Taxis sind selten

Das Münchner Oktoberfest bedeutet für die Landeshauptstadt einen zweiwöchigen Ausnahmezustand – auch für die rund 3.400 zugelassenen Taxis. Deren Dienste sind so begehrt, dass es unter den Fahrgästen oft zu Streitereien um die wenigen freien Fahrzeuge in Hellelfenbein kommt. Zwei Beispiele:
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Wenn um halb Elf die meisten Bierzelte schließen, verlagert sich die Party auf die Kneipen und Diskotheken im Stadtgebiet.

Zu solch einer Kneipe wurde ein Kollege gegen 2 Uhr nachts gerufen. Als er dort ankam, beanspruchten allerdings mehrere Personen dieses Taxi: Ein 20-jähriger Münchner und eine Gruppe Touristen aus Südamerika. Der Streit ums Taxi eskalierte dermaßen, dass sich der Vater des Münchners einmischte, um zu schlichten. Mit verhängnisvollen Folgen, denn der 52-jährige bekam zwei Faustschläge ins Gesicht und den Brustkorb, woraufhin er mit dem Hinterkopf auf den Asphalt fiel und bewusstlos liegen blieb. Anschließend traten die Schläger noch so heftig auf den am Boden Liegenden ein, dass dieser mit einem komplizierten Halswirbelbruch und der Gefahr einer Querschnittslähmung in ein Münchner Krankenhaus eingeliefert werden musste.


Nach der Tat stiegen die Männer in das wartende Taxi. Der Fahrer verweigerte jedoch den Transport, ließ die Vier aussteigen und fuhr davon. Die rabiaten Schläger konnten von einer alarmierten Polizeistreife noch in unmittelbarer Tatortnähe festgenommen werden. Der Taxifahrer wird nun als Zeuge gesucht.


Nicht ganz so tragisch endete der Ausraster einer 37-jährigen Italienerin. Diese war heilfroh, als sie nach dem Besuch des Oktoberfestes endlich ein Taxi erwischte und wollte vorne rechts einsteigen. Ärgerlich war nur, dass zeitgleich hinten links ebenfalls eine Dame einstieg, auch diese im festen Glauben, rechtmäßige „Eroberin“ des Taxis zu sein.

Die temperamentvolle Italienerin lief um das Taxi, öffnete die Türe und zog die Kontrahentin kurzerhand an den Haaren aus dem Wagen. Zwei Polizeibeamte beobachteten die Szene und schritten ein. Die Frau aus Italien wehrte sich heftig und biss einem Polizisten in den Unterarm, seinen Kollegen bespuckte sie.

Einzig der Taxifahrer blieb bei dieser Rauferei, wie man in Bayern zu solchen Handgreiflichkeiten sagt, unverletzt. Für die 37-jährige Italienerin endete der Oktoberfestbesuch in Handschellen auf dem Münchner Polizeirevier.
 

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