Berlin macht’s möglich: Modultoiletten für Taxifahrer, Touristen und Stadtbewohner
Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat die Umsetzung des Berliner Toilettenkonzepts untersucht. Das Fazit fällt positiv aus. Ein Großteil der Ziele sei erreicht worden, die Versorgung der Stadt habe sich spürbar verbessert. Für viele Nutzergruppen bedeutet das mehr als nur Komfort. Öffentliche Toiletten erhöhen die Aufenthaltsqualität im Stadtraum und ermöglichen Mobilität – eine Voraussetzung, um sich längere Zeit im öffentlichen Raum aufzuhalten.
Modulare WC-Anlagen als flexible Lösung
Für Taxifahrer hat diese Infrastruktur eine ganz eigene Bedeutung. Wer im Schichtbetrieb arbeitet, bewegt sich oft stundenlang quer durch die Stadt. Pausen lassen sich nicht immer planen, viele Standplätze verfügen über keine eigenen Sanitäreinrichtungen. In der Praxis bedeutet das: Eine verlässliche Versorgung mit öffentlichen Toiletten kann darüber entscheiden, ob eine kurze Pause möglich ist oder nicht.
Der Ausgangspunkt der aktuellen Entwicklung liegt im Jahr 2017. Damals erarbeitete Berlin ein Konzept, das die Versorgung der Hauptstadt mit öffentlichen Toiletten neu ordnen sollte. Im Mittelpunkt standen modulare Anlagen, die sich flexibel an verschiedenen Standorten installieren lassen. Sie sollten mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen: wirtschaftlich im Betrieb sein, hygienische Standards sichern, Sicherheit gewährleisten und zugleich Aspekte wie Geschlechtergerechtigkeit und Inklusion berücksichtigen. Auch Umweltfreundlichkeit, gestalterische Qualität und eine verständliche Kommunikation gehörten zu den Zielfeldern.
278 Modultoiletten errichtet
Die Umsetzung hat seitdem sichtbar Spuren im Stadtbild hinterlassen. In den vergangenen Jahren sind insgesamt 278 automatische Modultoiletten errichtet worden. Sie bilden das Rückgrat des Systems und werden – ebenso wie größere Anlagen an stark frequentierten Orten – noch bis mindestens 2033 betrieben. Ergänzt wird das Angebot durch sogenannte WC-Center, die vor allem dort stehen, wo täglich besonders viele Menschen unterwegs sind.
Interessant ist ein weiterer Baustein des Konzepts: Für Orte ohne Anschluss an Wasser- und Stromnetze wurden sogenannte Parktoiletten entwickelt. Dabei handelt es sich um autarke Trockentrenntoiletten, die beispielsweise in Parks oder an Badeseen eingesetzt werden. Sie funktionieren unabhängig von klassischer Infrastruktur und erweitern damit die Möglichkeiten der Stadt, auch abgelegenere Orte zu versorgen.
Auch WC-Anlagen sind öffentliche Infrastruktur
Die Evaluation zeigt jedoch auch, dass das Thema nicht abgeschlossen ist. Die Nutzung des öffentlichen Raums verändert sich, ebenso die Anforderungen an Sauberkeit und Erreichbarkeit. Die Senatsverwaltung arbeitet daher an einer weiteren Optimierung der Standorte. Künftig sollen soziale Räume stärker differenziert betrachtet werden, um dort Toiletten bereitzustellen, wo sie tatsächlich gebraucht werden.
Für Berufsgruppen wie Taxifahrer ist das keine Nebensache. Eine Stadt, die Mobilität organisiert, muss auch die alltäglichen Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen, die sie täglich bewegen. Öffentliche Toiletten sind deshalb Teil jener unscheinbaren Infrastruktur, ohne die ein funktionierender urbaner Alltag schwer vorstellbar ist. Berlin scheint auf diesem Weg ein gutes Stück vorangekommen zu sein.
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