Der Skoda Superb Combi wird ein richtig komfortables Taxi
Taxi- und Mietwagenunternehmer, die einen großen Wagen anschauen wollen, brauchen dazu nicht mehr in den Sternenhimmel zu blicken. Vielmehr können sie ab September beim Skoda-Händler einen Kombi finden, der sich vom Raumangebot und vom Fahrkomfort her nicht hinter einer E-Klasse verstecken muss. Das lässt sich nach der Fahrvorstellung am 30. Juli 2015 auf den schlechten Straßen im hügeligen Taunus sagen.
Fahrgäste auf dem Rücksitz konnten schon bisher nicht über mangelnde Bein- und Kopffreiheit klagen. Durch den um weitere acht Zentimeter verlängerten Radstand ist der Platz auf der Dreierbank noch großzügiger geworden, die Kopffreiheit ist auch unter dem Panorama-Glasdach gut geblieben. Wegen der gut vier Zentimeter gewachsenen Innenraumbreite können nun auf kürzeren Strecken auch drei Erwachsene so leidlich bequem nebeneinander sitzen wie in der E-Klasse. Der Fahrgast auf dem Mittelsitz kann seine Füße gut am Mitteltunnel vorbei selbst unter ganz abgesenkte Vordersitze strecken. Seinen Dreipunktgurt findet er auch gleich. Seine Kopfstütze sollte allerdings für größere Menschen weiter herausziehbar sein.
Gegen Aufpreis können die Fahrgäste im Fond sogar die Vordersitze verstellen. Serienmäßig profitieren alle Mitfahrer und natürlich der Fahrer von einer komfortabel abgestimmten Federung. Während der Vorgänger kurze Querfugen noch recht hölzern nahm, gleitet die dritte Superb-Generation selbst mit aufpreispflichtigen 18-Zoll-Rädern geschmeidig über sie hinweg. Auf langgezogenen Bodenwellen deutet ein leichtes Aufschwingen an, dass das Pendel bei der Abstimmung ein kleines Stück zu weit weg von der Sportlichkeit ausschlägt.
Gut gedämmt sind die 2-l-Dieselmotoren, die bei der Fahrvorstellung zur Verfügung standen. Die wichtigste Taxi-Motorisierung dürfte die Variante mit 110 kW/150 PS werden, die gut durchzieht. Ihr Sechsgang-Schaltgetriebe ist in den Gängen vier bis sechs recht lang übersetzt. Das senkt zwar das Geräuschniveau, zwingt auf Landstraßen aber zu häufigem Schalten. Die Topversion mit 140 kW/190 PS wird im mobilen Gewerbe die Ausnahme werden. Sie ist auch mit Allradantrieb zu haben.
Beide 2-l-TDI und ein 1,6-l-TDI mit 88 kW/120 PS haben eine Start-Stop-Automatik und gewinnen Bremsenergie zurück. Kurios: Die Abgasnorm Euro-6 erreichen der kleine TDI und die 110-kW-Version des 2-l-TDI mit Frontantrieb ohne AdBlue, während der Top-Diesel und die Allrad-Version mit 110kW über einen zweiten Tankstutzen hinter der Tankklappe regelmäßig damit befüllt werden müssen. Alle drei TDI gibt es auch mit einem DSG-Getriebe als Automatik. Im Falle der 2-l-TDI hat das Direktschaltgetriebe sechs Gangstufen und zwei nasse Kupplungen, während der 1,6-l-TDI ein Siebengang-DSG mit trockenen Kupplungen bekommt – ein Konzept, das beim Octavia vor einiger Zeit fürs Taxi gesperrt wurde.
Obwohl sich Skoda auf seine Fahnen geschrieben hat, clevere Ideen zu liefern, beschränken die sich in punkto Variabilität auf eine asymmetrisch geteilte, vom Kofferraum aus umklappbare Lehne der Rücksitzbank. Da die Sitzfläche starr ist, entsteht keine ebene Ladefläche. Manchen Unternehmer wird es freuen, dass unter dem flachen Staufach unter dem Laderaumboden noch Platz für ein vollwertiges Ersatzrad ist. Mit der Komfortöffnung des Kofferraums über einen Fußschwenk, die optional zusätzlich zur Sonderausstattung Keyless go zu haben ist, könnten sich Taxifahrer sicher auch anfreunden.
Serienmäßig haben alle Superb III einen Radar-gestützten Auffahrwarner mit City-Notbremsfunktion. Die beste Basis für ein Taxi oder einen Mietwagen ist die Ausstattungsstufe Ambition, die bereits eine Klimaautomatik bietet. Mit ihr, dem 2-l-TDI mit 110 kW/150 PS und DSG kommt der Superb Combi auf 28.311 Euro (ohne MwSt.).
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