Fritz Wimmer, seine Frau Sieglinde und ihr Sohn Fritz jun. sind eine Taxi-Familie, die für ländliche Regionen typisch ist. Der 69 Jahre alte Kfz- und Landmaschinentechniker mit einst eigener Lkw- und Pkw-Werkstatt und seine Frau gründeten 1994 einen Taxibetrieb. Seither fahren beide Taxi, seit 14 Jahren unterstützt von ihrem Sohn. Der Junior hat bei VW & Audi Kfz-Mechaniker gelernt und Maschinenbau studiert. Das Trio macht aktuell mit drei Taxis vornehmlich Kranken- und Schülerfahrten. Bis zur Corona-Pandemie fuhren am Wochenende auch zwei Nachtfahrer den allradgetriebenen VW T5-Schulbus, der knapp 295.000 Kilometer gelaufen hat. Die Taxis werden pfleglich behandelt und in der eigenen Werkstatt gut gepflegt, die der Senior nebst dem Wohnhaus vor zwei Jahren dem Junior übertragen hat. So erreichte ein VW Touran des Baujahrs 2011 mit 2-l-TDI und Schaltgetriebe im Dezember 610.000 Kilometer und stand zur Ablösung an.
Weil ihnen die Natur und Nachhaltigkeit wichtig sind, setzte der Junior bei seinen Eltern den Kauf eines Kia e-Niro durch. Am 17. Dezember 2020 holte er ihn mit 64 kWh-Akku, 150 kW/204 PS und der Top-Ausstattung Spirit bei seinem Händler AHS ab. Da sich der Kia im Vorlauf befand, konnte Wimmer ihn recht kurzfristig über INTAX zum Taxi umrüsten lassen.
Am Betriebssitz hat der Werkstattbetreiber eine mobile Wallbox von go-e mit maximal 22 kW Ladeleistung angeschlossen, über die der e-Niro mit Wechselstrom und seinen On-Board-Lader mit maximal 11 kW dreiphasig geladen wird. Diese Lösung ist mobil und bei einem Defekt leicht ersetzbar.
Der Kia e-Niro kann auch mit bis zu 75 kW Gleichstrom an Schnellladern andocken, was bis dato selten nötig war. „Krankenfahrten bis ins knapp 150 Kilometer entfernte Regensburg und zurück schaffe ich mit 120 bis 140 km/h auf der Autobahn mit einer Restkapazität des Akkus von 5 bis 10 Prozent im Winter“, berichtet der 35-Jährige. Bislang hat der e-Niro im Winter durchschnittlich 18,8 kWh pro 100 Kilometer verbraucht. Die letzten Verbräuche sanken aber auf 13,7 kWh. „Damit ist die Reichweite besser als gedacht“, bilanziert der Junior. Seine Mutter freut sich bei der Buchhaltung über das nun wegfallende „Zettelwerk“ dank der einfachen Abrechnung der Stromkosten. Beiden gefällt die Wärmepumpe, die schneller als bei einem Verbrenner wirke und sich auch als Standheizung und Standklimaanlage nutzen lässt.
Der Elektro-Fan hat nur einen Kritikpunkt
Fritz Wimmer jun. hat die Betriebskosten über die gesamte Nutzungsdauer genau durchgerechnet. Wenn sich die Vermutung bestätige, dass beim Elektroauto die Ausgaben für Wartung und Reparaturen deutlich niedriger als bei einem Dieselmodell ausfallen, dann sei der e-Niro das beste Investment, das seine Eltern je getätigt hätten. Seine einzige Kritik ist, dass es für den e-Niro mit seinen recht wirtschaftlichen 17-Zoll-Reifen nur Alu- und keine einfachen Stahlfelgen gibt.
„Das nächste Elektrotaxi ist schon so gut wie sicher, nur der Vater sträubt sich noch ein wenig“, sagt der Junior. Es soll den 2017 als Vorführwagen gekauften Touran mit 2-l-TDI, 110 kW/150 PS und DSG ersetzen. Der hat auch schon 320.000 Kilometer auf dem Tacho und bis dato nur neue Stoßdämpfer gebraucht. Außerdem spielt der Ingenieur mit dem Gedanken, sich auf den Handel mit batterieelektrischen Taxis zu spezialisieren. df
◂ Heft-Navigation ▸
Taxi-Fahrzeuge (Pkw) , Taxi-Newsletter, Taxameter, Taxi-Fahrer , BZP – Deutscher Taxi- und Mietwagenverband , Straßenverkehrsordnung (StVO) , Krankenbeförderung , Weiterbildung , Taxi-Konzessionen , Verkehrspolitik , Mietwagenbranche , Taxi-Apps , Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz BKrFQG) , Taxizentralen , Personal, Gehälter, Arbeitsschutz , Wirtschaftsnachrichten , Werbung , Taxi-Folierung , Taxi-Umrüster , Straßenverkehr , Elektromobilität, Taxifuhrpark und -flottenmanagement , Taxi-Versicherungen , Hybrid, Diesel, Erdgas , Taxi-Magazin