Stellantis-Marken zwingen zum Elektroantrieb

Seit Januar sind die Pkw-Typen des Hochdach-Kombis Opel Combo Life und des Transporters Zafira Life nur noch mit Elektroantrieb bestellbar. Das gilt auch für die Verwandten von Citroën und Peugeot, aber nicht für die von Toyota.

Der Elektroantrieb ersetzt im Combo Life die komfortable Kombination aus Dieselmotor und Automatik. Bild: Dietmar Fund
Der Elektroantrieb ersetzt im Combo Life die komfortable Kombination aus Dieselmotor und Automatik. Bild: Dietmar Fund
Dietmar Fund
Großraumtaxis:

Seit dem 6. Januar 2022 können die auch als Basis von Taxis oder Mietwagen eingesetzten Opel-Modelle Combo, Vivaro und Zafira nur noch mit Elektroantrieben bestellt werden. Das hat die zum Stellantis-Konzern gehörende Marke ihren Händlern erst am 3. Januar eröffnet.

Wie ein Blick in den Konfigurator auf der Homepage opel.de verrät, tauchen dort nur noch der fünf- oder siebensitzige Hochdach-Kombi Combo-e Life, der bis zu neunsitzige Transporter Zafira-e Life und der mit ihm eng verwandte einfachere Vivaro-e Kombi auf. Sie behalten also ihre vom Elektroantrieb abgeleiteten Namen.

Alle drei Baureihen haben einen Elektromotor mit 100 kW/136 PS Leistung, der die Vorderräder antreibt. Bedient werden sie über einen einfachen Schiebeschalter für die Vor- und Rückwärtsfahrt und eine Wippe für die Wahl der Fahrmodi. Während man den Combo-e Life nur mit einer Batteriekapazität von 50 kWh haben kann, gibt es den Zafira-e Life und den Vivaro-e Life auch mit einer größeren Kapazität von 75 kWh.

Der Hersteller gibt für den Combo-e Life nach dem aktuellen WLTP-Messverfahren eine Reichweite von bis zu 280 Kilometern an. Der Zafira-e Life soll mit 50-kWh-Batterie bis zu 231 Kilometer und mit der 75-kWh-Batterie bis zu 329 Kilometer weit kommen. Alle drei E-Baureihen lassen sich auch mit 100 kW Gleichstrom schnellladen, was die nicht berauschende Reichweite ein wenig ausgleichen könnte. Für planbare Schüler- und Krankenfahrten dürfte die aber auf jeden Fall ausreichen.

Stellantis verzichtet auf Diesel mit Automatik

Klar ist nun, dass die für das Taxi- und Mietwagengewerbe komfortable Kombination aus sparsamem Dieselmotor und weich schaltender 8-Gang-Wandlerautomatik nicht mehr wiederkommt. Sie war bei den drei Baureihen wahrscheinlich aus Emissionsgründen aus dem Programm genommen worden.

Beim Combo-e Life gibt es die im mobilen Gewerbe beliebten sieben Sitze weiterhin mit kurzem Radstand und bei der Variante XL. Auch den Zafira-e Life und den Vivaro-e Kombi gibt es mit zwei Radständen. Die unterschiedlichen Sitzkonfigurationen lassen in Verbindung mit einer Beifahrer-Doppelsitzbank bis zu neun Sitze zu.

Beide Transporter-Reihen werden auch mit einem Heckausschnitt für den Transport eines im Rollstuhl sitzenden Fahrgasts angeboten. Da die Hersteller an deren Umrüstung wegen der Batterien besonders hohe Anforderungen stellen, darf man gespannt sein, wer diese E-Modelle der Marken des Stellantis-Konzerns künftig noch zum Rollstuhltaxi umrüsten wird.

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AMF-Bruns und MobiTEC haben auf Anfrage von taxi heute erklärt, dass sie bereits an einer Lösung für den Combo-e Life arbeiten. Die größeren E-Transporter darf AMF-Bruns schon mit dem Segen von Stellantis umrüsten.

Verwirrende Aussagen über die Siebensitzer

Zeitgleich mit Opel haben auch die Marken Citroën und Peugeot verkündet, dass sie ihre fast baugleichen Modelle ebenfalls nur noch mit Elektroantrieb anbieten. Citroën spricht in diesem Zusammenhang beim ë-Berlingo von zwei Längen-Varianten mit bis zu sieben Sitzen, während es bei der Präsentation im November 2021 noch geheißen hatte, das Elektromodell sei in Deutschland nur mit fünf Sitzen erhältlich. Dem entspricht auch die aktuelle Preisliste vom 6. Dezember 2021.

Elektro-Spätzünder Toyota führt in seiner aktuell herunterladbaren Preisliste vom Oktober 2021 noch gar keine Elektroversion des Hochdach-Kombis Proace City Verso auf. Der größere Transporter ist bereits als Proace Verso Electric bestellbar. Laut der Presseabteilung wird Toyota Deutschland die mit dem Namenszusatz „Verso“ versehenen Pkw-Varianten weiterhin mit den bisher angebotenen Verbrennermotoren anbieten. Beim größeren Proace Verso bleibt damit sogar die Kombination aus Dieselmotor und 8-Gang-Wandlerautomatik im Programm, während beim Hochdach-Kombi voraussichtlich ab März 2022 ein Elektroantrieb die Benziner- und Dieselmodelle ergänzt.

Der Umrüster Activa Fahrzeug-Service GmbH aus Borken hat noch 200 Citroën Berlingo, 100 Peugeot Rifter und 100 Opel Combo mit Verbrennermotoren im Vorlauf. AMF-Bruns in Apen hat sich über Händler ebenfalls einen Vorlauf von mehreren Hundert Fahrzeugen gesichert. Auch der Opel-Händler Autohaus Siebrecht in Uslar hofft, noch einige 2021 bestellte Modelle mit Verbrenner-Motoren zu bekommen. Activa und Siebrecht machen sich außerdem Gedanken über die Umrüstung verglaster Kastenwagen, die von allen Marken weiterhin auch mit Dieselmotoren geliefert werden. Weil die dann aber zum Beispiel wohnlichere Seitenverkleidungen und Ähnliches brauchen, dürfte das nicht ganz billig kommen.df

Beim Kangoo III und beim Citan fehlt etwas Wichtiges

Die fertig entwickelte dritte Generation des Hochdach-Kastenwagens Renault Kangoo verfügt bislang nicht über ein eichrechtlich zulässiges Wegstreckensignal. Daher kann man mit ihr keinen Taxameter und keinen Wegstreckenzähler ansteuern. Solange diese Problematik besteht, können weder der 
Kangoo III noch sein etwas eigenständig gewordener „Ableger“ Mercedes-Benz Citan II in Deutschland zum Taxi oder Mietwagen umgerüstet werden. Für die mobile Branche ist das insofern bedauerlich, als für beide Modelle die Kombination aus Dieselmotor und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe als Automatik angekündigt ist. Die batterieelektrische Varianten wollen die beiden Partner erst nachreichen. Die Varianten mit langem Radstand wurden bislang 
auch noch nicht vorgestellt.

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Artikel Stellantis-Marken zwingen zum Elektroantrieb
Seite 26 bis 27 | Rubrik Taxis & Mietwagen
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