Studie aus den USA belegt: Taxifahren hilft gegen Alzheimer

Verblüffende Erkenntnisse einer Studie aus den Vereinigten Staaten: Taxifahrer haben ein signifikant niedrigeres Risiko, an Alzheimer zu erkranken als der Bevölkerungsdurchschnitt. Woran könnte das liegen?

Taxi-Fahren ist oft ein stressiger Job - eine Studie aus den USA belegt nun, dass das Taxifahren das Gehirn jung hält.| Foto: Pixabay
Taxi-Fahren ist oft ein stressiger Job - eine Studie aus den USA belegt nun, dass das Taxifahren das Gehirn jung hält.| Foto: Pixabay

Nachrichten konsumieren viele mittlerweile wie ein endloser Strom. Selten bleibt etwas hängen – es sei denn, es ist beunruhigend. Kein Zufall: Das menschliche Gehirn reagiert besonders empfindlich auf Bedrohungen. Es registriert negative Meldungen schneller und speichert sie nachhaltiger. Umso wichtiger sind Nachrichten, die eine andere Richtung einschlagen – etwa aus der Wissenschaft. Dort häufen sich derzeit Erkenntnisse, die still und leise Hoffnung machen.

Taxifahren als Denksport

Eine amerikanische Studie hat Sterbedaten von fast neun Millionen Menschen ausgewertet und dabei eine Auffälligkeit entdeckt: Berufskraftfahrer, die sich regelmäßig durch wechselnde Umgebungen navigieren müssen, sterben seltener an Alzheimer. Während in der Gesamtbevölkerung 3,88 Prozent der Todesfälle auf die neurodegenerative Erkrankung zurückzuführen waren, lag der Anteil bei Taxifahrern bei nur 1,03 Prozent. Noch niedriger war er bei Rettungsfahrern – 0,91 Prozent.

Die Forschenden vermuten, dass der ständige Umgang mit neuen Routen und Situationen die räumliche Orientierung fördert – und damit genau jene Hirnregion aktiviert, die bei Alzheimer als erstes Schaden nimmt: den Hippocampus. Er ist wesentlich für das Gedächtnis und die Navigation im Raum zuständig.

Flexibilität in unbekannter Umgebung scheint der Schlüssel zu sein

Der schützende Effekt zeigt sich allerdings nicht in allen Berufen, in denen der Orientierungssinn eine Rolle spielt. Piloten und Schiffskapitäne wiesen in der Analyse sogar höhere Alzheimer-Sterberaten auf. Auch Busfahrer lagen nur wenig unter dem Bevölkerungsdurchschnitt. Möglicherweise spielt hier der Grad an Flexibilität eine Rolle: Wer täglich dieselbe Strecke fährt, fordert sein Gehirn weniger.

Die Studie legt nahe, dass regelmäßiges Orientieren in unbekannter Umgebung das Gehirn trainieren kann. Und da wären wir wieder bei den Taxifahrern (und den Rettungsfahrern): sich stets jeden Tag neu in den Verkehr zu stürzen und dabei spontan auf die jeweilige Verkehrssituation reagieren zu müssen mag anstrengend sein – hält aber das Gehirn frisch und schützt vor Alzheimer!

Quelle: pubmed

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