Thüringer Taxler hinterlassen bald weiße Flecken

Wegen der Überalterung und des Personalmangels hören bald viele Taxibetriebe in Thüringen auf, obwohl die gleichfalls alternde Bevölkerung für genügend Arbeit sorgen wurde. Das prognostizierte Martin Kammer, Hauptgeschäftsführer des LTV.

LTV-Hauptgeschäftsführer Martin Kammer informierte nicht nur mit Charts über die Taxi- und die Krankenkassen-Tarife (Foto), sondern auch über die Überalterung des Taxi- und Mietwagen-Gewerbes. (Foto: Dietmar Fund)
LTV-Hauptgeschäftsführer Martin Kammer informierte nicht nur mit Charts über die Taxi- und die Krankenkassen-Tarife (Foto), sondern auch über die Überalterung des Taxi- und Mietwagen-Gewerbes. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Der Altersdurchschnitt im Taxi- und Mietwagengewerbe Thüringens ist sehr hoch. Daher könnte die Zahl der im Jahr 2020 verzeichneten rund 744 Betriebe bis 2024 auf 600 sinken. In Sachsen-Anhalt könnte sie von 663 auf nur noch 500 zurückgehen. Diese Prognose wagte Martin Kammer, Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes des Verkehrsgewerbes Thüringen e.V. (LTV), am 3. Dezember 2022 bei der Mitgliederversammlung der Fachvereinigung Personenverkehr Thüringen.

Kammer stellte fest, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der Unternehmer und Unternehmerinnen schon abgenommen habe, während die Zahl ihrer Fahrzeuge zugenommen habe. In Thüringen habe ein Betrieb durchschnittlich 2,7 Fahrzeuge, in Sachsen-Anhalt 3,9 und im gesamten Bundesgebiet 3,1 Fahrzeuge. Die Thüringer Betriebe seien also in der Mehrzahl immer noch recht klein.

Aus seiner Prognose leitete Kammer ab, dass bald viele kleinere Betriebe verschwinden und weiße Flecken auf der Landkarte hinterlassen werden. Daraus ergäben sich mehr Anfahrten und längere Anfahrtswege. Die verbleibenden Unternehmer und Unternehmerinnen seien Einzelkämpfer, die um Fachkräfte kämpfen müssten.

„Wegen der demographischen Entwicklung wird das Personal knapp, während die Zahl älterer potenzieller Fahrgäste sogar zunimmt“, erklärte Kammer. „Ihr müsst Euch auf die Personalknappheit einstellen.“ Der engagierte Gewerbevertreter schloss seine Zukunftsprognose mit dem aufmunternden Hinweis, ihm sei kein Verbandsmitglied bekannt, das in den letzten beiden Jahren habe Insolvenz anmelden müssen.

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