Der Plug-in-Hybrid im Ford Kuga macht Lust auf mehr

Der kompakte SUV hat gute Grundlagen für ein Taxi. Er soll demnächst auch mit einem Hybridantrieb ohne Stecker als Vollhybrid zu haben sein.

Die dritte Generation des Ford Kuga ist im Innern etwas geräumiger geworden, wirkt aber nicht so wuchtig wie ein Toyota RAV4 oder ein Volvo XC60. (Foto: Dietmar Fund)
Die dritte Generation des Ford Kuga ist im Innern etwas geräumiger geworden, wirkt aber nicht so wuchtig wie ein Toyota RAV4 oder ein Volvo XC60. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Die dritte Generation des bisher schon sehr kompakten SUV Ford Kuga ist im Innenraum ein Stück gewachsen. Mit gleich drei Hybrid-Optionen könnte sie nun außerdem auch Taxi- und Mietwagenunternehmer ansprechen, die sich vom reinen Diesel-Antrieb abwenden möchten. Das ist das wichtigste Ergebnis der ersten Ausfahrten mit zwei der drei Hybrid-Varianten, zu denen Ford am 23. Juni 2020 nach Ismaning eingeladen hatte.

Beim Probesitzen zeigte sich, dass die Vordersitze des neuen Kuga einen weiten Längsverstellbereich haben. Wer sie ausnutzt, beschert großen Fahrgästen im Fond auch dann einen Kniekontakt mit der Ausbuchtung der Vordersitzlehne, wenn die asymmetrisch geteilte Bank um eine Handbreit ganz nach hinten geschoben ist. Die Fahrer sollten also den Beifahrersitz mindestens etwas anheben. Soll der recht ordentliche Kofferraum durch die Verschiebung erweitert werden, gilt dies erst recht. Ganz so geräumig wie ein Toyota RAV4 oder ein Volvo XC60 ist der Kuga nicht.

Im Plug-in-Hybriden zeigte sich, dass die Kombination eines gut gedämmten 2,5-l-Benziners mit einer stufenlos variablen CVT-Automatik, die Ford selbst entwickelt hat, den für diese Antriebsart typischen Gummibandeffekt wirkungsvoll dämpft. Mit voller Lithium-Ionen-Batterie unter der Sitzbank fährt der Kuga PHEV elektrisch an und soll per Tastendruck auch bis zu 56 Kilometer weit rein elektrisch fahren. Mit einer einzigen Taste kann man aber auch den automatischen Wechsel von Elektro- und Benzinantrieb einstellen, der sehr weich und unauffällig funktioniert. Außerdem kann man den Stromvorrat über die Zuschaltung des Ottomotors schonen und sie so auch aufladen.

Das gute Zusammenspiel der Komponenten lässt auf den Voll-Hybriden hoffen, der erst gegen Jahresende bestellt werden kann. Weil Taxi- und Mietwagenunternehmer höchstens nachts die langen Wechselstrom-Ladezeiten des Plug-in-Hybriden in Kauf nehmen können, dürfte der Vollhybrid für sie die bessere Wahl sein. Er konnte bei der Fahrvorstellung noch nicht gefahren werden.

Als Mittler zwischen der alten Diesel- und der neuen Elektro-Welt bringt Ford den Kuga EcoBlue Hybrid. Bei ihm arbeitet ein 2-l-Dieselmotor mit 110 kW/150 PS mit Starter-Generator zusammen, der 11,5 kW/16 PS beisteuert. Er unterstützt den vernehmlich dieselnden Dieselmotor beim Beschleunigen und unterstützt das maximale Drehmoment von 370 Newtonmeter des Verbrenners mit bis zu 50 Newtonmetern. Da es den Mildhybriden nur mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe gibt, spürt man den schnellen Drehmomentanstieg beim Fahren deutlich. Andererseits kann man das Modell auch schaltfaul fahren. In Tempo-30-Zonen beispielsweise passt der dritte Gang und in der Ebene kann schon ab 70 km/h den sechsten einlegen. Der mobilen Branche wäre eine feine Automatik sicher lieber als ein – präzise schaltbares – Sechsgang-Schaltgetriebe.

Ford hatte für die Vorstellung der beiden Kuga-Hybriden wohl der Optik wegen 19-Zöller aufgezogen. Mit ihnen rollt der kompakte SUV ziemlich hölzern über grobe Unebenheiten, während Ford die Fahrwerksabstimmung sonst gut im Griff hat. Daher sollte man eher bei den 17-Zöllern bleiben, die im „Titanium“ Serie sind. Er ist das Einstiegsmodell des Plug-in-Hybriden, während man den Mildhybriden auch schon mit der Ausstattungsstufe „Cool & Connect“ bestellen kann.

Interessierte Taxi- und Mietwagenunternehmer können sich anhand einer aktuellen Preisliste orientieren, die als pdf-Datei im Downloadbereich zu dieser Meldung abrufbar ist.

Ob Ford wie für die letzte Generation wieder ein Taxi-Paket über INTAX anbietet, ließ sich bislang noch nicht klären.

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