Roland-Berger-Studie prophezeit viele autonom fahrende Taxis

Bis 2030 werden knapp 30 Prozent der weltweit gefahrenen Kilometer mit autonom fahrenden Taxis zurückgelegt, schätzen die Unternehmensberater.
Die Studie von Roland Berger sieht fahrerlose Taxis stark im Kommen, die das Bild an deutschen großstädtischen Taxiständen revolutionieren würden. (Foto: Dietmar Fund)
Die Studie von Roland Berger sieht fahrerlose Taxis stark im Kommen, die das Bild an deutschen großstädtischen Taxiständen revolutionieren würden. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Während heute über 70 Prozent der weltweit gefahrenen Kilometer mit Privatfahrzeugen zurückgelegt werden, entfällt in den nächsten zehn Jahren ein immer größerer Anteil am gesamten Mobilitätsangebot auf Carsharing- und Mitfahrmodelle. Anschließend werden autonom fahrende Taxis bis 2030 voraussichtlich einen knapp 30prozentigen Anteil an den gefahrenen Kilometern einnehmen. Das sind die Kernaussagen einer Studie mit dem englischen Titel „A CEO agenda for the (r)evolution of the automotive ecosystem“, die die Unternehmensberatung Roland Berger am 4. April 2016 veröffentlicht hat.

Laut Wolfgang Bernhart, einem Partner von Roland Berger, werden sich Robocabs in den Großstädten sukzessive als kostengünstige und bequeme Alternative zum eigenen Auto etablieren. Generell erwartet die Studie, dass selbstfahrende Autos bis 2030 rund 40 Prozent des Gesamtgewinns der Automobilbranche ausmachen werden. Die in ihrer Existenz bedrohten heutigen Automobilhersteller müssten sich entweder selbst zu einem wettbewerbsfähigen Anbieter von Mobilitätslösungen weiterentwickeln oder sich auf die hocheffiziente Fertigung vollautonomer Fahrzeuge nach den Spezifikationen eines Mobilitätsanbieters spezialisieren.

Die Studie zielt erkennbar auf die heutige Automobilindustrie ab und schreibt ihr ins Stammbuch, dass die Freude am Fahren immer stärker in den Hintergrund trete. Effiziente, bequeme und umfassende Mobilitätsangebote rückten demgegenüber in den Fokus. Neue Apps und eine breite Datenerfassung seien künftig unverzichtbar. Neue Firmen mit innovativen Geschäftsmodellen würden den direkten Kontakt zu Endkunden suchen, weshalb die Autohersteller den Kontakt zu ihnen zu verlieren drohten.
 

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