Taxi- und Mietwagenbetriebe sollten Sammelverkehre nicht verschlafen

Die neu geschaffenen Linienbedarfsverkehre sind für Betriebe in ländlichen Regionen eine Herausforderung, aber auch eine Chance, die sie wahrnehmen sollten. Das riet Herwig Kollar der Fachvereinigung Personenverkehr Thüringen.

BVTM-Präsident Herwig Kollar sieht große Chancen für Taxi- und Mietwagenbetriebe im gebündelten Bedarfsverkehr und sogar im Linienbedarfsverkehr. (Foto: Dietmar Fund)
BVTM-Präsident Herwig Kollar sieht große Chancen für Taxi- und Mietwagenbetriebe im gebündelten Bedarfsverkehr und sogar im Linienbedarfsverkehr. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Die mit der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes (PbefG) 2021 geschaffenen neuen Verkehrsformen sind eigentlich nur aktualisierte Varianten von Anrufsammeltaxis. Dies gilt auch für Linienbedarfsverkehre, mit denen die Verkehrsbetriebe unwirtschaftliche Buslinien ersetzen möchten. Eine Studie des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) gehe davon aus, dass dafür bundesweit eine Flotte von 50.000 Fahrzeugen notwendig wäre, die genau auf das Geschäftsfeld der Taxi- und Mietwagenbetriebe abzielen würden. Daher sollten auch sie die Entwicklung genauestens beobachten und überlegen, wie sie Kommunen gebündelte Bedarfsverkehre zu günstigeren Konditionen als die öffentlichen Verkehrsbetriebe anbieten könnten. Diesen Rat gab Herwig Kollar, Präsident des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e.V. (BVTM), am 3. Dezember 2022 bei der Mitgliederversammlung der Fachvereinigung Personenverkehr Thüringen e.V. Der Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes veranstaltete sie nach einer Corona-Zwangspause wieder als Präsenzveranstaltung in den Räumen der Industrie- und Handelskammer Erfurt.

Kollar sagte den versammelten Unternehmern und Unternehmerinnen, solche Verkehre seien „eine Herausforderung“, aber sie könnten sie bewältigen. „Bitte nicht verschlafen!“, sagte er wörtlich. Kollar stellte klar, dass solche Verkehre immer subventioniert werden müssten. Taxi- und Mietwagenbetriebe könnten aber günstigere Angebote abgeben als etwa kommunale Verkehrsbetriebe, weil sie nicht deren Lohnkosten hätten.

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