Stuttgarter Taxis im Protestmodus: Widerstand gegen Dumpingpreise der Konkurrenz
Mehr als 200 Taxifahrer haben am bundesweiten Aktionstag gegen unfaire Bedingungen im Wettbewerb mit Mietwagenplattformen wie Uber und Bolt teilgenommen. In Stuttgart formierte sich am frühen Nachmittag ein Autokorso, der sich vom Killesberg durch die Innenstadt bewegte.
Die Route führte unter anderem über die Heilbronner Straße, Theodor-Heuss-Straße, den Rotebühlplatz und die Hauptstätter Straße bis zur Planie. Im Anschluss kehrten die Fahrzeuge ohne Zwischenstopp zum Ausgangspunkt zurück. Die Polizei sicherte die Strecke, sperrte Kreuzungen und Überwege. Der Verkehr auf dem Stuttgarter Cityring kam zeitweise zum Erliegen. Laut Polizeisprecherin Daniela Treude fielen die Auswirkungen jedoch geringer aus als befürchtet.
Forderung nach Mindestpreisen und mehr Regulierung
Die Teilnehmer des Protests forderten unter anderem die Einführung eines gesetzlichen Mindestpreises auch für Mietwagenunternehmen sowie die Einhaltung eines Mindestlohns und von Arbeitszeitregelungen. Zudem sei eine ordnungsgemäße Besteuerung aller Anbieter notwendig. Die Aktion war Teil einer koordinierten Protestwelle in insgesamt 14 deutschen Städten. Hintergrund der Proteste sind massive Umsatzeinbußen im Taxigewerbe. Einige Fahrer berichten laut Stuttgarter Zeitung von Rückgängen von bis zu 40 Prozent. Während Taxiunternehmen an kommunal festgelegte Tarife gebunden sind – in Stuttgart beträgt der Preis pro gefahrenem Kilometer 2,30 Euro, die Anfahrt kostet 4,30 Euro –, können Plattformanbieter ihre Preise frei gestalten.
Kritik an mangelnder Kontrolle
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die aus Sicht der Branche unzureichende Kontrolle der Mietwagenunternehmen. Diese dürfen laut geltendem Personenbeförderungsgesetz nur auf Bestellung fahren und müssen anschließend an ihren Betriebssitz zurückkehren. In der Praxis, so die Kritik der Taxiunternehmen, würden viele Fahrer jedoch entgegen dieser Regelung im öffentlichen Raum auf neue Fahrgäste warten.
Die CDU-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat hat in einem Antrag eine Stellungnahme der Stadtverwaltung zu Anzahl und Art der Verstöße sowie zu bestehenden Kontrollmechanismen gefordert.
Gespräche zwischen Branche und Behörden
Bereits in der Vorwoche fand ein Treffen zwischen dem Taxiverband Stuttgart und Vertretern der Stadt Stuttgart, des Rems-Murr-Kreises sowie des Landkreises Esslingen statt. Ziel ist eine engere Zusammenarbeit zwischen Kontrollbehörden und Taxiunternehmen, um gegen illegale Praktiken in der Mietwagenbranche vorzugehen.
Kooperation mit Uber unter Beobachtung
Trotz der Kritik an Plattformanbietern besteht seit März 2025 eine Kooperation zwischen der Taxizentrale Stuttgart und Uber. Seither können über die App des US-Unternehmens auch klassische Taxifahrten gebucht werden. Laut Verband handelt es sich um den Versuch, wirtschaftlich zu überleben. Eine erste Bewertung der Auswirkungen steht noch aus. Nach Angaben des Verbands ist bislang keine positive Entwicklung erkennbar.
Taxi-Fahrzeuge (Pkw) , Taxi-Newsletter, Taxameter, Taxi-Fahrer , BZP – Deutscher Taxi- und Mietwagenverband , Straßenverkehrsordnung (StVO) , Krankenbeförderung , Weiterbildung , Taxi-Konzessionen , Verkehrspolitik , Mietwagenbranche , Taxi-Apps , Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz BKrFQG) , Taxizentralen , Personal, Gehälter, Arbeitsschutz , Wirtschaftsnachrichten , Werbung , Taxi-Folierung , Taxi-Umrüster , Straßenverkehr , Elektromobilität, Taxifuhrpark und -flottenmanagement , Taxi-Versicherungen , Hybrid, Diesel, Erdgas , Taxi-Magazin