Flottengeschäft Januar 2025: Schwacher Start

Im Januar 2025 lag der Privatmarkt mit rund 68.434 Zulassungen 9,7 Prozent über dem Vorjahr. Um 12,1 Prozent, auf 132.592 Neuzulassungen fielen die gewerblichen Zulassungen.

Schwaches Flottengeschäft, aber nicht für alle: Peugeot konnte massiv zulegen! | Foto: Peugeot
Schwaches Flottengeschäft, aber nicht für alle: Peugeot konnte massiv zulegen! | Foto: Peugeot
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Die Januar-Zahlen des kBA fielen durchwachsen aus: Vor allem die deutschen Premiumhersteller starten 2025 langsam – für sie ist das Fleet-Business das Hauptgeschäft. Doch politische und wirtschaftliche Unsicherheiten lassen Unternehmen im besten Fall abwarten, im schlechtesten Fall abbauen: Nämlich Arbeitsplätze – auch die von Dienstwagenberechtigten.

Veränderte Marktsituation spürbar

Oder: Wenn man einstellt, „überbrückt“ man lieber mit bereits zugelassenen, schnell verfügbaren Fahrzeugen. Das spürt man auch bei großen Anbietern: Ryjan Rutgers, Deutschlandchef von MHC Mobility, erklärte uns auf Nachfrage, dass man die veränderte Marktsituation direkt an der Dauer der Miet- und Leasingverträge spüre: Die fielen merklich kürzer aus, denn mittlerweile wollen sich bei Weitem nicht mehr so viele Fleet-Manager für drei Jahre oder gar länger binden.

Dass das Fleet-Geschäft auch riesige Rabatthebel für „Haldenfahrzeuge“, mit denen man die Werke wenigstens teilauslastet, gehört ebenfalls zur Wahrheit. Immer wieder erzählen uns einzelne Flottenmanagern von extremst günstigen Angebote – auch bei den großen deutschen Premiumherstellern, nach dem Motto:

„Eigentlich kostet das Modell 359 Euro, aber wir hätten ein Dreierpaket, leider in weiß, unattraktiv ausgestattet aber für 159 Euro…vorausgesetzt, sie nehmen alle drei Fahrzeuge…“

Handel, Carsharer und Vermieter bremsen teils massiv

Doch auch hier bremsten Unternehmen und Handel: Mit 36.630 Neuzulassungen fuhr der Handel seine Zulassungen um 7,0% zurück, bei Vermietungen und Carsharing gab es mit 17.336 Neuzulassungen gar ein Minus von 18,3%.  

Grundsätzlich tun sich Importeure hier schwerer, aber auch hier gab der Januar ein Zerrbild ab, vor allem bei Stellantis: Während Peugeot laut Automobilwoche bei den gewerblichen Zulassungen um 47,4% zulegen konnte (und damit so stark wuchs wie kein anderer), schmierte Opel um 43,6% ab!

Rückwärts fuhren unter anderem auch Mercedes-Benz (-19,1%), Audi (-15,2%), BMW (-13,2%) und Ford (-10,6%). Bei Skoda hielt sich das Minus mit 0,4% in engen Grenzen.

Aber wie gesagt, es gab auch Gewinner – und auch hier findet man neben Peugeot Marken, die durchaus immer mal wieder für interessante Sonderaktionen samt Lieferfähigkeit bekannt sind: Cupra packte üppige 26,5% drauf, Volvo steigerte den Gewerbeabsatz um 21,3% und auch Volkswagen kann mit einem Plus von 7,6% zufrieden sein.

Schwierige Situation

Die Krux an der Geschichte: Flotten fordern zwar Rabatte, kaufen aber in der Regel paketweise, während die Marge bei Privatkundenfahrzeugen in der Regel zwar höher ist, aber: Hier muss auch jedes Auto einzeln verkauft werden. Was umso schwieriger ist, wenn die Verbraucher hier auch auf Sparkurs sind.

Was bedeutet das?

Der Handel befindet sich im Wandel – doch wohin? Die aktuellen Unsicherheiten lassen viele Unternehmen erstmal auf die Bremse treten, wenn es um neue, hochpreisige Dienstwagen geht. Und so manches Unternehmen, wenn es um Rabatte geht. Was teils zu heftigen Bewegungen bei den gewerblichen Zulassungen sorgt.

Quellen: kBA, Automobilwoche, eigene Recherchen

Logobanner Liste (Views)