrehungen pro Minute, was langsam und leise ist, aber kräftig genug, um die Masse nach oben zu bewegen. Die Blätter sind anders geformt als bei einem klassischen Hubschrauber. Um die Sicherheit der Passagiere im Falle eines Falles zu gewährleisten, ist jeder der beiden Elektromotoren vierfach redundant konstruiert. Das bedeutet jeweils vier unabhängige Statoren, Leistungselektronik und Stromversorgung. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Maschine ausfällt, beläuft sich laut Greil auf 10-9, also auf dem Niveau von Passagierflugzeugen. Aber selbst wenn das der Fall ist, kann der eCopter noch zum nächsten Notlandeplatz fliegen.
Erster Frachtflug 2027
In einer Garage in Puch bei Salzburg, die Greil schmunzelnd seine „Man’s Cave“ nennt, nehmen wir in einem Prototyp Platz. Auch hier riecht es nicht nach Hightech, sondern nach Arbeit. Die Pläne sind deswegen nicht weniger ehrgeizig. Seit Juli 2023 laufen erste Tests auf dem Flughafen Salzburg. Der erste Flug, bei dem Fracht transportiert wird, soll 2027 stattfinden. Erst wenn dieses System zuverlässig funktioniert, steigen Menschen in die kleinen Helikopter. Läuft alles nach Plan, soll es Ende 2028, Anfang 2029 soweit sein. Österreich ist für ein solches Unterfangen deutlich geeigneter als Deutschland, weil es in der Alpenrepublik mit der Austro Control eine zuständige Behörde mit einem klar definierten Ansprechpartner gibt. Die deutsche Behördenstruktur nennt Greil höflich „föderal“ und meint damit einen dichten teutonischen Amtsdschungel mit vielen Bestimmungen und wenig Entscheidungskraft.
Leergewicht unter 400 Kilogramm
Die Drohne besteht größtenteils aus Carbon und hat ein Leergewicht von rund 360 Kilogramm. Die Batterie hat eine Kapazität von 38 Kilowattstunden, von denen 75 Prozent genutzt werden, 25 Prozent bleiben als Reserve. Das ergibt eine Flugstrecke von etwa 50 Kilometern, die aber nur selten an einem Stück abgeflogen werden. Die bemannten Drohnen sollen im Grunde Taxifahrten ersetzen. Zu einem ähnlichen Preis. Das gilt für das Fluggerät, das so viel wie eine Mercedes E-Klasse kosten soll, genauso wie für die Fahrt. Jürgen Greil peilt als ultimatives Ziel zwei Euro pro Minute an. „Eine Hubschrauberstunde kostet etwa 2.000 Euro. Wenn man den Preis auf 200 Euro pro Stunde drücken kann, wird es interessant“, rechnet er vor. Der Flug vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen dauert bei einer Reisegeschwindigkeit von 115 km/h beziehungsweise durchschnittlich 80 km/h inklusive Start und Landung rund 16 Minuten. Ein Pilot ist nicht nötig. Auch keiner, der durch die künstliche Intelligenz erschaffen wird. Ein solches System ist aufwendig und kostet Energie, die bis zu einem Drittel der Reichweite fressen würde.
„Für eine vorgegebene Route, die immer wieder abgeflogen wird, braucht man keinen KI-Piloten. Dumm macht in der Regel keine Fehler“, weiß Jürgen Greil.
Also übernimmt wie bei einem Flugzeug ein Autopilot die Steuerung. Das ist ein grundlegender Unterschied zum autonomen Fahren, bei dem das Auto je nach Situation selbst entscheidet.
GPS – geleitet ans Ziel
Geitet werden die Drohnen von mehreren unabhängigen Satellitensystemen, wie etwa Galileo, Kopernikus oder das bekannte GPS. Sodass immer ein Lotse vorhanden ist, auch wenn einer mal ausfallen sollte. Besonders herausfordernd ist natürlich die Landung. Hier helfen zum einen die Real-Time Kinematic Positioning (RTK / Echtzeitkinematik) bei der die Präzision durch den Empfang mehrerer globaler Satellitendaten des GNSS (Global Navigation Satellite System) und den Abgleich mit der aktuellen Position. Natürlich läuft die Reise mit der Flugsicherung ab und der Passagier kann per Knopfdruck jederzeit mit einem FlyNow-Experten Kontakt aufnehmen. Auch das österreichische Start-up EaseLink ist an Bord, die ein kabelloses Ladesystem (Matrix Charging) entwickeln, bei dem sich ein Metallzylinder auf eine schwarze Platte senkt und das Laden automatisch beginnt. Die kleinen Helikopter können fast überall landen, auch auf Flachdächern. Beim Parken werden die Rotorblätter hochgeklappt.
Während des Fluges bewegt sich der Kleinhubschrauber in Korridoren auf vorgegeben Route und je nach Vorgabe der Stadt einer Höhe zwischen 500 und 1.000 Fuß, also rund 150 bis 300 Meter. Durch das besondere Design sind die Fluggeräte extrem leise und verursachen einen Lärmpegel von lediglich 55 Dezibel. Das ist meistens weniger als das Hintergrundgeräusch einer deutschen Großstadt.
Gebucht per App
Man bucht per App einen Flug und die Software sucht im Hintergrund die passende Drohne aus. Dabei spielen Parameter wie die vorhandene Batterieladung und natürlich die Nähe zum Passagier eine Rolle. Das Aufladen der Akkus erfolgt während des Passagierwechsels. Da dieser mindestens acht Minuten dauert und die Batterie zu Beginn der Flugschicht vollständig gefüllt ist, reicht auch eine Ladegeschwindigkeit von 33 kWh per Gleichstrom. So werden die Batterien nicht zu sehr gestresst, da der Ladezustand zwischen 45 und 85 Prozent pendelt. Jeder FlyNow-eCopter soll circa fünf Stunden pro Tag in Betrieb sein und dabei rund 400 Kilometer pro Tag zurücklegen. Die Drohnen sollen an 275 Tagen im Jahr fliegen. Das bedeutet, dass die Akkus nach etwa 14 Monaten gewechselt werden müssen.
Saudi Arabien hat Interesse
Das Ziel ist es nicht, die gesamte automobile Mobilität zu revolutionieren und quasi alle Autos in die Luft zu bringen, zehn Prozent weniger Blechlawine wären schon ein spürbarer Fortschritt. Ein eCopter ersetzt zehn Pkws, was für verkehrsgeplagte mitteleuropäische Städte ein Segen wäre. Doch die Offenheit für neue Technologien ist hierzulande nicht so ausgeprägt, wie etwas in Riad. Deshalb steht Greil bereits in Kontakt mit den saudischen Entscheidungsträgern.
FlyNow hat besucht : Wolfgang Gomoll; press-inform
Volocopter hebt zu Olympia ab - noch keine Passagierflüge
News vom 09.08.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Volocopter hat eines seiner elektrischen Flugtaxis während der Spiele in Paris fliegen lassen. Es ist zwar nicht das, was mal geplant war. Trotzdem können die Luftfahrtpioniere einen Erfolg verbuchen.
Der einst angekündigte Start von Passagierflügen war das zwar nicht - aber frei nach dem olympischen Motto "Dabei sein ist alles" hat der badische Flugtaxi-Hersteller Volocopter einen Testflug in der Nähe der Austragungsstätte für Reiten und Fünfkampf absolviert. Unternehmenschef Dirk Hoke sprach von einem wichtigen Meilenstein.
"Die Elektrifizierung des Luftverkehrs ist ein Schritt, den wir gehen müssen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Wir freuen uns, dass wir zeigen können, dass das kein Science-Fiction ist."
Von einem eigens dafür eröffneten Flugplatz von Saint-Cyr-l'École nahe Paris aus wurde nun die Validierungsphase für den regulären Betrieb von Elektroflügen gestartet.
Musterzulassung für Passagierbetrieb fehlt
Die neuartigen Fluggeräte mit mehreren Rotoren auf dem Dach starten und landen senkrecht. Sie sollen die Luftfahrt revolutionieren und vor allem in dicht besiedelten Großstädten eine Alternative zum Straßenverkehr sein. Städte wachsen stark, haben aber keinen Platz für noch mehr Autoverkehr, wie Hoke erläuterte. Lufttaxis, an denen auch andere Hersteller wie Lilium arbeiten, könnten wichtige Knotenpunkte verbinden. Sie seien aber nur ein Hilfsmittel von vielen, machte er deutlich.
"Es ersetzt natürlich kein Massentransportmittel."
Das Volocoptermodell Volocity etwa ist ein Zweisitzer. Und nach Hokes Einschätzung wird noch viele Jahre ein Pilot an Bord sein müssen, also einen der Plätze belegen. In Frankreich zu sehen war jetzt der Flug des Vorgängermodells 2X.
Damit Volocopter Passagiere transportieren darf, braucht das Unternehmen aus Bruchsal bei Karlsruhe allerdings eine Zulassung der Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit Easa - die steht noch aus. Hoke rechnet damit, dass im kommenden Jahr Flüge in begrenzter Zahl in verschiedenen Städten angeboten werden können. Tendenz dann steigend.
Trotzdem ein Grund zur Freude
Die ursprünglichen Pläne von Volocopter waren weitaus größer: Anlässlich der Olympischen Spiele wollte die Firma drei Verbindungs- und zwei touristische Rundflugrouten in Paris anbieten. Dafür waren fünf Vertiports genannte Landeplätze vorgesehen, einer davon auf einem Ponton auf der Seine. So hieß es noch im Juni 2023 in einer Mitteilung.
Dennoch sind die Testflüge ein Erfolg. Denn zu Beginn des internationalen Sportereignisses war noch unklar, ob diese überhaupt genehmigt werden. Zudem hatten die Stadt Paris und mehrere Organisationen erfolglos Zweifel an der Betriebserlaubnis für einen Start- und Landeplatz angemeldet. Auch plagten Volocopter jüngst finanzielle Schwierigkeiten. Staatliche Unterstützung aus Baden-Württemberg und Bayern, die im Gespräch war, blieb aus. Das Geld kam am Ende von Investoren. Nun also eine gute Nachricht.
ADAC-Luftrettung: Lufttaxis sind "Zukunft des Rettungswesens"
Vom Prinzip her funktionieren Flugtaxis wie Drohnen - nur in groß, erklärte Hoke. Sie seien leiser als Helikopter und sicherer, da sie nicht nur einen Motor hätten und viele Systeme redundant ausgelegt seien - also Ersatz vorhanden sei. Volocopter habe etwa nachweisen müssen, dass sie auch sicher landen können, wenn zwei benachbarte der 18 Motoren ausfallen. Zudem verursachen die Fluggeräte keine Emissionen während des Fluges. Wenngleich Hoke einräumte, dass der gesamte CO2-Fußabdruck verbessert werden müsse.
Neben Paris will Volocopter unter anderem in Rom und Osaka an den Start gehen. Regelmäßige Flüge in Deutschland haben indes keine Priorität, weil die Städte den Angaben nach hierzulande nicht so groß und so dicht besiedelt sind und autarke Nahverkehrsnetze haben. In Deutschland arbeitet Volocopter mit der ADAC-Luftrettung zusammen. Dabei geht es darum, den Einsatz für medizinische und Rettungszwecke zu erproben.
Aaron Erd von der ADAC-Luftrettung sagte bei der Vorstellung in Frankreich: "Hier sehen wir auf jeden Fall die Zukunft des Rettungswesens." Lufttaxis können den Rettungsdienst nach seiner Einschätzung verbessern. "Die können Probleme lösen, die wir momentan haben."
So könnten viele Notarztplätze derzeit nicht besetzt werden. Mit Flugtaxis könnten aber größere Gebiete abgedeckt werden und die Helfer und Helferinnen seien auf dem Luftweg schneller am Einsatzort. Passagiere sollten jedoch nicht damit transportiert werden.
Volocopter darf während Olympischer Spiele abheben
News vom 08.08.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Lange stand auf der Kippe, ob Volocopter seine Ankündigung wahr machen kann: seine Flugtaxis während des internationalen Sportevents in Paris in die Luft steigen zu lassen. Nun gibt es Neuigkeiten.
Kurz vor Ende der Olympischen Spiele hat der Flugtaxi-Hersteller eine langersehnte Flugerlaubnis für Paris erhalten. Flüge mit den elektrischen Fluggeräten, die senkrecht starten und landen, sind unter anderem für diesen Donnerstag geplant, wie das Unternehmen aus dem badischen Bruchsal mitteilte.
Noch zu Beginn des großen Sportereignisses war unklar gewesen, ob Volocopter und der französische Flughafenbetreiber Groupe ADP ihre Pläne wirklich umsetzen können. Die Entscheidung lag bei der französischen Aufsichtsbehörde für die zivile Luftfahrt DGAC und der Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit Easa.
Geplant war eigentlich mehr
Die nun geplanten Testflüge sind allerdings ein Kompromiss. Ursprünglich hatten Volocopter und Groupe ADP zu den Olympischen Spielen erstmals weltweit einen Flugtaxiservice mit Passagierbetrieb anbieten wollen. Doch eine Musterzulassung der Easa dafür fehlt weiterhin. Die europäische Flugsicherheitsagentur äußerte sich auf Nachfrage nicht dazu.
Angekündigt hatten die Partner im vergangenen Jahr, in Paris werde der Betrieb von Flugtaxis auf drei Verbindungs- und zwei touristischen Rundflugrouten starten. Dafür waren fünf Vertiports genannte Landeplätze geplant, einer davon auf einem Ponton auf der Seine.
In dem Modell Volocity mit einem großen Ring samt Rotoren auf dem Dach hat neben dem Piloten eine weitere Person Platz. Die Flugtaxis sollten auf einer Höhe von weniger als 500 Metern fliegen und somit in städtischen Umgebungen vom Boden aus nicht zu hören sein.
Der französische Staatsrat hatte jüngst zwei Anträge gegen einen zeitlich begrenzten Start- und Landeplatz für Flugtaxen im Zentrum von Paris abgewiesen. Die Stadt Paris und mehrere Organisationen hatten die Rechtmäßigkeit der Anordnung für den Betrieb angezweifelt.
Alternative zum ÖPNV und in der Luftrettung?
Volocopter will wie auch andere Firmen den Luftverkehr revolutionieren. Dabei geht es etwa darum, Staus in Städten auszugleichen und andere Formen des öffentlichen Nahverkehrs zu verbinden. Neben Paris stehen auf der Liste jener Städte, an denen Volocopter zuerst an den Start gehen will unter anderem Rom und Osaka - aber keine deutschen, weil die Städte hierzulande nicht so dicht besiedelt seien und autarke Nahverkehrsnetze hätten.
In Deutschland arbeitet Volocopter wiederum mit der ADAC-Luftrettung zusammen. Dabei geht es darum, den Einsatz für medizinische und Rettungszwecke zu erproben.
Immer wieder kritisiert werden die hohen Kosten, die für die Flüge erwartet werden. Was der Bau der mehr als 500 Kilogramm schweren Zweisitzer kostet, ist nicht bekannt.
Zuletzt hatte es Debatten um staatliche Unterstützung in Millionenhöhe gegeben. Nach einer Absage aus Baden-Württemberg stand sogar ein Wechsel des Hauptsitzes nach Bayern im Raum, weil sich der Freistaat zunächst offener gezeigt hatte. Schließlich entschieden sich die Bayern aber dann doch dagegen und Volocopter bekam das benötigte Geld von Investoren. Allein in Bruchsal beschäftigt die Firma nach früheren Angaben rund 650 Mitarbeitende.
Volocopter wartet weiter auf Flugerlaubnis für Paris
News vom 25.07.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Der Flugtaxi-Hersteller Volocopter will während der Olympischen Spiele zeigen, wohin die Luftfahrt steuern soll. Zwar gibt es grünes Licht für einen Landeplatz. Doch die entscheidende Frage ist offen.
Ob der Hersteller Volocopter wie geplant seine elektrischen Flugtaxis während der Olympischen Spiele präsentieren kann, ist noch unklar. Die Flugerlaubnis liegt nach Angaben einer Sprecherin nicht vor. Solche Genehmigungen würden in der Regel sehr zeitnah erteilt. Zuständig seien in diesem Fall die französische Aufsichtsbehörde für die zivile Luftfahrt DGAC und die Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit Easa.
Die Fluggeräte vom Typ Volocity des Unternehmens aus dem badischen Bruchsal starten und landen senkrecht. Sie haben einen riesigen Ring mit Rotoren auf dem Dach.
Grünes Licht aus Paris - aber nur für Landeplatz
Der französische Staatsrat hatte jüngst zwei Anträge, einen zeitlich begrenzten Start- und Landeplatz für die Flugtaxen im Zentrum von Paris zu stoppen, abgewiesen. Die Stadt Paris und mehrere Organisationen hatten die Rechtmäßigkeit der Anordnung für den Betrieb angezweifelt. Eine Stelle zur Kontrolle von Belästigungen durch den Flugbetrieb hätte eingeschaltet werden müssen. Der Staatsrat wies dies zurück.
Die Volocopter-Sprecherin begrüßte die Freigabe für den Bau des sogenannten Vertiports.
"Das bedeutet, dass Paris beginnt, sich mit nachhaltiger Luftmobilität zu beschäftigen."
Aber die Entscheidung habe keinen Einfluss auf die Flüge von Volocopter, hieß es, da es sich um eine politische Diskussion handele.
Passagiere müssen bislang draußenbleiben
Auch eine Musterzulassung der Easa für den angestrebten kommerziellen Passagierbetrieb steht weiter aus. Es wäre das erste Mal, dass derartige Fluggeräte zugelassen würden. Zuletzt hatte Volocopter erklärt, voraussichtlich bis Ende dieses Jahres damit zu rechnen.
Nach früheren Angaben des Bundesverkehrsministeriums spricht aus technischer Sicht nichts gegen einen Flugbetrieb. Volocopter habe schon viele Test- und Demonstrationsflüge durchgeführt.
Volocopter-Chef kritisiert Politik für mangelnde Unterstützung
News vom 07.05.2024 von Franziska Neuner
(dpa/fn) Nach wie vor hält der Flugtaxi-Pionier an seinen Plänen fest, bei Olympia in Paris nicht nur am Start, sondern auch in der Luft zu sein. Doch neben einer Zulassung braucht das Start-up Geld.
Nach der Absage finanzieller Hilfe aus Baden-Württemberg und Bayern hat der Chef des badischen Flugtaxi-Herstellers Volocopter der Politik mangelnde Unterstützung vorgeworfen.
„Natürlich richtet man in einer derart technologisch komplexen und kapitalintensiven Branche wie unserer auch den Blick in Richtung des Staates“, sagte Dirk Hoke in einem am Montag veröffentlichten „Capital“-Interview.
Zukunftsfähige Technologien fördern
Bund und Land betonten, zukunftsfähige Technologien fördern und Start-ups und innovative Projekte mit Wagniskapital ausstatten zu wollen.
„Ohne die Weitsicht des ein oder anderen Politikers hätte es kein Airbus oder keine leistungsfähige Luft- und Raumfahrtindustrie in Deutschland gegeben. Wir brauchen jetzt kurz vor der Kommerzialisierung Unterstützung.“
Bislang fehlt Volocopter eine Musterzulassung für den kommerziellen Passagierbetrieb. Die Firma hatte vielfach angekündigt, damit bei den Olympischen Spielen in Paris starten zu wollen. Eine Sprecherin teilte der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit, nach wie vor sei Volocopter in Gesprächen mit der Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit Easa und der lokalen Behörde DGAC, um die Details zu klären. Man wolle dort fliegen.
Verwunderung über Aiwangers Veto
Zudem braucht Volocopter eine millionenschwere Unterstützung. Baden-Württemberg, wo das Unternehmen in Bruchsal seinen Stammsitz hat, habe die Entscheidung über eine Bürgschaft ursprünglich verschleppt und dann schlecht kommuniziert, sagte Hoke in dem Interview. Dass in Bayern dann das Wirtschaftsministerium entgegen seiner Ankündigung eine Bürgschaft abgelehnt habe, könne er sich nicht so recht erklären.
Volocopter habe Minister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) das senkrecht abhebende und landende Fluggerät mit markantem Ring für die Rotoren auf dem Dach bei einem Flug präsentiert. Es sein ein positiver Besuch gewesen, sagte Hoke.
„Der Staatsminister hat viele gute Fragen gestellt, konnte sich davon überzeugen, was wir können, dass wir nicht nur eine Powerpoint-Firma sind. Auch das Feedback haben wir als positiv wahrgenommen.“
Er habe auch signalisiert, nicht zu blockieren, falls ein anderes Ressort unterstützen wolle.
Gedanken über Zukunft
Das Start-up habe dann gute Gespräche mit dem CSU-geführten Wissenschaftsministerium geführt, letztlich aber die Information bekommen, dass das Wirtschaftsministerium doch ein Veto eingelegt habe, führte der Firmenchef aus. Da dürfe man sich zumindest wundern. Aiwanger hatte mit seiner Entscheidung auch den Koalitionspartner verärgert.
Bei den Gesprächen ging es gleichermaßen um eine mögliche Standortverlagerung von Baden-Württemberg nach Bayern. Volocopter beschäftigt allein in Bruchsal den Angaben nach knapp 650 Mitarbeitende. Hoke hatte auch schon eine mögliche Insolvenz in den Raum gestellt –
„eine Realität, mit der man sich als Start-up immer beschäftigen muss“, wie er in dem Interview sagt. „Außerdem ist es eine klare Botschaft an die Politik, zu handeln, bevor es zu spät ist.“
Zuletzt war es um je 50 Millionen Euro vom Bund und Bayern gegangen.
In Deutschland erstmal nur Luftrettung geplant
Neben Paris stehen auf der Liste jener Städte, an denen Volocopter zuerst an den Start gehen will unter anderem Rom und Osaka - aber keine deutschen. Das liege nicht an mangelndem Interesse an Deutschland, sagte die Sprecherin. Sondern vielmehr daran, wie die Städte in diesen Ländern aufgebaut und wie stark sie überlastet sind.
Das Model Volocity ziele auf den städtischen Kurzverkehr ab, um Staus auszugleichen und andere Formen des öffentlichen Nahverkehrs zu verbinden.
„Die deutschen Städte haben größtenteils autarke öffentliche Nahverkehrsnetze, und keine Stadt ist so dicht besiedelt“, sagte die Sprecherin.
In Deutschland sei geplant, nach der Zertifizierung mit der ADAC-Luftrettung den Einsatz für medizinische und Rettungszwecke zu erproben.
Taxibundesverband kritisiert Millionen-Förderung für Volocopter
News vom 11.04.2024 von Thomas Kanzler
Mit Unverständnis hat das Taxi-Gewerbe auf die Millionen-Förderung des Verkehrsministeriums für das Startup Volocopter reagiert. Wissing hatte eine Förderung des Unternehmens mit bis zu 150 Millionen Euro angekündigt.
Mit 150 Millionen Euro könne laut Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e.V., ein Großteil der gesamten Taxi-Flotte in Deutschland mit über 50.000 Fahrzeugen auf saubere E-Mobilität umgestellt werden,
„Davon hätten alle Menschen zwischen Flensburg und Garmisch einen Nutzen und nicht nur wenige spätere Nutzer von Flugtaxis. So sehr die Förderung von Startups nachvollziehbar ist, wäre die Abkehr von der Gießkanne hin zu präzisen, hochwirksamen Instrumenten besser“, mahnte Oppermann.
Der Bundesverband hatte seinen Bundesfahrplan E-Taxi vorgelegt, der allerdings vom Verkehrsministerium bisher nicht berücksichtigt wurde.
„Wir wollen bis 2030 rund 80 Prozent unserer Flotte elektrifizieren. Dafür braucht es einen klaren Bundesfahrplan und eine gezielte Förderung. So wird Elektromobilität nicht nur für den Fahrer erlebbar, sondern auch für die 8.000 Fahrgäste, die ein einziges Taxi im Jahr durchschnittlich befördert.“
Aufgrund der hohen Laufleistung der Fahrzeuge sei der Einfluss auf die Emissionen viel größer als bei einem privat genutzten Fahrzeug, denn jedes Taxi fahre pro Jahr viel mehr Kilometer als ein privater Pkw. Das müsse sich nach Meinung des BVTM auch im Fördervolumen widerspiegeln.
Der Bundesfahrplan sieht eine degressive Förderung für emissionsfreie Taxis vor, die bei 15.000 Euro für den Betrieb eines E-Taxis startet und dann abschmilzt. Insgesamt würde das Programm 390 Millionen Euro über acht Jahre kosten. Auf jede „Probefahrt“ im Taxi umgerechnet, wären das weniger als 40 Cent.
„Laut Medienberichten haben Wirtschaftsprüfer dem Bundesverkehrsministerium von einem so großen Engagement bei Volocopter abgeraten. In diesem Licht erscheint uns die Förderung noch unverständlicher“, erklärte Oppermann abschließend.
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