Streit um Uber in Kiel: Taxibranche wirft Fahrdienst Verstoß gegen Rückkehrpflicht vor

Seit dem Start von Uber in Kiel wächst der Druck auf die Taxiunternehmen. Der Verband spricht von systematischen Regelverstößen und fordert schärfere Kontrollen sowie einen Mindesttarif für Mietwagen. Die Stadt prüft nun mögliche Maßnahmen.

Symbolbild: Wettbewerb auf der Straße – das traditionelle Taxi und ein Uber-Fahrzeug stehen sich gegenüber, getrennt durch einen Blitz als Sinnbild des Konflikts zwischen beiden Branchen. | Foto: KI-generiert
Symbolbild: Wettbewerb auf der Straße – das traditionelle Taxi und ein Uber-Fahrzeug stehen sich gegenüber, getrennt durch einen Blitz als Sinnbild des Konflikts zwischen beiden Branchen. | Foto: KI-generiert

Seit Juni 2025 ist der Fahrdienstvermittler Uber auch in Kiel aktiv. Damit steht den 138 Taxiunternehmen der Stadt neue Konkurrenz gegenüber. Über die App können Kunden Fahrten zu meist günstigeren Preisen als bei Taxis buchen, häufig ergänzt durch Rabattaktionen.

Rückgang bei Taxi-Konzessionen

Der Markteintritt von Uber hat bereits spürbare Folgen für die örtliche Taxi-Branche. Nach Angaben der Stadt Kiel haben seit Juni fünf Betriebe mit insgesamt zehn Fahrzeugen ihre Konzession abgegeben. Ein Unternehmer wechselte vollständig ins Mietwagengeschäft und fährt nun für Uber. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2024 gaben zwölf Taxiunternehmen mit insgesamt 18 Fahrzeugen ihre Genehmigungen zurück.

Kritik an Verstößen gegen Rückkehrpflicht

Der Landesverband für das Taxi- und Mietwagengewerbe Schleswig-Holstein, der rund 600 Betriebe mit 1.800 Fahrzeugen vertritt, wirft Uber-Fahrern vor, sich nicht an geltendes Recht zu halten. Konkret gehe es um Verstöße gegen die sogenannte Rückkehrpflicht. Diese verpflichtet Mietwagen dazu, nach jeder Fahrt an den Betriebssitz zurückzukehren – anders als Taxis, die im Stadtgebiet auf Kundschaft warten dürfen.

Nach Angaben des Verbands haben Taxifahrer innerhalb eines Monats etwa 65 Verstöße dokumentiert und gerichtsfest protokolliert. In mehreren Fällen hätten Gerichte den klagenden Taxiunternehmen recht gegeben. Dennoch, so der Verband, habe sich an der Praxis wenig geändert. Zudem mangele es bei einigen Mietwagenunternehmen an ausgewiesenen Stellplätzen, was die Rückkehrpflicht faktisch erschwere.

Reaktion von Uber und beteiligten Unternehmen

Die in Kiel für Uber tätigen Unternehmen My Space und Hayde-Car waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Uber teilte auf Anfrage mit, dass die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften für das Unternehmen höchste Priorität habe. Partnerunternehmen seien vertraglich verpflichtet, alle rechtlichen Anforderungen zu erfüllen. Bei festgestellten Verstößen könnten Maßnahmen bis hin zur Sperrung auf der Plattform erfolgen.

Forderungen nach Mindesttarif und schärferen Kontrollen

Der Taxi-Verband fordert von der Stadt Kiel, die Einhaltung der Rückkehrpflicht konsequent zu überwachen und bei Verstößen Genehmigungen zu entziehen. Darüber hinaus setzt sich der Verband für einen Mindesttarif im Mietwagengewerbe ein, um aus seiner Sicht faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten.

Ein Sprecher der Stadt Kiel erklärte, man gehe entsprechenden Hinweisen nach und prüfe derzeit, welche weiteren Maßnahmen möglich sind. Dazu gehört auch die von der Branche geforderte Einführung von Mindestpreisen für Mietwagen. (Quelle: sh:z Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag)

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